Auto

Navigation im AutoEnde der Orientierungslosigkeit

22.12.2010, 15:06 Uhr
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Schluss mit Faltkarten und Atlanten: Die Navigationssysteme haben die Fortbewegung mit dem Auto deutlich vereinfacht. (Foto: Abdruck fuer Pressezwecke honora)

Innerhalb von zehn Jahren hat sich das Navigationssystem im Auto unverzichtbar gemacht. Nach festeingebauten und portablen Geräten geht der Trend nun zu Handys mit Pfadfinderfunktion.

Zerknitterte Faltkarten auf dem Beifahrersitz und dicke Atlanten auf den Knien

gehören der Vergangenheit an. Anfang des Jahrtausends hat das Navigationsgerät im

Auto einen beispiellosen Siegeszug angetreten. Innerhalb weniger Jahre war fast

jeder deutsche Autofahrer im Besitz eines elektronischen Pfadfinders. Zu verdanken

ist das dem US-Militär.

Im Jahr 2000 nämlich fiel der Startschuss für die zivile Nutzung des GPS-Systems,

das vorher rein militärischen Zwecken vorbehalten war. Die Autoindustrie hatte nur

darauf gewartet. Denn mit der satellitengestützte Ortung war endlich eine preiswerte

und praktische Möglichkeit vorhanden, den aktuellen Ort und die kürzeste Strecke

zum Ziel zu bestimmen.

Vierstellige Preise

Navigationssysteme gab es auch schon vorher – allerdings waren sie teuer, umständlich

und unpraktisch. Bereits 1981 bot Honda den sogenannten Electro Gyrocator an, der

zwar nicht den Standort des Fahrzeugs erkennen, aber mit Hilfe eines Wegstrecken-

und Drehrichtungssensors die ungefähre Fahrtrichtung bestimmen konnte. Wer seinen

Startpunkt kannte und eine Karte zur Hand hatte, konnte so mit etwas Glück seine

aktuelle Position ermitteln. Durchgesetzt hat sich der Gyrocator ebenso wenig wie

Konkurrenzsysteme, die das Erdmagnetfeld nutzten oder die Verknüpfung von Kompass

und Raddrehzahlsensoren.

Ein GPS-Sensor ist im Vergleich dazu deutlich unkomplizierter und billiger. Nach

kurzer Zeit waren für viele Modelle Navis zum Festeinbau zu bekommen – zu teils

vierstelligen Preisen. Fahrer teurer Businesslimousinen investieren das gerne, gibt

es doch einen schicken Bildschirm für die Mittelkonsole dazu, mit dem auch Radio

und Klimaanlage bedient werden können. Auch schreckt sie das Kabelgewirr mobiler

Navis. Fahrer kleinerer Autos waren da schon immer weniger empfindlich und wählen

vor allem die portablen Geräte. Allein in Westeuropa werden jedes Jahr fast 20 Millionen

Geräte verkauft. Nicht nur an Autofahrer – auch Radler und Wanderer nutzen die Lotsen.

Smartphones als neuer Trend

Mittlerweile gibt es aber einen neuen Trend: Navigation über Handy. Die meisten

Smartphones verfügen über ihre eigenen GPS-Sensoren und können mit Hilfe von Software

kostengünstig zu mobilen Routenfindern aufgerüstet werden. Für den komfortablen

Gebrauch im Auto sind die Bildschirme aber zu klein, weshalb die Geräte künftig

in die Bordelektronik der Fahrzeuge integriert werden sollen. Dann kann die Navigationsfunktion

des Handys über das Bediensystem des Wagens gesteuert werden. Und auch Telefonieren,

Internet-Surfen und E-Mail-Schreiben wird einfacher und preiswerter.

Für die Faltkarten-Hersteller sieht es also schlecht aus. Die Verkäufe von Atlanten

werden aber wohl ihr Niveau halten. Denn der kluge Autofahrer hat immer ein Exemplar

im Fahrzeug, falls das Navi mal ausfällt oder eine wirklich komplizierte Route geplant

werden muss.

Quelle: sp-x