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Deutschlands beliebtester Pick-Up soll Ford auch künftig als Alleskönner Freude machen.
Deutschlands beliebtester Pick-Up soll Ford auch künftig als Alleskönner Freude machen.(Foto: Textfabrik/Busse)

Ein Pick-up im Höhenflug: Ford Ranger soll die Spitze verteidigen

Von Axel F. Busse

Der Deutschen liebster Pick-Up ist der Ford Ranger. Damit das so bleibt, wird der in Südafrika gebaute Kleinlaster nun mit Start-Stopp-Automatik, einem effizienteren Antriebsstrang und einer Reihe von Assistenzsystemen angeboten.

4x4-Antrieb nebst Getriebe-Untersetzung vergrößern den Aktionsradius beim Ranger.
4x4-Antrieb nebst Getriebe-Untersetzung vergrößern den Aktionsradius beim Ranger.(Foto: JEAN-MICHEL LE MEUR)

Nur selten gelingt es Ford, die in Deutschland in vielen Segmenten dominierende Marke Volkswagen hinter sich zu lassen. Doch bei den Pick-Ups ist der Abstand deutlich, obwohl auch der VW Amarok Erfolge vorzuweisen hat. Annähernd 6000 Neuzulassungen des als Nutzfahrzeug geführten Pritschenwagens zählte die deutsche Dependance des US-Herstellers vergangenes Jahr, was etwa einem Drittel des Gesamtmarktes in diesem Segment entspricht.

Damit die Fahrzeuge nicht nur um ihrer Transportkapazität willen geliebt werden, sondern auch als Lifestyle-Laster mehr Freunde finden, überbieten sich die Produzenten seit einiger Zeit in der Aufrüstung mit Komfort- und Sicherheits-Ausstattung. In den knorrigen Lademeistern soll man sich möglichst so wohl fühlen wie in einer Limousine oder einem SUV. Ein 4x4-Antrieb wird dann zur Erweiterung für den individuellen Aktionsradius nur zu gerne in Anspruch genommen.

Zwei Drittel wählen gehobene Ausstattung

Die Bergabfahrhilfe dosiert das Tempo ohne Zutun des Fahrers.
Die Bergabfahrhilfe dosiert das Tempo ohne Zutun des Fahrers.(Foto: Textfabrik/Busse)

Ford trägt dieser Tatsache Rechnung, indem nur noch eine von zwölf möglichen Motor-Getriebe-Varianten mit reinem Heckantrieb angeboten wird. Die übrigen, die mit Dieselaggregaten zu 2,2 (Vierzylinder) oder 3,2 Litern Hubraum (Fünfzylinder) ausgestattet sind, verfügen über einen zuschaltbaren Allradantrieb, der sie im Gelände fast unschlagbar macht. Die Leistungspalette liegt zwischen 130 und 200 PS. Nach Aussage von Ford Deutschland werden zu mehr als zwei Dritteln die höheren Ausstattungslinien Limited und Wildtrack geordert.

Das überrascht umso mehr, als die Grundkonstruktion des Pick-Ups von eher schlichter Natur ist. Während bei Konkurrenzprodukten zur Verbesserung des Fahrkomforts inzwischen auch Einzelradaufhängung zum Einsatz kommt, vertraut Ford weiterhin auf die bewährte Starrachse mit Blattfedern, die den Bodenkontakt von Leiterrahmen nebst Aufbau herstellen. Dieser ist weiterhin in drei Varianten erhältlich, wobei die Einzelkabine gewöhnlich für den reinen Nutzfahrzeugeinsatz gewählt wird und die Doppelkabine das Wohlfühlniveau einer SUV-Beförderung simulieren soll.

Auch im Pick-up wird beim Interieur inzwischen auf Wohnlichkeit gesetzt.
Auch im Pick-up wird beim Interieur inzwischen auf Wohnlichkeit gesetzt.

Von der Installierung einer elektrischen Servolenkung werden zweierlei Effekte erwartet: Einerseits eine problemlose Handhabung des mit Anhängerkupplung immerhin fast 5,50 Meter langen Straßendampfers, andererseits die Senkung des Kraftstoffverbrauchs, die bei Verwendung einer hydraulischen Lenkunterstützung nun mal nicht zu vermeiden ist. Tatsächlich erwies sich das Manövrieren bei der Testfahrt sowohl im Gelände als auch auf der Straße als unkompliziert und Pkw-nah. Der Geradeauslauf ist tadellos. Was aus Sicht des Herstellers noch für den Ranger spricht, ist die Tatsache, dass er als erster Pick-Up beim Euro-NCAP-Crashtest die Höchstwertung von fünf Sternen erhielt.

Abseits befestigter Wege glänzt der neue Ford Ranger mit einer Wattiefe von 800 Millimetern, die Bodenfreiheit beträgt 230 Millimeter. Das Zubehörprogramm bietet zwar einen extern montierbaren Schnorchel an, der aber nicht der Erhöhung der Wattiefe, sondern der besseren Luftreinigung in staubigem Gelände dient. Mit einem Böschungswinkel von 28 Grad vorne und 25 Grad hinten sieht der Ranger-Fahrer selbst steilen Hindernissen gelassen entgegen. Das elektronisch gesteuerte Verteilergetriebe erlaubt es, je nach Anforderung während der Fahrt bis maximal 120 km/h mit Hilfe des Drehknopfes auf der Mittelkonsole zwischen Hinter- und Allradantrieb zu wechseln.

Wechsel zu Allrad bis 120 km/h

Für hohes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen oder bei Bergabfahrt mit Motorbremse kann im 4x4-Modus zudem die "4L"-Untersetzung aktiviert werden. Gleichzeitig verbessert die elektronische Sperrung des optional verfügbaren hinteren Differenzials (416,50 Euro als Teil des Offroad-Pakets) die Traktion unter schwierigen Geländebedingungen. Die Bergabfahrkontrolle steht sowohl beim Vorwärts- als auch beim Rückwärtsfahren zur Verfügung und reguliert die Geschwindigkeit bei Bergabfahrten im Gelände, ohne dass vom Fahrer Gas- oder Bremspedal betätigt werden muss. Die Anhängelast wird mit bis zu 3500 Kilogramm beziffert.

Um traditionelle Pkw-Kunden für das Pick-Up-Gefühl zu erwärmen, wird eine Auswahl an Assistenzsystemen angeboten, die den Umstieg erleichtern könnten. Der Ford Ranger bietet auf Wunsch das sprachgesteuerte Kommunikations- und Entertainmentsystem Ford SYNC 2 mit hochauflösendem, berührungsempfindlichem 8-Zoll-Bildschirm. Serienmäßiger Bestandteil dieses Systems ist ein Notrufassistent. Darüber hinaus sind Spurhalteassistent, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Auffahrwarnung und Verkehrsschilderkennung im Paket für 975,80 Euro verfügbar.

Einparkhilfe vorne und hinten, Rückfahrkamera sowie das Elektronische Sicherheits- und Stabilitätsprogramm (ESP) mit integriertem Überschlagschutzsystem ROM (Roll-Over Mitigation) und Anhängerstabilisierung ergänzen das Programm. Von 27.846 Euro (für die Einzelkabine mit Heckantrieb) bis 44.833 Euro für die 200-PS-Automatik-Version mit Doppelkabine und Wildtrack-Ausstattung reicht die Preisliste.

Quelle: n-tv.de

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