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Wer anderen im Auto den "Vogel" zeigt muss mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen.
Wer anderen im Auto den "Vogel" zeigt muss mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen.(Foto: picture alliance / dpa)

Jeder Vierte zeigt den "Vogel": Ausraster am Steuer sind teuer

Dass keiner besser Auto fährt als man selbst, ist klar. Dennoch kann es unangenehme Folgen haben, wenn man das auf die eine oder andere Weise seinem Gegenüber erklärt. Wer andere im Straßenverkehr beschimpft, kann teuer bestraft werden.

Jeder vierte Autofahrer zeigt anderen Verkehrsteilnehmern gelegentlich den "Vogel". Rund 21 Prozent genügt das nicht: Sie kurbeln das Fenster runter und machen ihrem Ärger verbal Luft, wie eine Umfrage der Versicherungsgesellschaft "Cosmos Direkt" unter 2006 Autofahrern nahelegt. Noch ärger treiben es demnach 14 Prozent der Befragten, die ihrem Gegenüber schon mal den Mittelfinger zeigen.

Auch wer den Mittelfinger zeigt, kann belangt werden.
Auch wer den Mittelfinger zeigt, kann belangt werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Beschimpfungen und Beleidigungen im Straßenverkehr können teuer werden. Besonders kostspielig ist der Mittelfinger. Für den haben Richter bereits Geldstrafen zwischen 600 und 4000 Euro verhängt. Aber auch verbale Beleidigungen können teuer werden: Für "fieses Miststück" oder "alte Sau" können schon mal 2500 Euro zu Buche schlagen. Selbst mehr oder weniger geschickt formulierte Beleidigungen ziehen Strafen nach sich. Denn auch eine Aussage wie "am liebsten würde ich jetzt Arschloch zu dir sagen" muss sich niemand bieten lassen. Im konkreten Fall wurden dafür 1600 Euro fällig. Beschimpfungen wie "leck mich doch" oder "dumme Kuh" fallen da mit 300 Euro fast in die Kategorie Schnäppchen.

Besser keinen Polizist beleidigen

Besonders streng ahnden Richter Beschimpfungen von Staatsbediensteten wie Polizeibeamten. Denn hierbei, so die Justiz, wird indirekt auch der Staat beleidigt. Deshalb erstattet in solchen Fällen der Ordnungshüter meist gemeinsam mit seinem Dienstherrn Anzeige. Wer im Eifer der Auseinandersetzung einen Polizisten duzt, kann dafür schon mal 600 Euro zahlen. Aber auch wer beim seriösen "Sie" bleibt, muss vorsichtig sein. Die Aussage "Sie sind ja krankhaft dienstgeil" ist von einem deutschen Gericht mit 800 Euro bestraft worden. "Kasperleverein" kostete einen Autofahrer 1000 Euro, ebenso wie der "Wichtelmann". Für "Raubritter" und "Trottel in Uniform" wurden 1500 Euro fällig.

Es gibt zwar keinen festen Bußgeldkatalog für Beschimpfungen und beleidigende Gesten. Aber ein Blick auf Gerichtsurteile lässt eine ungefähre Einschätzung zu, was entsprechende Verhaltensweisen kosten können. Dabei wird die Geldstrafe – abhängig von den Tatumständen – in Tagessätzen angegeben. Die Höhe eines Tagessatzes wiederum orientiert sich an den wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschuldigten. Also: Lieber den Ärger mal runterschlucken. Andernfalls kann es sehr teuer werden.

Quelle: n-tv.de

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