CO2-Grenzen bei Neuwagen: Gut, aber noch nicht genug
In Sachen Verbrauchsreduzierung fahren die Automobilhersteller weiter Erfolge ein. Der Weg bis zum Ziel ist aber noch lang. Vor allem die Deutschen liegen weit über den EU-Vorgaben.
In Europa zugelassene Neuwagen werden immer sparsamer. Der durchschnittlicheCO2-Ausstoß pro Fahrzeug sank im vergangenen Jahr auf 145,67 Gramm pro Kilometer,nach 153,5 Gramm im Jahr 2008, wie der europäische Umweltverband Transport &Environment jetzt mitteilt.
Grund für den deutlichen Rückgang sind der Untersuchung zufolge vor allem technischeVerbesserungen an den Fahrzeugen, etwa an Motoren und der Aerodynamik. Sie machenmehr als die Hälfte der Reduzierung aus. Der Rest ist durch die zahlreichen nationalenAbwrackprämien bedingt, die zu einem Boom bei Kleinwagen geführt haben. Deren relativniedriger CO2-Ausstoß schlägt sich in der Statistik nieder – allerdings nur in diesemeinen Jahr.
Fiat ist CO2-Spitzenreiter
Die größten Verbesserungen hat Toyota erreicht; die Japaner reduzierten den durchschnittlichenCO2-Ausstoß ihrer Neuwagen um zehn Prozent auf 132 Gramm pro Kilometer. Branchenweitist das der zweitgeringste Emissionswert. Besser ist nur noch Fiat mit 131 Grammpro Kilometer, einem Minus von 5,3 Prozent gegenüber 2008.
Die deutschen Konzerne rangieren weiterhin am Ende der Öko-Liste. BMW kommt miteinem CO2-Ausstoß von 151 Gramm und einer Reduzierung um 1,8 Prozent auf Rang elf,der VW-Konzern mit seinen zahlreichen Marken erreicht mit 153 Gramm und 4,1 ProzentRang 12. Der Flottenausstoß bei Daimler mit Mercedes-Benz, Maybach und Smart beträgt167 Gramm, was nur für den vierzehnten und letzten Platz reicht. Die Stuttgarterkonnten den Wert gegenüber dem Vorjahr aber immerhin um 4,8 Prozent senken.
Deutsche müssen nachholen
Für das Erreichen des EU-Grenzwerts sind jedoch bei den Deutschen noch große Anstrengungennötig. Daimler etwa muss die Emissionen um 18 Prozent reduzieren, um auf den Zielwertvon 137 Gramm zu kommen. BMW benötigt nur noch eine achtprozentige Reduzierung biszu seinem Wert von 139 Gramm. Die Ziele sind unterschiedlich hoch, da sie sich auchan der Größe der Fahrzeuge im Angebot eines Herstellers orientieren. So sollen Wettbewerbsnachteilefür die deutsche Industrie vermieden werden, die im Gegensatz zu Italienern undFranzosen vor allem große und verbrauchsstarke Fahrzeuge verkauft.
Trotzdem sind die Hersteller kleiner Autos ihrem Ziel näher. Toyota benötigt nurnoch eine vierprozentige Verbesserung, um die nötigen 127 Gramm zu erreichen. DerPSA-Konzern mit seinen Marken Peugeot und Citroen ist noch fünf Prozent über seinemSoll von 129 Gramm, Fiat fehlen acht Prozent bis 121 Gramm. Allerdings werden weitereVerbesserungen immer schwieriger, je näher der Grenzwert kommt. Denn viele technischeSparoptionen sind bereits gezogen, etwa Stopp-Start-Systeme, Leichtlaufreifen odersparsamere Motorengenerationen.
Quelle: n-tv.de


