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Modell eines T1 - Der VW-Bulli ist ein Stück deutsche Geschichte: Ob für die Arbeit oder Freizeit, millionenfach rollen VW-Transporter mehrerer Generationen über die Straße.

Modell eines T1 - Der VW-Bulli ist ein Stück deutsche Geschichte: Ob für die Arbeit oder Freizeit, millionenfach rollen VW-Transporter mehrerer Generationen über die Straße.
(Foto: picture alliance / dpa)

Montag, 01. März 2010

Erfolgsmodell von VW: Der Bulli wird 60

Mit diesem Auto verbindet jeder etwas: Der Bulli hat die Nachkriegsepoche geprägt und begleitet seitdem das Leben vieler Autofahrer. Vor 60 Jahren nahm die Legende ihren Weg auf.

Der VW-Bulli ist ebenso wie der Käfer ein Symbol des deutschen Wirtschaftswunders. Mit dem Lieferwagen von Volkswagen starteten zehntausende von Handwerkern, Händlern und kleinen Gewerbetreibenden in den Aufschwung der Nachkriegszeit. In der aufblühenden deutschen Wirtschaft war der Bulli das richtige Transportfahrzeug zum richtigen Zeitpunkt. Er wurde die zweite Erfolgsgeschichte von Volkswagen. Am 8. März feiert der Bulli einen runden Geburtstag: Vor 60 Jahren lief die Serienfertigung im VW-Stammwerk Wolfsburg an.

Die Entstehungsgeschichte des Bulli ist kurios. Als der niederländische VW-Importeur Ben Pon 1947 bei einem Besuch in Wolfsburg durch das Werk ging, sah er ein merkwürdiges Gefährt: ein von VW-Arbeitern selbst zusammengebautes einfaches Fahrzeug, mit dem sie schwere Platten von Halle zu Halle transportierten. Dieser "Plattenwagen" inspirierte Pon: Er entwickelte die Idee für ein einfaches und stabiles Transportfahrzeug, machte erste Skizzen und überzeugte den damaligen VW-Chef Heinrich Nordhoff in vielen Gesprächen, ein solches Auto zu bauen.

Zum 60. Geburtstag des VW-Busses beleuchtet eine Ausstellung im Schloss Wolfsburg jetzt die Entwicklung des Fahrzeuges.

Zum 60. Geburtstag des VW-Busses beleuchtet eine Ausstellung im Schloss Wolfsburg jetzt die Entwicklung des Fahrzeuges.
(Foto: picture alliance / dpa)

1949 waren die ersten Prototypen für ein Fahrzeug fertig, wie es so auf der Welt noch keines gab: Einen Frontlenker mit Heckmotor und kastenförmigen Aufbau - wobei Achsen und Motoren vom Käfer übernommen wurden. Wenige Monate später wurde dann die Serienfertigung in Wolfsburg gestartet. Am ersten Tag wurden zwei Wagen gebaut. Einer ging an den Parfümhersteller 4711 in Köln - auch eine Symbolmarke des Wirtschaftswunders.

Bulli erst seit 2007 offiziell

Der Transporter wurde bis 1956 in Wolfsburg gefertigt. Der Spitzname Bulli war von den ersten Kunden erfunden worden: weil das Fahrzeug so sympathisch kraftvoll aussah und weil es sowohl als Bus (Bu) als auch als Lieferwagen (Li) genutzt werden konnte. Der Name war lange inoffiziell, weil die Markenschutzrechte einem anderen Nutzfahrzeughersteller gehörten. Erst 2007 einigte sich VW mit dem Unternehmen Kässbohrer und seitdem heißt der Bulli auch offiziell so.

Der Bulli genießt immer noch enorme Sympathiewerte. Vor allem natürlich das erste Modell.

Der Bulli genießt immer noch enorme Sympathiewerte. Vor allem natürlich das erste Modell.
(Foto: picture alliance / dpa)

Und der Bulli fuhr der Konkurrenz schnell auf und davon. "Er war robust und zuverlässig, preiswert und variabel nutzbar", sagt VW-Sprecher Manfred Grieger. Bereits 1954 gab es 30 verschiedene Modelle. Die Fertigungskapazitäten im Wolfsburger Stammwerk, in dem vor allem der Käfer gebaut wurde, reichten schon bald nicht mehr.

Mehr als 10 Millionen Bullis

Deshalb entschied Nordhoff, ein neues Transporterwerk in Hannover zu errichten. 1956 lief die Fertigung an, seitdem wurden dort rund 7,5 Millionen Transporter in allen Varianten für Wirtschaft und Freizeit gebaut. Derzeit rollt die fünfte Transportergeneration von den Bändern. Weltweit wurden bisher insgesamt 10,7 Millionen Bulli gebaut, unter anderem auch in den ausländischen Werken in Polen, Südafrika und Brasilien.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Wie der Käfer ist auch der Bulli inzwischen Kult. Grieger: "Wenn sich die automobile Erfahrung mit dem Erleben ganzer Generationen verbindet, dann wird aus einem Auto ein Kultwagen." Das gilt für die vielen Wirtschaftswunderhandwerker ebenso wie für hunderttausende von busfahrenden Familienvätern, Globetrottern, Campern oder die Hippies der Woodstock-Generation.

Von Klaus Sievers, dpa

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