Mittwoch, 01. Juli 2009
Vor der MPU: Gut beraten lassen
Auf eine sogenannte Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) bereiten sich Autofahrer am besten mit professioneller Hilfe vor. Das rät der TÜV Süd in München.
Wer zur MPU muss, sollte sich möglichst schnell nach dem Führerscheinentzug bei einem kostenlosen Informationsabend einen Überblick verschaffen. In kostenpflichtigen Einzelberatungen sollte dann ein "Fahrplan" mit Hilfestellungen wie Gruppenkursen oder Suchtbehandlungen entwickelt werden. Der TÜV warnt zugleich allerdings vor unseriösen Angeboten wie einer "Geld zurück"-Garantie für den Fall, dass der Teilnehmer in der MPU scheitert. Es dürfe bei der Vorbereitung nicht nur darum gehen, eine schauspielerische Leistung für die Prüfung einzuüben.
Mehr als 100.000 MPUs im Jahr
Bevor Autofahrer nach einem schwerwiegenden Vergehen im Straßenverkehr ihren Führerschein zurückbekommen, ist die Überprüfung der Fahreignung in der MPU gesetzlich vorgeschrieben. Neben einer ärztlichen Untersuchung und dem ausführlichen Gespräch mit einem Verkehrspsychologen über sein Fehlverhalten muss der Fahrer dabei an einem Testgerät seine Reaktionsfähigkeit nachweisen.
Führerscheinstellen beantragten im Jahr 2007 laut Bundesanstalt für Straßenwesen in Bergisch Gladbach für etwas mehr als 100.000 Menschen eine MPU. Der häufigste Anlass - in mehr als jedem zweiten Fall - ist Alkohol am Steuer. Dafür muss beim Fahrer ein Wert von 1,6 Promille oder mehr festgestellt werden. Wird der Autofahrer mehrmals betrunken ertappt, reicht schon ein niedrigerer Wert. Wiederholungstäter weisen laut TÜV Süd oft hohe Promillezahlen auf.
Alkohol, Drogen oder 18 Punkte
"Die zweithäufigste Ursache für eine MPU ist eine Fahrt unter Drogeneinfluss", sagt der TÜV-Verkehrspsychologe Thomas Wagenpfeil. Auch diese Verkehrssünder müssen sich der Untersuchung bei einer der rund 250 amtlich zugelassenen Stellen unterziehen. Dabei können sie selbst entscheiden, wo die 400 bis 500 Euro teure MPU stattfindet.
Auch nach Verkehrsverstößen ohne Drogen- oder Alkoholeinfluss kann eine Überprüfung der Fahreignung beantragt werden. Wer 18 Punkte oder mehr im Verkehrszentralregister in Flensburg ansammelt, bekommt seinen Führerschein erst nach der MPU zurück. Diese Verhaltensweise berge wie die anderen beiden Ursachen eine hohe Wiederholungsgefahr, sagt Wagenpfeil: "Die MPU soll die Leute bewegen, diese Gewohnheiten zu ändern." Nur ganz selten könnten körperliche Gebrechen oder andere Ausnahmen zu der etwa dreistündigen Überprüfung führen.
mme/dpa
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