Auto
Kompakte Abmessungen: Das größte Plus des Terios.
Kompakte Abmessungen: Das größte Plus des Terios.

Dahaitsu Terios: Der Unprätentiöse

Mit der Marke Daihatsu verschwindet Anfang 2013 auch der kleine Kletterer Terios vom deutschen Markt - eine günstige Alternative zu den Lifestyle-SUV moderner Prägung. Ganz ohne Fehler ist er allerdings nicht, aber ein solider Vertreter der Mischung von Urbanität und Offroad.

Kompakt-SUV sind groß in Mode, auch wenn man sich fragen könnte, was zum Beispiel an einem 4,43 Meter langen VW Tiguan noch kompakt sein soll. Besser passt die Segmentbezeichnung da schon zum Daihatsu Terios. Er verkörpert mit 4,10 Metern Länge recht treffend jene Mischung aus urbaner Agilität und robustem Offroad-Charme, die sich viele andere Mitbewerber in dieser Klasse ebenfalls gern ans Revers heften möchten. Und mit einem Basispreis von 16.490 Euro für die 2WD-Version kostet er kaum mehr als die Hälfte dessen, was VW für den Klassenprimus verlangt. Ist er deshalb auch nur die Hälfte wert?

Der Wendekreis ist klein.
Der Wendekreis ist klein.

Zumindest sind die Zeiten für den Terios in den vergangenen Monaten nicht gerade leichter geworden. Die Konkurrenz wird immer größer, und die Entscheidung von Daihatsu-Mutter Toyota, die Kleinwagenmarke Anfang 2013 vom europäischen Markt zurückzuziehen, hat Interessenten verunsichert. Diesen sei jedoch gesagt, dass der Werkstattservice auch in den nächsten Jahren gesichert ist und die Garantien - auf den Terios gibt es fünf Jahre Schutz - weiterhin gelten.

Wenig Schnickschnack, viel Platz

Für den Terios sprechen neben den übersichtlichen Abmessungen und dem daraus resultierenden Wendekreis von unter zehn Metern beispielsweise das funktionale Interieur ohne viel Schnickschnack und auch das passable Platzangebot. Dank 2,58 Metern Radstand sitzen die Passagiere im Fond ähnlich komfortabel wie in der Kompaktklasse; dazu passt auch der 380 Liter Volumen fassende Kofferraum, der sich hinter der seitlich öffnenden Heckklappe verbirgt und über eine niedrige Ladekante verfügt. Allerdings ist diese Hecktür wie bei japanischen Modellen üblich rechts angeschlagen. Das behindert das Be- und Entladen, wenn man parallel zur Fahrbahn parkt.

Materialqualität und Verarbeitung gehen angesichts der Preisklasse in Ordnung und sind sicher nicht das entscheidende Kriterium für Kunden, die sich für den Terios interessieren. Alles wirkt robust, zuverlässig und in seiner Einfachheit auch sympathisch. Ärgerlicher sind da schon die zu kurz geratenen Sitzflächen des vorderen Gestühls und die fehlende Längsverstellung des Lenkrads. Eine angenehme Sitzposition, mit der andere SUV einen sicheren Pluspunkt sammeln, ist im Terios daher nur schwer zu finden.
Der Natur seiner Gattung entsprechend wirkt der Terios im Handling hochbeinig und etwas schwerfällig; zugleich ist das robuste Fahrwerk mit Starrachse hinten nicht gerade ein Garant für ausgewogenen Fahrkomfort. Das nimmt man in Kauf, wenn man den kleinen Japaner ab und zu auch ins Gelände ausführen möchte, wo er sich dank permanentem Allradantrieb und automatischem Zentraldifferential achtbar schlägt.

Vierzylinder wirkt angestrengt

Innen ist es kunststofflastig.
Innen ist es kunststofflastig.

Wer auf diese Ausflüge generell verzichtet, ist mit dem 2WD-Antrieb besser bedient - allein schon wegen des Verbrauchs, der mindestens einen halben Liter geringer ausfällt. Ein Sparwunder ist der 102 PS starke 1,5-Liter-Benziner - die einzige verfügbare Motorisierung - allerdings auch dann nicht. Offiziell gibt Daihatsu für die Allradversion 7,7 Liter an, im Test lagen wir bei neun Litern. Dazu wirkt der Vierzylinder stets zäh und angestrengt und will mit Drehzahl bei Laune gehalten werden. Bei 120 km/h im fünften Gang dreht sich die Kurbelwelle schon 4000 Mal pro Minute; das tut weder dem Verbrauch noch den Ohren besonders gut.

Alternativ zum Fünfgang-Handschalter steht eine Vierstufen-Automatik (1.380 Euro) zur Verfügung. Ansonsten ist die Optionsliste übersichtlich. Klimaanlage und CD-Radio sind stets an Bord, ab der mittleren Ausstattung "Top" erfolgt die Klimaregelung automatisch. Abstriche macht der Terios leider ausgerechnet bei der Sicherheit: Seitenairbags gibt es erst ab "Top", Kopfairbags nur in Verbindung mit den Allradvarianten und auch das ESP ist an die 4WD-Version gekoppelt. Verschmerzen sollte dies nur, wer die Bezeichnung "City-Roader" wörtlich nimmt und den Terios vorwiegend im städtischen Raum bewegt.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen