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Hochdach ist inGroßangriff der Familienkutschen

12.04.2012, 14:31 Uhr
imagevon Holger Preiss
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Der Skoda Roomster wird konservativer, aber dafür auch größer. (Foto: Lars Saeltzer)

Eigentlich sind sie kleine Lieferwagen. Doch auf der Suche nach günstigen Familienautos wurden sie zuerst von den pfiffigen Franzosen umgerüstet, heißen inzwischen Hochdachkombis und verkaufen sich gut. Insofern verwundert es nicht, dass quer durch alle Hersteller in dieses Segment immer mehr investiert wird.

Angefangen hatte alles mit dem Citroen Berlingo. Im Jahr 1996 begründeten die Franzosen gemeinsam mit Partner Peugeot das Segment der Hochdachkombis. Bis heute erfreuen die sich bei Familien mit entsprechendem Anhang und kleinem Budget größter Beliebtheit. Sie sind inzwischen sogar so beliebt, dass weder die Underdogs noch die Premiumhersteller auf Fahrzeuge in dem Segment verzichten möchten.

Renaults Billigmarke Dacia wird im Herbst den Dokker auf den Markt bringen und Mercedes will, ebenfalls in Kooperation mit dem französischen Staatskonzern, im September einen Hochdachkombi präsentieren, der unter dem schönen Namen Citan firmieren wird. Er soll den extrem glücklosen Vaneo ersetzen, dessen Halbwertzeit gerade mal drei Jahre betrug. Es wird gemunkelt, dass der neue Schwabe dann sogar schon ab 17.000 Euro zu haben ist. Wenn dem so ist, wäre das wohl die eindeutigste Kampfansage an die Mitbewerber.

Zudem will Mercedes dem Citan, dessen Name sich aus "City" und "Titan" zusammensetzt, mittels eines eigenständigen Innenraums und einer speziellen Fahrwerksauslegung seinen eigenen Stempel aufdrücken. Augenfälligstes Merkmal wird aber wohl der in den neuen Generationen markentypische Kühlergrill mit dem integrierten Stern sein. Unter der hohen Haube sollen vornehmlich Diesel und ein Benziner stecken, die ein Leistungsspektrum von etwa 75 bis 110 PS abdecken.

Auch der Bulli wird geliftet

Angesichts der erstarkenden Konkurrenz sieht sich auch VW in der Pflicht, den gerade erst aufgehübschten Bulli erneut zu überarbeiten. 2009 wurde der T5 modifiziert, im kommenden Jahr soll er mit LED-Tagfahrlicht und einer neuen Generation von Navigationsgeräten ausgestattet werden. Dann werden sparsame Motoren wie ein 1,6-Liter-Diesel mit 90 bis 105 PS im Bulli arbeiten.

Vor allem gegen den Ford Transit Connect soll der geliftete Bulli erfrischt ins Rennen gehen. Der hat inzwischen auch schon neun Jahre auf dem Buckel, punktet aber, wenn er dieses Jahr auf den Markt kommt, mit einem flexiblen Innenraum für acht bis neun Personen und zahlreichen Assistenzsystemen, die in dieser Klasse bisher kaum zu haben waren. Unter anderen sind Spurhalte- und Notruf-Assistent, Müdigkeitswarner, Rückfahrkamera und eine Sprachsteuerung für das Navigationssystem optional zu haben. Neben dem Personentransporter wird Ford auch einen Kastenwagen und einen Kombi-Bus anbieten.

Optisch wird sich der Neue an dem Transit-Nachfolger anlehnen und nicht mehr in der Türkei, sondern im spanischen Valencia gebaut werden. So werden im Werk Kocaeli Kapazitäten für ein weiteres Modell frei. Zum Beispiel könnte Ford einen Microvan gegen Citroen Nemo, Fiat Quobo und Peugeot Bipper ins Rennen schicken.

Skoda kommt mit neuem Roomster

Eine Nummer über den Microvans, aber nicht minder zielorientiert bringt sich auch Skoda mit einer neuen Version des Roomster ins Gespräch. Deutlich gewachsen, aber wesentlich konservativer soll der Tscheche 2013 dann als Van auf den Markt kommen und seinem VW-Bruder Touran Konkurrenz machen. Sollte der Roomster dann auf der Basis des Rapid stehen, sind Einstiegspreise unter 20.000 Euro möglich.

Bei den Motoren greift Skoda auf die Palette der aus Wolfsburg kommenden Motoren zurück. Deshalb geht der Trend auch hier zum Downsizing. Der 1,2-Liter-Turbobenziner kommt auf 105 PS. Der 1,4-Liter auf beachtliche 140 PS. Bei den Dieseln bleibt man bei Hausmannskost: Vierzylinder-Motoren mit 1,6 und 2,0 Liter Hubraum und einer Leistung zwischen 90 und 177 PS.

Quelle: ntv.de