Freitag, 13. November 2009
Interview mit Projektleiter Tünnermann: Der ist Performance
Er ist der erste Vollhybride von BMW. Die Bayern zeigen im Active Hybrid X6, zu was sie technisch in der Lage sind. Projektleiter Peter Tünnermann erklärt, was an dem Fahrzeug so BMW-typisch ist.
n-tv.de: Was macht unterscheidet den Active Hybrid X6 von anderen Hybriden?
Peter Tünnermann: Zunächst ist es, wie der Name schon sagt, ein Active Hybrid im Gegensatz zu Mild Hybriden. Das Wesentliche ist aber die elektrische Performance des Autos. Und durch das Siebengang-Automatik-Getriebe zeigt das Auto dennoch die Charakteristik eines BMWs. Ein äußerst sportliches Fahrzeug.
In der Tat. 780 Newtonmeter Drehmoment, das ist enorm. War die ausgeprägte Sportlichkeit eine Vorgabe bei der Entwicklung?
Eine Vorgabe war das nicht. Es hat sich eher durch die Machbarkeit ergeben. Das Getriebe zum Beispiel stammt noch aus der Kooperation mit GM, Chrysler und Daimler. Die beiden Elektromotoren ergänzen den Verbrennungsmotor mit seinen 600 Newtonmetern Drehmoment zu eben dieser hohen Performance.
Neu ist ja die Boost-Funktion, die durch den Elektroantrieb erreicht wird. Wie kam es dazu?
Diese Funktion entsteht ja aus der Tatsache, dass wir die ohnehin schon relativ steile Drehmomentkurve der Verbrennungsmotors mit dem elektrischen Antrieb im mittleren Teillastbereich unterstützen wollten. So bekommt der mechanische Part seine Hilfe vom elektrischen Part des Autos und erreicht in Kombination diese beachtliche Kraft.
Es wird ja derzeit viel über weitere Techniken wie Zylinderabschaltung und ähnliches geredet. Ist denn eine Weiterentwicklung dieses kombinierten Antriebs denkbar?
Denkbar ist das grundsätzlich schon. Aber das Antriebskonzept des Active Hybrid X6 passt ziemlich perfekt zu dem Fahrzeug und zu der Kategorie des Autos. Daher werden wir da vorerst nichts verändern. Auf lange Sicht kann man nicht ausschließen, dass die Technologie auch auf andere Automobile transferiert wird. Aber beschlossen ist da noch nichts. Der BMW Active Hybrid X6 ist Performance, er ist Hybrid und er ist vor allem BMW.
Wollten Sie mit einem solchen Auto das Thema Hybrid auch ein Stück weit aus der, ich sage es mal bewusst provokant, Langweiler-Ecke herausholen?
Wir wollten auf jeden Fall zeigen, dass man das Thema Hybrid auch anders auffassen kann. Aber es war bei uns schon immer so: Wenn wir etwas machen, dann machen wir das BMW.
Mit Peter Tünnermann sprach Markus Mechnich.
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