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Mit der Studie des Genesis New York gibt Hyundai einen weiteren Blick auf die Entwicklung seiner Premiummarke.
Mit der Studie des Genesis New York gibt Hyundai einen weiteren Blick auf die Entwicklung seiner Premiummarke.(Foto: AP)

Studie Genesis New York: Hyundai präsentiert scharfes Premium-Coupé

Von Holger Preiss

Die Studie von Hyundais Premiummarke Genesis war auf der Automesse in New York ein echter Blickfang. Schlank, scharf und mit langer Motorhaube präsentierten die Koreaner ihre Idee von einem Coupé.

Ein schmales Lichtband und fette Endrohrblenden zieren das Heck des Genesis New York.
Ein schmales Lichtband und fette Endrohrblenden zieren das Heck des Genesis New York.

Vor zwei Jahren verriet Hyundais Chefdesigner Peter Schreyer in einem Interview mit n-tv.de, dass er noch einmal einen richtigen Sportwagen zeichnen möchte. Bis dato haben sich die Koreaner dem Trend folgend auf SUV und Limousinen kapriziert. Mit der Erschaffung der Submarke Genesis, die unter dem Hyundai-Dach jetzt teure Edelkarossen verkaufen soll, hat der Schöpfer des Audi TT nun Gelegenheit bekommen, wieder einen echten Flitzer zu kreieren. Ob das auf der Autoshow in New York vorgestellte Concept mit dem Namen der Metropole das Zeug hat, eine Legende wie der TT zu werden, wird sich zeigen.

Keine abgedrehte Vision

Fakt ist, dass die schnittige Studie keine abgedrehte Vision ist. Bereits am Big Apple versprachen die Koreaner, dass der Viertürer, der von der Größe zwischen einem Audi A5 und A7 liegen dürfte, bereits in 18 Monaten zu den Händlern rollen wird. "Dieses Auto ist kein richtiges Show Car", betont Schreyer. "Es ist vielmehr ein Ausblick auf die Entwicklung von Genesis. Einer Marke, die noch nichts vorgibt. Ein Traum für jeden Designer. Wir können uns auf einem weißen Blatt Papier voll ausleben."

Wer will, kann so einige alte Bekannte in der Silhouette des Genesis New York wiederfinden.
Wer will, kann so einige alte Bekannte in der Silhouette des Genesis New York wiederfinden.

Die Front wird durch einen riesigen hexagonalen Kühlergrill dominiert. Der vorgezogene Frontflügel unter dem Stoßfänger und die scharfkantigen Lufteinlässe sind nach den Worten von Chris Chapman, dem Designchef für Nordamerika, der Formel 1 entlehnt. "Diese Optik macht die Front noch viel breiter und bietet mehr Raum für die Gestaltung des restlichen Fahrzeuges", erklärt Chapman. Der bullige Eindruck wird von Powerdomes auf der Motorhaube und Entlüftungsschlitzen hinter den Vorderrädern ergänzt. Um die Seitenlinie noch mehr zu strecken, wurde auf die B-Säule verzichtet. Hinzu kommen ultraflache Seitenspiegel und der Verzicht auf Türgriffe.

Fahrleistungen überraschen nicht

Am Heck setzt sich der sportliche Anspruch fort. Ein schmales Leuchtband prägt die Rückseite, wobei die farblich abgesetzte, vierflutige Abgasanlage eindeutig dominiert. Dabei gibt sich der Antrieb gar nicht so mächtig. Zwar verspricht der 2.0-Liter-GDi-Hybrid mit einer Nennleistung von 245 PS und einem maximalen Drehmoment von 353 Newtonmeter ordentliche Fahrleistungen, schürt aber auch keine überzogenen Hoffnungen auf Rennkursfeeling. Verteilt wird die Kraft über eine Achtgang-Automatik an die Hinterräder.

Der Innenraum ist so futuristisch, dass sich davon vorerst nur sehr wenig in einem Serienmodell wiederfinden wird.
Der Innenraum ist so futuristisch, dass sich davon vorerst nur sehr wenig in einem Serienmodell wiederfinden wird.(Foto: REUTERS)

Kann man sich mit ganz kleinen Abstrichen die Außenhülle des Genesis New York bei einem Serienmodell vorstellen, sieht es beim Innenraum schon anders aus. Da erwartet den Piloten ein eckiges Lenkrad, das nach oben offen ist. Ein riesiger 21 Zoll großer Curved Monitor von LG, der sich weit über die Beifahrerseite spannt, sorgt für alle Informationen. Zentral im Blick des Fahrers liegt aber ein chromgerändertes analoges Rundinstrument. Wer hier nicht das Gefühl bekommt, gleich abzuheben, der ist selber schuld.

Gegen die etablierte Premiumwelt

Das neu entwickelte Bedienkonzept HMI (Human Machine Interface) soll laut Genesis die verschiedenen Anwendungen wie Navigationseingabe oder Musikauswahl noch leichter und vor allem schneller machen. Mit LED hinterlegte Luftauslässe und eine Vollleder-Ausstattung sowie die Verwendung edelster Materialien sollen für Wohlfühlatmosphäre sorgen. Ob das Coupé eine Chance hat, nach Europa zu kommen, muss abgewartet werden, denn bekanntermaßen sind die Pfründe hier zugunsten der deutschen Premiumhersteller klar verteilt.

Vorerst werden die Koreaner ihr Glück mit dem Coupé wohl in den USA suchen und den Luxusmarken der japanischen Konkurrenz die Kundschaft abspenstig machen. Bis dato hat Genesis eingesessenen Marken wie Infiniti, Acura und Lexus nur den G90 entgegenzusetzen. Den hatte n-tv.de aber schon im Praxistest und kann versichern, dass sich die Konkurrenz mit Blick auf ihn und das New Yorker Concept warm anziehen muss. Denn hier steckt unglaubliches Potenzial im und unter dem Blech.

Quelle: n-tv.de

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