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ben-ebike bietet auch E-Bikes für Kinder an. Das leichteste Modell wiegt 8,8 Kilogramm.
ben-ebike bietet auch E-Bikes für Kinder an. Das leichteste Modell wiegt 8,8 Kilogramm.
Donnerstag, 16. Februar 2017

Boom wie bei den SUV: E-Bikes für Kinder - ein neuer Trend?

Das E-Bike boomt. Bisher vor allem als Modell für Erwachsene. Jetzt sollen die Pedelecs auch Kinder begeistern. Doch die elektrische Unterstützung für den Spross bei der Radwanderung kommt die Eltern nicht billig.

Elektrofahrräder sind bei Bikern inzwischen so beliebt wie SUV bei den Autofahrern. Insofern wundert es nicht, dass die Branche sich neue Geschäftsfelder und Kunden zu erschließen sucht. In der kommenden Fahrradsaison soll das Rad mit E-Motor als Sportgerät für Mountainbiker, Lastesel für Transportfreunde und als Fahrzeug für Kinder zum Einsatz kommen.

Teurer Spaß für Kinder

Die E-Bikes für Kinder von ben-e-bike sind keine Schnäppchen. Mit Preisen ab 1750 Euro muss gerechnet werden.
Die E-Bikes für Kinder von ben-e-bike sind keine Schnäppchen. Mit Preisen ab 1750 Euro muss gerechnet werden.

Auf der Essener Fahrradmesse feiert das erste E-Bike für Kinder derzeit seine Premiere. Nach der Idee von "ben-e-bike"-Entwickler Robin Krichel soll das Rad vor allem den "Familienfrieden bei gemeinsamen Ausflügen sichern", wenn die Eltern mal wieder davonbrausen. Doch dieser Frieden muss teuer bezahlt werden. Zwischen 1750 und 3500 Euro muss ausgeben, wer seinem Spross ein E-Bike an die Hand geben möchte. Gefährlich, so Krichel, könnte auch die Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 km/h sein. Deshalb erklärt eine Gebrauchsanleitung, wie das Tempo zunächst gedrosselt werden kann.

Stephanie Krone vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sieht die Entwicklung noch aus einem anderen Grund kritisch. "Für den Alltag halten wir das für keine gute Idee", meint sie. Sinnvoll könne ein solches Rad allenfalls bei längeren Touren im Urlaub sein. Wichtig für Kinder sei Bewegung und die gebe es mit einem E-Bike eben nicht mehr, erklärt Krone.

Michael Bollschweiler, Chefredakteur der Fachzeitschrift RadMarkt, bezweifelt zudem, ob Eltern bereit sind, für ein Kinderfahrrad so viel Geld auszugeben. Ein übliches Modell koste zwischen 300 und 800 Euro. Für teurere Räder gebe es in diesem Bereich kaum eine Nachfrage, denn das schnelle Wachstum der Kinder verhindere ohnehin eine lange Nutzung.

E-Bike für Ganzjahresnutzung

Immer beliebter werden Transportfahrräder bei den Bewohnern großer Metropolen.
Immer beliebter werden Transportfahrräder bei den Bewohnern großer Metropolen.

Deutlich anders sehe die Situation bei E-Bikes für Erwachsene aus. Dort gehe es bei vielen Kunden eher um die Leistung als um den Preis. Im Gegensatz zum herkömmlichen Fahrrad werde das Elektro-Rad hier zunehmend als Ganzjahresfahrzeug genutzt. "Der E-Bike-Kauf ist eine Grundsatzentscheidung", meint Bollschweiler. Da werde auch ungemütliches Wetter und ein hoher Preis in Kauf genommen. Wer das Elektro-Rad als Transportfahrzeug nutzen wolle, müsse immerhin mit Preisen von bis zu 10.000 Euro rechnen.

Zunehmend gefragt sind auch motorisierte Mountainbikes, während Rennräder mit Antrieb noch immer als Exoten gelten. Wichtig ist für die Kundschaft von E-Bikes inzwischen auch eine sportliche Optik. Selbst die für die ältere Generation gedachten Stadträder sehen inzwischen deutlich dynamischer aus.

Dem Boom scheinen die Preise für E-Bikes aber keinen Abbruch zu tun. Auf deutschen Straßen sind nach Schätzungen rund drei Millionen Räder mit Batterieunterstützung unterwegs. Bereits im Jahr 2015 war jedes achte der 4,35 Millionen verkauften Fahrräder in Deutschland ein Elektro-Fahrrad. Auch wenn die Verkäufe im vergangenen Jahr zunächst vom durchwachsenen Wetter gebremst wurden, gehen Experten von einem weiteren Anstieg des E-Bike-Anteils aus.

Quelle: n-tv.de

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