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Versicherung muss zahlen: Fahrrad-Unfall ohne Helm

Freizeit-Radfahrer müssen im Unterschied zu Rennradfahrern keinen Helm tragen, um bei einem Unfall Versicherungsleistungen zu erhalten.

Dies hat das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf entschieden. Geklagt hatte ein Radler, der eine Vollbremsung machen musste, weil eine Fußgängerin über den Radweg ging. Dabei stürzte der Mann und verletzte sich am Kopf. Die Versicherung der Frau wollte den Schaden des Mannes nicht zahlen, weil er keinen Helm getragen hatte.

Während das Landgericht Düsseldorf dem Radfahrer eine Mitschuld von 70 Prozent zugerechnet hatte, hob das OLG diese Entscheidung nun auf (AZ: I-1 U 278/06). Nach Auffassung des Senats muss bei der Frage, ob ein Radfahrer zur Wahrung seiner Ansprüche bei einem Unfall einen Helm tragen muss, zwischen Freizeit- und Sportfahrern unterschieden werden. Auch die Verkehrssituation Radweg oder Straße, im Ort oder außerhalb sei zu berücksichtigen.

Im konkreten Fall hatte der Kläger ein gewöhnliches Tourenrad benutzt und einen innerörtlichen Radweg mit einer Geschwindigkeit von 15 Stundenkilometern befahren. Deshalb gehört er laut Urteil zu der Gruppe von Radlern, die keinen Helm tragen muss. Das OLG-Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Versicherung hat Revision eingelegt.

Bereits im Februar hatte der zuständige Senat entschieden, dass ein Rennfahrer ohne Schutzhelm bei einem Sturz keinen Anspruch auf Schadenersatz hat (AZ: I-1 U 182/06).

Quelle: n-tv.de

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