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"Get In, Get Happy" zum Super Bowl: VW polarisiert mit Werbespot

Der Super Bowl und Volkswagen-Werbung bilden seit Jahren eine sehr unterhaltsame Einheit. Doch in diesem Jahr gibt es kritische Stimmen. Die Werbung für den neuen VW Beetle sei rassistisch, heißt es. Die Wolfsburger und die Youtube-Gemeinde sehen es anders.

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Volkswagen schafft es alle Jahre wieder, die Aufmerksamkeit mit Werbespots auf sich zu ziehen, die der Konzern beim alljährlichen Super Bowl, dem Football-Finale in den USA, präsentiert. War es in den vergangenen Jahren der kleine Darth Vader, der es im Spot für den Passat zu einem Youtube-Hit gebracht hatte, steht dieses Jahr der neue VW Beetle im Mittelpunkt.

Der Spot steht unter dem Motto "Get In, Get Happy" und dreht sich um das Arbeitsleben des Angestellten Dave, der einen roten VW Käfer fährt. In dem Spot gibt er an, er stamme aus dem US-Bundesstaat Minnesota. Der Käfer-Fahrer hebt sich von seinem schlecht gelaunten Umfeld durch Sorglosigkeit und Zuversicht ab. Die Musik für "Get Happy" stammt von der Reggae-Legende Jimmy Cliff. Den Song schrieb der Musiker bereits in den 1970er Jahren. Seinerzeit wurde er auch in einem Disney-Cartoon mit Goofy eingesetzt.

"Das ist rassistisch"

So weit, so gut. Doch in den USA sorgt der Werbefilm für einiges Aufsehen. Warum? Der hellhäutige Käfer-Fahrer spricht in dem 60-Sekunden-Spot mit einem starken jamaikanischen Akzent. "Ich war schockiert - das ist rassistisch", sagte Barbara Lippert von Mediapost.com dem US-Sender NBC. Der "New York Times"-Kolumnist Charles Blow nannte den Spot "Blackface mit Stimmen". Der Begriff "Blackface" beschreibt eine Praxis aus amerikanischen Unterhaltungstheatern des 19. Jahrhunderts, in denen weiße Schauspieler schwarz angemalt meist trottelige Afro-Amerikaner spielten.

VW-Manager Mark Gillies zeigte sich über die Kritik erstaunt. Die Hauptbotschaft der Werbung, "die einige vergessen zu haben scheinen", bestehe darin, dass das Fahren eines VW Käfer "den Tag erfreulicher gestaltet". Hinzu komme, so Gilles, dass der Spot zuvor einem breiten Test-Publikum einschließlich Jamaikanern vorgestellt worden sei, und auch die hätten an der Idee keinen Anstoß genommen.

Auch auf Youtube setzten sich die Kritiker nicht durch. Bis heute gibt es über 4000 positive Bewertungen des Spots - und nur rund 300 negative. Angeklickt wurde der Werbe-Spot bis dato von mehr als einer Million Internet-Nutzern. Die Werbezeiten beim Super Bowl ziehen stets große Aufmerksamkeit auf sich, weil das Ereignis in den USA mit Rekord-Einschaltquoten einhergeht.

Quelle: n-tv.de

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