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Den Elektroantrieb erkennen nur Fachleute: Mit Kohlefaser und Titan wurden die E-Bikes auf 10 bis 12 Kilo abgespeckt.
Den Elektroantrieb erkennen nur Fachleute: Mit Kohlefaser und Titan wurden die E-Bikes auf 10 bis 12 Kilo abgespeckt.

Mit Kohlefaser und Titan: Gewichtsrekord für E-Bikes

E-Bikes genießen nach wie vor das zweifelhafte Image einer Mobilitätshilfe. Jetzt werden die elektrischen Räder sportlich.

Die Fahrräder mit "elektrischem Rückenwind" galten bisher vor allem als Mobilitätshilfe für ältere Zeitgenossen, die sich vor allem dem Genussradeln hingaben. Bei den sportlich orientierten Pedaleuren genossen diese Räder daher keinen allzu guten Ruf. Doch inzwischen haben die E-Bikes so gut wie alle Segmente erobert - und dank der immer kleiner werdenden Komponenten erkennt nur der geübte Blick die elektrische Tretunterstützung.

Das noch junge Münchner Unternehmen Electrolyte Bicycles ist jetzt noch einen Schritt weitergegangen und wagt sich in eine Szene, die bisher allein den absoluten Puristen unter den Radfreunden vorbehalten war: Die Modelle "Düsenjäger", "Bürohengst" und "Straßenfeger" sind als Singlespeed-Modelle konstruiert und zeigen, dass E-Bikes auch als sportlich ausgelegte Leichtgewichte auf die Straßen rollen können. Bisher brachten die leichtesten Elektrofahrräder mindestens zwischen 18 und 20 Kilogramm auf die Waage. Durch Materialien wie Kohlefaser und Titan wiegen die elektrisch unterstützen Renner jedoch nur noch zwischen 10 und 12 Kilogramm.

Kleinerer Akku reicht nur für 20 Kilometer

Neben dem Einsatz besonders leichtgewichtiger Materialien erreichen die drei Münchner Jungunternehmer das Rekordgewicht per Reduktion auf das Wesentliche. Der Akku ist kleiner als bei konventionellen E-Bikes und wiegt nur 1,3 Kilogramm (36 V, 3 Ah), was allerdings die Reichweite auf maximal 20 Kilometer beschränkt. Den Konstrukteuren kam es bei der Entwicklung vor allem auf eine gute Beschleunigung ihrer für die dynamische Fahrt in der Stadt gedachten Räder an, und daher besitzen die Modelle den sogenannten Turbo-Knopf, der beim Start vom ersten Moment an die volle Leistung des Hinterrad-Nabenmotors mit seinen 250 Watt bereitstellt. Die elektrische Unterstützung bleibt bis maximal 25 km/h erhalten. Bleibt der Schalter unbenutzt, ist das Velo ein normales sportliches Rad, das allein mit Muskelkraft auf Touren gebracht werden muss. Im Gegensatz zu den "bürgerlichen Bikes" besitzen die Modelle von Electrolyte keine weiteren Leistungsstufen oder eine Gangschaltung.

Während die trendigen Singlespeed-Räder oft sogar auf Bremsen verzichten, besitzen die Electrolyte-Modelle feinste Shimano-Bremsen. Auch bei den restlichen Komponenten setzt die Manufaktur auf renommierte Anbieter. So stammen die Räder von Mavic, der Sattel von Syntace und die Pedalen von Wellgo. Die drei Modelle kommen im Frühjahr auf den Markt und werden von ausgewählten Fachhändlern in begrenzter Auflage angeboten. So sind vom Basismodell "Straßenfeger" mit Alurahmen 120 Exemplare für jeweils 3.160 Euro geplant. Der "Bürohengst" mit Titan-Rahmen und -Gabel soll nur zwölf mal gebaut werden, und auch vom "Düsenjäger" mit Karbon-Gabel sind nur ein Dutzend Exemplare geplant. Für die beiden Topmodelle nennt Electrolyte keinen Preis, weil sie nach den individuellen Wünschen der Interessenten gebaut werden.

Hinter Electrolyte stehen die Ingenieure Matthias Blümel und Sebastian Wegerle sowie der Designer Martin Meier. Sie wollen "Fahrräder mit elektrischer Unterstützung bauen wollten, die gleichzeitig attraktiv sind und beim Fahren Spaß machen."

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Quelle: n-tv.de

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