Auto
(Foto: Hans Peter Reichartz, pixelio.de)

Kfz-Versicherung via Internet: Drum prüfe, wer sich online bindet

Das Internet hat sich als Preissuchmaschine bewährt. Das merken auch die KFZ-Versicherungen. Immer mehr werden online angeschlossen. Das lohnt sich allerdings nicht immer.

Video

Im vergangenen Jahr wurden 17 Prozent aller privaten Kfz-Neuverträge online abgeschlossen. Fast zwei Drittel aller Online-Abschlüsse erfolgen über Vergleichsportale. Das Institut für Versicherungswesen der FH Köln hat nun in einer Studie Vergleichsportale und Direktversicherer in Bezug auf Verbraucherwünsche und Kundenzufriedenheit untersucht.

Dabei wurden 500 Autofahrer jeweils dreimal mit Fahrzeugdaten an Tastatur und Maus gesetzt, um zehn Websites zu bewerten. Untersucht wurden fünf gewerbliche (autoversicherung.de, check24.de, geld.de, ino24.de und transparo.de), zwei nichtgewerbliche Portale (insurancestation.de des Bundes der Versicherten, test.de von Stiftung Warentest) sowie drei Direktversicherer (AllSecur, DA Direkt und HUK24).

Enorme Preisunterschiede

Zehn bis zwanzig Minuten benötigten die Probanden, um sich durch die Angebote zu klicken. Am schnellsten ging es bei den Direktversicherern HUK und DA, unter den Portalen sind check24 und transparo besonders flott. Kostenpflichtig (16 Euro), allerdings auch zeitaufwändig ist nur die neutrale Beratung von test.de.

In jedem zweiten Fall hätte ein Angebot der Vergleichsportale zu einer Ersparnis von 100 und mehr Euro geführt. Doch die Preisabweichungen können enorm sein und in Einzelfällen können Neuverträge sogar deutlich teurer sein als bestehende Verträge. So fanden die Tester bei einem Lancia das günstigste Angebot eines Portals, das mehr als 1000 Euro über dem Bestandsvertrag lag.

Günstigstes Portal gibt es nicht

Das eine günstigste Portal, so zeigt die Studie, gibt es nicht. Vergleichen lohnt sich nicht nur zwischen den Produkten, sondern auch zwischen den Portalen. Die größte Wahrscheinlichkeit, ein günstiges Angebot zu erhalten, hatten die Tester bei test.de und bei check24.

In Sachen Nutzerfreundlichkeit liegen Check24 und transparo klar vorne. Aber auch der Direktversicherer HUK24 kann punkten. Umgekehrt schaffen fehlende Nutzerfreundlichkeit, der Umgang mit Daten und die Gebührenpolitik Verärgerungspotenzial: Bei geld.de bemängeln die meisten eine umfangreiche Abfrage persönlicher Daten, bei test.de schlagen die Kosten von 16 Euro negativ zu Buche.

Portale erhalten Provisionen

Die Studie hat sich auch mit der Transparenz der Portale befasst. Nicht einmal jedem zweiten Tester ist bekannt, dass die Versicherer bis zu 120 Euro Provisionen an die Portale zahlen. Und auch die Breite des Produktvergleichs, wie viele der über 100 Versicherungsgesellschaften also ein Portal abdeckt, wird häufig überschätzt.

Schnäppchenjäger, so das Fazit, sollten immer mehrere Portale vergleichen. Und auch für die Produktauswahl gilt: Nicht allein der Preis zählt, sondern auch die Leistung. Die wird immer erst dann Thema, wenn es zum Versicherungsfall gekommen ist. Wer ganz sicher gehen will, sollte die Portale der Verbraucherschützer nutzen.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen