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Auf den ersten Blick sieht der Wagen auf dem Bild wie ein BMW X1 aus. Es handelt sich aber um einen Zinoro 1E.
Auf den ersten Blick sieht der Wagen auf dem Bild wie ein BMW X1 aus. Es handelt sich aber um einen Zinoro 1E.

Zinoro 1E sieht aus wie ein X1: Bekommt China eine dreiste BMW-Kopie?

Auf der Automesse im chinesischen Guangzhou wurde dieser Tage ein Auto vorgestellt, das die dreiste Kopie eines BMW X1 zu sein scheint. Doch gar nicht wahr. Das Elektroauto Zinoro 1E ist mit dem Segen der Bayern entstanden.

De Zinoro 1E ist rein batteriebetrieben und wird nur vermietet.
De Zinoro 1E ist rein batteriebetrieben und wird nur vermietet.

Wer in China Autos verkaufen will, der muss nach dem Willen der Regierung auch eine lokale Marke gründen und gleichzeitig ein Elektroauto in Umlauf bringen. So jetzt geschehen bei BMW. Gemeinsam mit dem chinesischen Autobauer Brilliance haben die Münchner die Marke Zinoro aus der Taufe gehoben und den 1E erschaffen. Der sieht zwar aus wie die dreiste Kopie eines BMW X1, ist aber von den Bayern aktiv mitentwickelt worden.

Für den Antrieb sorgt ein Elektro-Heckmotor mit 170 PS Leistung, der das über die Hinterräder angetriebene SUV in 5,5 Sekunden auf Tempo 50 beschleunigen soll. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 130 km/h begrenzt, denn andernfalls wäre die angegebene Reichweite von 150 Kilometern kaum zu erreichen. Die Batterieladezeit gibt der Hersteller mit 7,5 Stunden an.

Zinoro 1E gibt es nicht zu kaufen

Auch im Innenraum ist der Zinoro 1E ein waschechter Bayer.
Auch im Innenraum ist der Zinoro 1E ein waschechter Bayer.

Allerdings wird das Elektro-SUV nicht in den Verkauf gehen. Stattdessen soll das batteriebetriebene Derivat des X1 vermietet werden, wie der Chef des deutsch-chinesischen Joint-Ventures, Olaf Kastner, während der Präsentation im Rahmen der Messe in Guangzhou erklärte. Als Mietwagen könne der Zinoro mehr Kunden ansprechen, so Kastner. Das erste Auto der Marke ziele nicht auf große Volumen, sondern das Erlebnis mit einem Elektroauto.

Das Absatz- und Gewinnpotenzial des Modells dürfte daher eher zweitrangig sein. Ob China insgesamt schon reif für die Elektromobilität ist, darf bezweifelt werden. Die Konkurrenten Audi und Mercedes zumindest bringen zunächst Plug-in-Hybridautos auf den Markt, die auch mit konventionellem Kraftstoff betrieben werden können und nicht auf das weitmaschige Ladesäulen-Netz angewiesen sind. Allerdings werden auch diese Hersteller über kurz oder lang eine lokale Marke gründen müssen und man darf gespannt sein, welches Derivat dann unter welchem Namen über Chinas Straßen fahren wird.

Mercedes tüftelt seit geraumer Zeit mit seinem chinesischen Partner BYD am Modell Denza. Seine Premiere soll das rein batterieelektrisch betriebene Fahrzeug auf der Auto China Peking im April 2014 feiern. Audi hingegen forscht gemeinsam mit der chinesischen Tongji-Universität an einem Elektroauto. Mit der Kooperation wurde das Audi Tongji Joint Lab gegründet, das dann auch als lokaler Hersteller platziert werden könnte.

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Quelle: n-tv.de

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