Auto

Kooperation mit Vertrag besiegelt: BMW geht mit Toyota

BMW ist erfolgreich, aber klein. Jetzt wollen die Bayern und Toyota ihre Zusammenarbeit ausbauen und gleich mehrere Projekte gemeinsam verwirklichen. Im Fokus stehen die Entwicklung leistungsfähiger Brennstoffzellen und der Leichtbau.

BMW und Toyota wollen künftig enger zusammenarbeiten. Ein nun unterzeichneter Vertrag sieht eine langfristige Kooperation bei der Brennstoffzellentechnologie sowie die Entwicklung eines Sportwagens vor. Zudem will man auch beim Thema Leichtbau und Traktionsbatterie gemeinsame Sache machen.

Das Teamwork bei der Brennstoffzelle soll bis 2020 zu einem serienreifen System führen. Zu diesem Zeitpunkt könnten auch entsprechende Modelle beider Marken auf den Markt kommen. BMW-Chef Norbert Reithofer erklärte, die gesamte Industrie stehe angesichts technologischer Umbrüche vor großen Herausforderungen. "Diese Kooperation ist ein wichtiger Baustein, um beide Unternehmen auch in Zukunft auf Erfolgskurs zu halten", sagte der Manager.Toyota hat bereits umfangreiche Erfahrungen mit der Wasserstofftechnologie für Elektroautos gemacht, zuletzt präsentierten die Japaner auf der Tokyo Motor Show 2011 die Studie einer Brennstoffzellen-Limousine. Zahlreiche Forschungsfahrzeuge der Marke sind bereits im Test.

Toyota will bereits 2015 seine erste Limousine mit Brennstoffzellen-Antrieb auf den Markt bringen, BMW wollte sich dagegen noch nicht auf einen Marktstart festlegen. Die Münchener haben in den vergangenen Jahren an der direkten Verbrennung von Wasserstoff in Automotoren gearbeitet, was Batterien für den Elektroantrieb überflüssig machen würde. Toyota-Vizepräsident Takeshi Uchiyamada sprach die Probleme offen an: "Um eine größere Verbreitung von Brennstoffzellen-Autos zu erreichen, müssen diese billiger werden." Das koste Zeit und Geld. BMW setzte Wasserstoff bislang lediglich direkt als Kraftstoff ein, der so angetriebene BMW Hydrogen7 ist aber lediglich in Kleinserie aufgelegt worden.

Auch BMW-Konkurrent Daimler schob die Auslieferung von Serien-Autos mit Brennstoffzelle zuletzt auf die lange Bank. "Es genügt nicht, ein funktionsfähiges Fahrzeug zu haben, wenn die Infrastruktur lückenhaft ist", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche vergangene Woche. Statt wie bisher geplant 2014, wird sich nach Angaben aus Unternehmenskreisen die Markteinführung eines Mercedes-Benz mit Brennstoffzelle auf 2017 verschieben. Daimler versuche die hohen Kosten zu drücken und von technischen Entwicklungen der Partner Nissan sowie Ford zu profitieren.

BMW bietet Know-How im Leichtbau

Die Sportwagen-Pläne betreffen die Plattform für ein mittelgroßes Modell, zu dem nun eine Machbarkeitsstudie erstellt wird. Sollte das zu positiven Ergebnissen führen, könnten die Münchner den Nachfolger ihres kommenden Öko-Sportwagens i8 gemeinsam mit den Japanern bauen. Ein wichtiger Baustein für ein entsprechendes Fahrzeug wäre auch Leichtbautechnik – auch auf diesem Feld wollen beide Hersteller künftig eng zusammenarbeiten. BMW hat in dieser Hinsicht vor allem beim Einsatz von Karbon Expertisen vorzuweisen.

Nicht zuletzt soll auch an Batterien für Elektro- und Hybridautos geforscht werden. Mittelfristig will man die Lithium-Luft-Technik weiter entwickeln, langfristig soll auch eine Post-Lithium-Technologie gefunden werden.

Mit Toyota hat BMW nach gescheiterten Kooperationsversuchen mit Daimler und PSA nun offenbar einen geeigneten Partner gefunden. Die Münchner stehen wirtschaftlich zwar gut da, sind aber auf Dauer als Unternehmen zu klein, um die enormen Entwicklungskosten für neue Modelle und Technologien stemmen zu können und sich auf dem Weltmarkt zu behaupten. Toyota profitiert im Gegenzug vom Know-How des Premiumherstellers, vor allem bei Sportwagen und Leichtbau.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen