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"Ein Geflecht, was nicht funktionieren kann": Dudenhöffer fordert Neuaufbau des ADAC

Die Schummelei beim "Lieblingsauto der Deutschen" war nur die Spitze des Eisbergs. Die Verfilzungen beim ADAC sind so enorm, dass sich Verkehrsexperten mittlerweile fragen: Ist der Verein in seiner jetzigen Form überhaupt zu retten?

Auch nach dem Rücktritt von Präsident Peter Meyer ist der Skandal für den ADAC noch lange nicht ausgestanden. Politiker und Experten verlangen radikale Veränderungen in den Strukturen sowie weitere Rücktritte. Dabei geht es auch um die Frage, ob der ADAC mit seinen mehr als 19 Millionen Mitgliedern weiterhin als Verein geführt werden kann. Bisher will der Club daran nicht rütteln, sondern sich mit einem Zehn-Punkte-Plan reformieren.

Für den Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer ist dies ein aussichtsloses Unterfangen: "Es ist ein Geflecht, was nicht funktionieren kann, dass man auf der einen Seite Produkte verkauft und dann gleichzeitig Produkttests macht", sagte der Automobilexperte bei n-tv. "Genau diese Verfilzungen, diese Interessenkombinationen, die haben dazu geführt, dass diese Skandale zutage treten und da wird es deutlich mehr geben, wenn man im Detail hinschaut."

Für Dudenhöffer ist der Kotau des Geschäftsführers bei Weitem nicht ausreichend: Auch ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair hätte ihm zufolge schon längst zurücktreten müssen. "Das gesamte Präsidium sollte jetzt in eine Art Klausur gehen und nicht in ein paar Stunden ein Zehn-Punkte-Programm vorlegen, was wieder scheibchenweise nur ein bisschen Kosmetik ist. Man sollte mit externen Beratern, mit externen Experten den ADAC versuchen neu aufzubauen und dann an die Öffentlichkeit gehen", sagte der Automobilexperte.

Verkehrsausschuss-Chef will radikalen Neuanfang

Aus der Politik wird ebenfalls immer mehr Kritik laut: "Ein Neuanfang kann nur sein, wenn das gesamte Präsidium zurücktritt", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Martin Burkert, der ARD. Das sei bisher nicht der Fall. Der SPD-Politiker forderte vom ADAC den Nachweis, in anderen, "sicherheitsrelevanten" Bereichen - beispielsweise bei Qualitätssiegeln - nicht betrogen zu haben. "Das wäre ein Skandal, der den ADAC wahrscheinlich völlig zerstören würde."

Die Linkspartei verlangte den Rücktritt des gesamten ADAC-Managements. "Der ADAC hat nicht einmal vor Fälschungen zurückgeschreckt. Das ist Verbrauchertäuschung", sagte die Vize-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Caren Lay, dem "Handelsblatt". "Jetzt sollte das gesamte Management zurücktreten, um den Weg für einen Neustart freizumachen."

Der Autoclub hatte am Montag eingestanden, dass bei der Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" 2014 nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern auch die Rangfolge gefälscht worden war. Die Unternehmensberatung Deloitte hatte die Zahlen geprüft.

Die Auszeichnung "Gelber Engel" wird es nun nicht mehr geben. Porsche, VW, Daimler und BMW wollen sämtliche Auszeichnungen der vergangenen Jahre zurückgeben.

Quelle: n-tv.de

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