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Optisch bleibt der neue Ford Kuga seinen Wurzeln treu.
Optisch bleibt der neue Ford Kuga seinen Wurzeln treu.

Kampfpreise gegen die Konkurrenz: Ford Kuga will Knauserkönig sein

Nach vier Jahren löst ein neuer Kuga seinen recht erfolgreichen Vorgänger nun auch in Europa ab. Ford verspricht mehr Raum, neue Assistenzsysteme und einen Kampfpreis. Der soll auch die Distanz zu den Mitbewerbern schaffen.

Mit zwei Endrohren gibt Ford dem Kuga am Heck einen sportlichen Auftritt.
Mit zwei Endrohren gibt Ford dem Kuga am Heck einen sportlichen Auftritt.

Kompakt-SUV kommen an in Europa und widersetzen sich weiterhin allen Katastrophenprognosen über kleiner werdende oder stagnierende Märkte. Dem Ford Kuga waren bisher sogar als Auslaufmodell noch beachtliche Zuwachsraten bescherte. Für Ford kann das, in der zur Zeit nicht so erfreulichen Situation in Europa, aber nicht genug sein. Deshalb fährt im März ein komplett erneuerter Kuga in die Schauräume der deutschen Händler. Bei dem Neuen hat Ford großen Wert auf den Wiedererkennungseffekt gelegt. Deshalb ist das jetzt acht Zentimeter längere und 4,52 Meter messende SUV den wesentlichen Designmerkmalen seines Vorgängers treu geblieben.

Schnell Entschlossene zahlen weniger

Anders als der bietet er aber jetzt mehr Platz und zahlreiche Assistenzsysteme. Vor allem aber mit seinen Kampfpreisen dürfte er die Konkurrenz aus Korea und Wolfsburg ärgern. Als frontgetriebenes Einstiegsmodell ist der Kuga mit neuem 150 PS starkem 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer zu Preisen ab 24.000 Euro zu haben. Während einer zeitlich nicht limitierten Einführungsphase gibt es dieses Modell sogar ab 20.990 Euro. Ein Basispreis, der 6700 Euro billiger als bisher ausfällt und in dieser Klasse nur noch von schwächer motorisierten Kia Sportage und Hyundai ix35 um ein paar 100 Euro unterboten wird. Sogar mit dem stärksten 2,0-Liter-Diesel ist der Kuga günstiger als bisher. 29.500 Euro berechnet Ford für den neuen Allradler mit 163 PS. Damit ist der etwa 1200 Euro billiger als bisher und kostet 3600 Euro weniger als ein vergleichbarer VW Tiguan.

Der Kuga ist die Speerspitze der neuen SUV-Offensive von Ford.
Der Kuga ist die Speerspitze der neuen SUV-Offensive von Ford.

Konzipiert wurde der neue Kuga als Weltauto im Rahmen der sogenannten "One-Ford"-Strategie. Eine Politik, von der Ford Köln im Unterschied zu früheren Weltauto-Experimenten zu profitieren scheint. Immerhin stammen Design, Motoren und Fahrwerkstechnik des Kuga aus europäischen Entwicklungszentren. Gebaut wird er im spanischen Valencia. Der Kuga bildet die Speerspitze einer SUV-Offensive, die innerhalb eines Jahres durch den kleineren EcoSport aus südamerikanischer Entwicklung und den großen Edge aus dem nordamerikanischen Ford-Portfolio Verstärkung erfahren wird. Allerdings soll der Kuga in diesem Reigen den Klassenprimus geben. Im harten Konkurrenzumfeld ein mehr als ehrgeiziges Ziel, was die Verkaufszahlen angeht.

Neue Assistenzsysteme und zu kurze Sitze

Primus ist der Kuga durch die Fülle neuer Assistenzsysteme wie Abstandskontrolle, Müdigkeitswarner und automatisches Notbremssystem. Daneben glänzt das SUV durch praktische Helfer wie zum Beispiel eine elektrische Heckklappenöffnung via Bewegungssensor. Schwingt man den Fuß unterhalb des Stoßfängers, wird ein merklich größer gewordenes Ladeabteil freigegeben, das nunmehr 481 Liter (mit Reifenreparaturset) offeriert und sich bei umgelegter Rückbank bis auf 1653 Liter Ladevolumen erweitern lässt.

Ein Kick unter den Stoßfänger am Heck öffnet den Kofferraum.
Ein Kick unter den Stoßfänger am Heck öffnet den Kofferraum.

Trotz unveränderten Radstands bietet das auf neuer Plattform konstruierte Familien-SUV wesentlich größere Bewegungsfreiheit im Fond. Schade nur, dass die Sitzflächen zu kurz geraten sind. Viel- und Langstreckenfahrer werden aber die nun bessere Geräuschisolation des 1,70 Meter hohen Crossovers genießen. Maßstäbe setzt Ford bei der gleichermaßen komfortablen wie sportiven Fahrwerksabstimmung. Hier wird der Kuga auch dem Gattungsnamen SUV in jeder Hinsicht gerecht.

Dank der variablen Kraftverteilung für den aufpreispflichtigen Allradantrieb, mit der das Drehmoment auf die einzelnen Räder geleitetet werden kann, präsentiert sich der Ford fast schon als Fahrspaßmaschine, dass sich extrem leichtfüßig fahren lässt. Was jetzt noch fehlt, ist eine entsprechend starke Spitzenmotorisierung.

Schalter und Tasten im Überfluss

Eine Flut von Knöpfen und Schaltern verwirrt und ein viel zu kleines Display quält die Augen.
Eine Flut von Knöpfen und Schaltern verwirrt und ein viel zu kleines Display quält die Augen.

Im Kampf um den Rang des Knauserkönigs könnte Ford mit dem Kuga punkten. Mit einem Normverbrauch von 5,3 Litern auf 100 Kilometer zählt der 140 PS starke Diesel - zumindest auf dem Datenblatt - in seinem Segment zu den Besten. Im Alltag darf es natürlich wie immer deutlich mehr Diesel sein, aber es gelingt doch, die Sechs vor dem Komma zu wahren. Noch niedriger wäre der Verbrauch wahrscheinlich mit Start-Stopp-Automatik. Die gibt es aber nur für den Basis-Benziner. Dafür sind die Diesel auf Wunsch mit Doppelkupplungsgetriebe bestellbar, während es für den Ottomotor derartige Optionen nicht gibt. Der Basis-Benziner verfügt über eine manuelle Sechsgangschaltung, der stärkere Sauger über eine Sechsstufenautomatik.

Im Cockpit des neuen Kuga gibt es hingegen keine Verbesserungen. Die Kommandozentrale ist mit verwirrend vielen Schaltern und Tasten ausgestattet und der Monitor für Bordcomputer und optionale Navigation ist weiterhin viel zu klein. Und noch ein Minuspunkt: Die Mittelkonsole ist so umfangreich dimensioniert, das von dem eigentlich großzügigen Platzangebot auf den vorderen Plätzen gefühlt viel verloren geht.

Dennoch: In den USA zählt der Kompakt-SUV unter dem Namen Escape bereits zu den Segmentführern und auch in Europa hat dieser Ford gute Chancen einigen Wettbewerbern das Leben schwerer zu machen – vor allem dann, wenn der Preis entscheidet.

Quelle: n-tv.de

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