Auto
(Foto: ADAC)

Notrad und Reparaturkit nur kurze Hilfe: Das fünfte Rad am Wagen fehlt

Das klassische Reserverad zählt längst nicht mehr zum Auto-Standardzubehör. Aber was bringen Notrad, Repair-Kit oder Run-Flat-Technologie wirklich? Volle Mobilität jedenfalls nicht.

Die Reifentechnologie hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Autopneus können heute nahezu pannenfrei gefahren werden. Nur selten kommt es noch zu Plattfüßen oder gar Reifenplatzern. Früher kamen in solchen Fällen Wagenheber und Reserverad zum Einsatz. Das hat heute vielfach ausgedient, vor allem aus Gewichtsgründen. Denn das schwere Komplettrad erhöht Spritverbrauch und CO2-Emissionen.

Bei modernen Reifen mit Run-Flat-Technologie verhindert eine verstärkte Flanke oder ein zusätzliches Gummielement im Inneren das Einfallen des Pneus bei einem Druckverlust. Da man einen schadhaften Reifen unter Umständen aber gar nicht spürt, sind Fahrzeuge mit dieser speziellen Bauart zwangsläufig mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet. Außerdem wiegen die verstärkten Pneus etwa 40 Prozent mehr als vergleichbare Standardreifen, sind teurer und auch ihre Montage ist aufwendiger. Natürlich muss ein schadhafter Run-Flat-Reifen so rasch wie möglich gewechselt werden.

Notrad nur begrenzte Hilfe

Zwar ist in den meisten Standardmodellen die klassische Mulde für das fünfte Rad noch vorhanden, viele Fahrzeughersteller bieten jedoch nur Noträder an. Sie sind kleiner und leichter als das vollwertige Ersatzrad. Allerdings ist die Weiterfahrt nur mit einer Geschwindigkeit von höchstens 80 km/h möglich. Und auch die maximale Fahrstrecke ist begrenzt. Denn die schmalen Räder dienen ausschließlich für den behelfsmäßigen Gebrauch, das heißt für die Fahrt zur nächstgelegenen Werkstatt. Zu beachten ist, dass der Luftdruck des Notrades regelmäßig kontrolliert werden muss. "Der liegt höher als bei üblichen Pneus – durchschnittlich bei 4,2 bar", sagt Reifenexperte Michael Staude vom TÜV Süd.

Ganz ohne schmutzige Finger geht es mit einem Reifenreparatur-Set. Die sogenannten Repair-Kits bestehen meist aus einem mit Dichtflüssigkeit und Druckluft gefüllten Behälter, der auf das Ventil gedrückt wird. Das Dichtmittel behebt den Schaden für kurze Zeit, zu geringer Reifendruck wird mit der Druckluft wieder ausgeglichen. Wie mit dem Notrad ist allerdings eine direkte und verlangsamte Fahrt zur nächsten Werkstatt erforderlich. Und: Das Dichtmittel behebt nur kleinere Beschädigungen, die etwa durch einen Nagel oder Scherben entstanden sind.

Alle diese modernen Hilfsmittel sind aber letztlich nur ein Notbehelf, keinen Mobilitätsverlust bietet ausschließlich das klassische Ersatzrad. Auf langen Reisen in möglicherweise abgelegene Gebiete gehört deshalb das Vollwertrad in den Kofferraum. Vor Fahrtantritt sollte freilich auch hier der Luftdruck überprüft werden.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen