Elektroroller in Paris: Auf zwei Rädern in die Zukunft
Die Autoindustrie entdeckt das elektrische Zweirad. Und das könnte den sauberen und leisen Rollern entscheidenden Auftrieb verleihen. Wenn sie denn wirklich auch auf den Markt kommen.
Mini und Smart steigen in das Rollersegment ein: Auf dem PariserAutomobilsalon zeigen die beiden Automarken ihre ersten Zweiräder – mit poppigemDesign, cleverer Steuerung und Elektroantrieb. Das Interesse an den emissionsfreienZweirädern ist groß, versprechen die E-Roller doch niedrige Betriebskosten und zusätzlicheBewegungsfreiheit in der Stadt. Noch handelt es sich aber um Studien, zu einer möglichenMarkteinführung werden noch keine Angaben gemacht. Klar ist nur, dass Peugeot nochin diesem Jahr den ersten Elektroroller auf den Markt bringen will; die Franzosenhaben den Deutschen in Sachen Zweirad allerdings auch einiges voraus.
Eigentlich ist das Aufsehen, das um die Elektroroller von Mini und Smart gemachtwird, ein bisschen ungerecht. Vergleichbare Fahrzeuge werden schon länger angeboten,doch erst seit sich die beiden Autobauer für diese Fahrzeugklasse interessieren,rücken auch die Fahrzeuge selbst in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit. Derzeit sindlediglich rund 1.200 Elektroroller in Deutschland unterwegs, doch das könnte sichmit dem möglichen Einstieg von Mini und Smart in der damit verbundenen Anziehungskraftdurchaus ändern. Weitere Voraussetzungen müssten allerdings ebenfalls zunächst erfülltwerden: der Aufbau einer Infrastruktur von Ladestationen und eine Verbilligung derteuren Antriebs- und Batterietechnik. Politische Schützenhilfe kommt von den Grünen,die ab 2015 konventionelle Motorroller verbieten und nur noch elektrische Rollerin die Innenstädte lassen wollen.
Technisch ähnlich
Ob dann tatsächlich auch Einspur-Stromer von Mini und Smart dabei sein werden, istoffiziell noch nicht entschieden. Was dafür spricht: Die Mutterfirmen Mercedes undBMW wollen bis dahin längst Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen; die einmal beherrschteTechnik ließe sich relativ problemlos auf den Zweiradbereich transferieren. Außerdemsind Zweiräder auch Bestandteil des Megacity-Vehicle-Großprojekts von BMW, das 2013serienreif sein soll.
Technisch sind sich der Mini Scooter E Concept und der Smart Escooter sehr ähnlich:Als Schlüssel dient das iPhone, das anschließend in eine Vorrichtung geklemmt wirdund während der Fahrt Geschwindigkeit und Batterieladestand anzeigt. Der Elektromotorist platzsparend im Hinterrad untergebracht und wird von einer Lithium-Ionen-Batteriemit Strom versorgt. Die Akkus sollen Reichweiten bis zu 100 Kilometer erlauben undsich in drei bis fünf Stunden wieder aufladen lassen. Ähnliche Werte nennt Peugeotfür den ebenfalls in Paris vorgestellten Elektroroller e-Satelis, der aber nochnicht serienreif ist. Dennoch sind die Franzosen einen Schritt schneller als dieDeutschen. Schon im Dezember startet der elektrisch betriebene e-Vivacity mit einem3 kW starken E-Motor, 45 km/h Höchstgeschwindigkeit und einer Reichweite von 60Kilometern.
Quelle: n-tv.de


