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Eine flotte Alternative zum VW Touran: der Seat Altea XL.
Eine flotte Alternative zum VW Touran: der Seat Altea XL.(Foto: Seat)

Seat Altea XL Kombi: Auch äußere Werte zählen

Bei Familienautos kommt es vor allem auf die inneren Werte an. Wer nicht nur auf viel Platz für Kinder und Gepäck Wert legt, findet im Seat Altea XL die dynamische Alternative zum Kasten-Van. Allerdings verlangt die flotte Optik auch Zugeständnisse.

Dass Vans nicht unbedingt unansehnliche Transportkisten sein müssen, beweist Seat mit dem Altea XL Kombi. Der kompakte Spanier ist so etwas wie die sportliche Alternative zum technisch verwandten VW Touran. Doch kann er Nutzwert und Dynamik stimmig vereinen?

Der Altea XL ist länger, aber enger als sein Wolfsburger Verwandter.
Der Altea XL ist länger, aber enger als sein Wolfsburger Verwandter.(Foto: Seat)

Äußerlich gibt sich der Fünfsitzer für einen Van ungewöhnlich dynamisch. Von kantigem Kisten-Design keine Spur, stattdessen gibt es flott fließende Linien und eine sportliche spitz zulaufende Front. Der schicke Auftritt verlangt allerdings Tribut in Form von gesteigerter Unübersichtlichkeit. Und obwohl der Altea XL mit 4,47 Metern noch etwas länger ist als etwa ein Touran, geht es innen enger zu - auch der Kofferraum ist mit 460 Litern in der Grundkonfiguration kleiner als bei vielen direkten Konkurrenten.

Trotzdem: Für die vierköpfige Familie inklusive Standardgepäck ist mehr als genug Platz. Auch im Fond sitzt es sich zu Zweit bequem. Zudem zeigt sich der Altea XL beim täglichen Beladen durchdacht: Die Heckklappe öffnet leicht und weit genug, die Ladekante ist niedrig, die Öffnung breit.

Ausgereift präsentiert sich zudem die Bedienung. In gewohnter VW-Konzernmanier sind Schalter und Knöpfe sinnvoll angeordnet und intuitiv zu nutzen. Auch Seat-Neulinge haben da nichts zu rätseln. Ein wenig unpraktisch sind lediglich Kleinigkeiten wie ein zu weit hinten angebrachtes Ablagefach in der Mittelkonsole und das unbeleuchtete Handschuhfach.

Kein schwerfälliger Kasten

Das dynamische Versprechen der Optik wird während der Fahrt nicht enttäuscht. Zwar wird der Van auch bei Seat nicht zum Sportwagen, ein schwerfälliger Kasten ist er aber bei weitem nicht. Trotz seiner Höhe von 1,57 Metern und des Gewichts von immerhin rund 1,5 Tonnen halten sich die Seitenneigung in der Kurve und Wankbewegungen beim Ausweichen in Grenzen. Gleichzeitig sind Federn und Dämpfer sensibel genug, um die meisten Unebenheiten zu schlucken. Insgesamt kann der Kompromiss aus Komfort und Dynamik durchaus überzeugen.

Etwas weniger ausgewogen zeigt sich der Motor des Testwagens. Der auch aus diversen VW-Modellen bekannte Diesel mit zwei Litern Hubraum und 103 kW/140 PS wartet zwar mit ordentlichen Fahrleistungen auf - zumindest, sobald die leichte Durchzugsschwäche unter 2000 Touren überwunden ist -, gehört aber zu den lauteren Motoren im Wettbewerbsumfeld.

Zur unkultivierten Motorakustik kommt bei schneller Autobahnfahrt zudem ein störendes Windgeräusch an den A-Säulen. Beides passt nicht so ganz zum allgemein entspannten Charakter des kräftigen Vierzylinders, der auch aufgrund des gut abgestimmten manuellen Sechsganggetriebes angenehm schaltfaul zu fahren ist. Beim Verbrauch übertrifft der Motor den Normwert von 4,9 Litern in der Praxis um gut einen Liter.

Im Kostenkapitel schlägt sich der Altea XL ganz wacker. 24.390 Euro für die 2.0 TDI-Version sind zwar trotz serienmäßiger Details wie Klimaautomatik, CD-Radio und Bordcomputer kein Schnäppchen - aber lediglich 300 Euro mehr als für den Seat Leon mit gleichem Motor fällig werden. Die Steilhecklimousine ist der engste Verwandte des Altea im Seat-Programm. Ein VW Touran mit gleichem Motor kostet bei schlechterer Ausstattung mindestens 28.800 Euro.

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Quelle: n-tv.de

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