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Der 180-PS-Benziner und die Siebengang-S-tronic sind eine dynamische Verbindung.
Der 180-PS-Benziner und die Siebengang-S-tronic sind eine dynamische Verbindung.(Foto: Axel F. Busse)

Audis rollende Online-Station: A3 streckt sich zum Sportback

Von Axel F. Busse

Nun ist auch der Fünftürer da - endlich, werden viele sagen, wenn im Februar 2013 die Auslieferung beginnt. Mit dem A3 Sportback zündet Audi die zweite Stufe der Erneuerung der Kompakt-Modellreihe. Eine Version mit Erdgas-Antrieb kommt im nächsten Jahr, die Plug-in-Hybrid-Variante soll 2014 den Markt erobern.

Alu-Räder bis 18-Zoll sind im Angebot, 16-Zoll-Stahlräder (Basis) werden wohl die Ausnahme bleiben.
Alu-Räder bis 18-Zoll sind im Angebot, 16-Zoll-Stahlräder (Basis) werden wohl die Ausnahme bleiben.

Würde ein Autokunde 900 Euro investieren, um 15 Liter mehr Kofferraumvolumen zu bekommen? Wohl kaum. Wenn es für diese Investition aber zwei zusätzliche Türen und damit mehr Nutzen für zusätzliche Insassen gäbe, könnten potenzielle Käufer vielleicht schwach werden. Es handelt sich um genau die Summer die der neue A3 Sportback teurer als der dreitürige Bruder ist. Rund die Hälfte der A3-Kunden hält die Rechnung für plausibel und entschied sich in der Vergangenheit für den Fünftürer.

Der war bei seinem ersten Erscheinen auf der Bildfläche noch weitgehend identisch mit dem dreitürigen Zwilling. 1999 wurde der er erstmals aufgelegt, 2004 mit Single-Frame-Grill versehen und runderneuert. Seitdem trägt er den Beinamen Sportback. Bei der jetzigen Überarbeitung, so Designer Dany Garand, ging es darum, den Sportback "reifer" zu machen. Die eigenständige Karosserieform wird durch fast 70 Millimeter mehr Außenlänge und 58 Millimeter mehr Radstand gegenüber dem aktuellen Dreitürer definiert. Das sorgt für zusätzlichen Platz vor der Rücksitzbank. Eine Chance, die Funktionalität deutlich zu erhöhen, blieb ungenutzt. Eine verschiebbare Rückbank, wie sie in der Kompaktklasse hier und da angeboten wird, ist nicht vorgesehen.

Fünftür-Varianten klar in der Mehrheit

Filigrane Ausströmer sind optischen Highlights einer dunkel-sachlichen Cockpitgestaltung.
Filigrane Ausströmer sind optischen Highlights einer dunkel-sachlichen Cockpitgestaltung.(Foto: Axel F. Busse)

Die abgeflachten oberen Ecken des Single-Frame-Grills und die Aluminiumleisten, die die seitlichen Fenster begrenzen, bringen zwar keinen funktionalen Gewinn, werten die Erscheinung aber optisch auf. Akzentuierte Radhäuser und ein kraftvolles, die Fahrzeugbreite unterstreichendes Heck summieren sich zu der vom Hersteller gewünschten dynamischen Erscheinung. Zwar wiegt der Sportback gegenüber dem Dreitürer rund 30 Kilogramm mehr, insgesamt aber weniger als der Vorgänger. Nicht ohne Stolz verweist Audi darauf, dass der Wagen mit dem 1,4-Liter-Benzinmotor nur noch 1205 Kilogramm auf die Waage bringt. Das sind rund 90 Kilogramm weniger als der Vorgänger und erreicht etwa das Niveau des ersten Sportbacks von 1999.

Bevor im späteren Verlauf des Jahres 2013 das Motorenangebot mit einem 1,2-Liter-Benziner nach unten ergänzt wird, kommt zur Markteinführung ein 1,4-Liter-Benzinmotor mit 122 PS zum Einsatz. Mit gleich großem Hubraum operiert der Vierzylinder mit dem geheimnisvollen Zusatz "COD", womit Audi die Fähigkeit zur Zylinderabschaltung beschreibt. ("cylinder on demand"). Dieser Motor wird 140 PS leisten und 250 Newtonmeter Drehmoment liefern, während der andere auf 200 Newtonmeter kommt. Bevor eines Tages ein giftiges S3- oder RS3-Modell die sportlich orientierte Kundschaft erfreuen wird, stellt der 1,8 Liter große Vierzylinder mit 180 PS das Leistungsmaximum der Ottomotoren dar.

Im nächsten Jahr soll ein A3 Sportback mit Erdgasantrieb nachgeschoben werden.
Im nächsten Jahr soll ein A3 Sportback mit Erdgasantrieb nachgeschoben werden.(Foto: Axel F. Busse)

Übersichtlicher, wenngleich nicht weniger kraftvoll geht es bei den Dieseln zu. Aus 1,6 oder zwei Liter Hubraum schöpfen die Selbstzünder zwischen 150 und 184 PS. Besonders der 232 km/h schnelle Spitzendiesel dürfte leicht Freunde gewinnen, denn sein zupackendes Wesen gepaart mit einem herzhaften, aber niemals aufdringlichen Sound verspricht munteren Fahrspaß. Sein Verbrauchswert klingt ebenfalls gut: Messungen auf dem Prüfstand ergaben 4,4 Litern auf 100 km. So ist anzunehmen, dass man auch ohne asketische Fahrweise mit sechs bis sieben Litern auskommt.

Voller Zugriff auf Internet-Dienste

Sieht man sich die Liste der möglichen Ausstattungsergänzungen an, scheint das Fahren zur Nebensache zu werden. Das Zauberwort, das die Kunden in den Bann schlagen soll, lautet "Audi connect". Es handelt sich um eine Ergänzung der MMI Navigation plus, sie stellt via UMTS die Verbindung zum Internet her und über den integrierten WLAN-Hotspot können die Reisenden mit bis zu acht mobilen Endgeräten frei surfen und mailen. Für den Fahrer kann das System vielfältige Internet-Dienste ins Auto holen – von der Navigation mit Google-Earth-Bildern und Google Maps Street View über Audi music stream bis hin zu Audi Verkehrsinformationen oder Angeboten wie Facebook und Twitter. Darüber hinaus liefert Audi connect Flug- und Zuginformationen, und der Dienst City Events informiert über aktuelle Veranstaltungen. In naher Zukunft will Audi auch den neuen LTE-Standard einsetzen, der Internetzugriffe auf bis zu 100 MBit/s beschleunigt. Damit werden dann weitere Anwendungen nutzbar, wie z.B. HD-Video-Streaming, Online-Spiele etc.

Die Dienste Facebook, Twitter, Nachrichten online sowie die Ziele der Zieleinspeisung und auch die Bilderquellen der neuen Picturebook Navigation lassen sich über einen aktiven, mit dem Fahrzeug gekoppelten myAudi-Account konfigurieren. So können die Dienste den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden. Die Vielseitigkeit der Dienste lässt es sinnvoll erscheinen, sie allenfalls im Stau zu nutzen oder es dem Beifahrer zu überlassen, sich durch die Menüs auf dem ausfahrbaren Monitor zu klicken. "Audi connect" kostet 500 Euro, kann aber nur in Verbindung mit dem großen Navigationssystem für 2725 Euro geordert werden.

Der Innenraum ist, wie man ihn von Audi kennt: eine Atmosphäre voller Qualität und Hochwertigkeit, die mit zusätzlichem Mitteleinsatz um sinnfreie, aber optisch gelungene Details ergänzt werden kann. Dekoreinlagen in 3D-Glas-Optik zum Beispiel kann man aber auch als Bestandteil der Ausstattungslinie Ambiente bekommen. In der Bassversion liefert Audi immerhin ein Radio und eine Klimaanlage mit, ein Knie-Airbag für den Fahrer vervollständigt die Sicherheitsausstattungen. Ferner gehören die im Verhältnis 40 zu 60 umklappbare Rücksitzlehne, der zweistufig einstellbare Ladeboden, Außenspiegel mit integrierten Seitenblinker in LED-Technik und eine Reifendruck-Kontrollanzeige, höheneinstellbare Vordersitze und Isofix-Befestigungspunkte für Kindersitze dazu.

Wenn die Version mit dem 1,2-Liter-Benziner verfügbar ist, wird sie mit 22.500 Euro der günstigste A3 Sportback sein. Bis dahin beginnt die Preisliste beim 1,4-Liter-Motor und 23.400 Euro. Der Zweiliter-Diesel ist mit 27.200 Euro eingepreist. Fast überflüssig zu sagen, dass diverse Assistenz-Systeme zum Abstand- oder Spurhalten, Notbremsen, Einparken und zur Beachtung des Tempolimits den Preis bequem über 35.000 Euro hieven können. Das wäre aber gut angelegtes Geld, wenn man unterwegs vor hat, mittels Audi connect Twitter- oder Facebook-Nachrichten zu versenden oder zu beantworten.

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Quelle: n-tv.de

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