Auto
Mit der neuen 1290 Super Duke GT lassen sich auch lange Strecken  komfortabel fahren, ohne deshalb auf den großen Fahrspaß des Super Duke-Konzepts verzichten zu müssen.
Mit der neuen 1290 Super Duke GT lassen sich auch lange Strecken komfortabel fahren, ohne deshalb auf den großen Fahrspaß des Super Duke-Konzepts verzichten zu müssen.

Gran Turismo mit Schmäh: KTM Super Duke wird langstreckentauglich

KTM macht sein Power-Nakedbike 1290 Super Duke R langstreckentauglich, ohne dabei die sportiven Eigenschaften zu verwässern. Herausgekommen ist ein Motorrad, das mit seiner Leistung im Sporttourersegment hervorsticht: die Super Duke GT.

Mit 2659 Neuzulassungen hat die ultrastarke KTM 1290 Super Duke R in ihren ersten beiden Verkaufsjahren einen Raketenstart hingelegt. Angesichts dessen verwundert es nicht, dass der österreichische Zweiradhersteller das erfolgreiche Grundkonzept nutzt und nun ein zweites Modell präsentiert, das auf der R-Version gründet. Während der Erstling eine kompromisslose Fahrmaschine darstellt, weist die neue 1290 Super Duke GT einen weitaus höheren Nutzwert auf: Mit ihr lassen sich auch lange Strecken hinreichend komfortabel absolvieren, ohne deshalb in nennenswertem Umfang auf den großen Fahrspaß des Super Duke-Konzepts verzichten zu müssen.

Zahlreiche Modifikationen

Besser gepolsterte Sitze sowie der mit einer Hand verstellbare Windschild bieten mehr Fahrkomfort.
Besser gepolsterte Sitze sowie der mit einer Hand verstellbare Windschild bieten mehr Fahrkomfort.

Die Mutation von der R- zur GT-Version bedingte zahlreiche Änderungen: Der Heckrahmen wurde verlängert und tragfähiger, um nicht nur einen Sozius, sondern auch das auf längeren Touren unverzichtbare Gepäck sicher transportieren zu können. Zugunsten größerer Reichweite wurde der Tank auf 23 Liter Fassungsvermögen vergrößert, die Sitzposition mittels eines 2,5 Zentimeter breiteren und einen Zentimeter höher positionierten Lenkers weiter entspannt. Dem Ziel, mehr Fahrkomfort zur Verfügung zu stellen, dienen zudem besser gepolsterte Sitze sowie der mit einer Hand verstellbare Windschild. Auch die Radführungen wurden verändert: In der GT sind die Feder- und Dämpfungselemente halbaktiv angesteuert. Die vielfältigen Maßnahmen haben natürlich auch einen höheren Preis zur Folge: Mit 17.995 Euro liegt die 1290 Super Duke GT um 2100 Euro über dem Preis der 1290 Super Duke R.

Für eine größere Reichweite wurde der Tank auf 23 Liter Fassungsvermögen vergrößert.
Für eine größere Reichweite wurde der Tank auf 23 Liter Fassungsvermögen vergrößert.

Der zugunsten von noch mehr Durchzug modifizierte V2-Motor mit 173 PS Spitzenleistung ist schlicht eine Macht: Enormes Anfahrdrehmoment, gigantischer Druck in der Drehzahlmitte (144 Nm Drehmoment bei 6750/min.) und ein breites nutzbares Drehzahlband zwischen 2500 und 10.000 Touren lassen jeden anderen Sporttourer blass aussehen. Sehr gut harmoniert das Sechsganggetriebe mit dem hochpotenten V2, der Quickshifter macht seine Sache ebenfalls prima - schade nur, dass er nicht auch über die "Blipper"-Funktion (kupplungsloses Zurückschalten) verfügt.

Nicht weniger souverän zeigen sich Fahrwerk und Bremsanlage: Fraglos spielt die KTM diesbezüglich in der absoluten Spitzengruppe mit. Das ABS verfügt sogar über einen Supermoto-Modus (Hinterrad-ABS deaktiviert) wie auch über eine Kurvenbremsfunktion. Das semiaktive Feder- und Dämpfungssystem arbeitet ebenfalls auf hohem Niveau.

Bequemes Touren

Natürlich ist die KTM vom Komfort eines Fullsize-Tourers ein Stück weit entfernt - das ist konzeptionell unvermeidlich. Doch Windschutz und Sitzkomfort machen es leicht möglich, zwei oder auch drei Tankfüllungen direkt hintereinander in schnelle Distanzüberbrückung umzuwandeln. Der Verbrauch pendelt laut Bordcomputer zwischen rund sechs Liter/100 km bei zurückhaltender Überlandfahrt und etwa acht Litern bei gasiger Bergstraßenfahrt mit vielen Beschleunigungsphasen. 250 bis 300 Kilometer sind also pro Tank möglich.

Der Lenker ist einen Zentimeter höher positioniert.
Der Lenker ist einen Zentimeter höher positioniert.

Nicht überzeugen kann die Menüführung des Bordcomputers: Veränderungen von Fahrwerk oder Motor-Mapping bedingen das Drücken mehrerer Knöpfe, wozu bei der Fahrt viel Konzentration vonnöten ist. Diesbezüglich haben andere Hersteller deutlich bessere Systeme zu bieten, deren Bedienung wesentlich einfacher ist. In allen anderen relevanten Details (Spiegel, Ablesbarkeit der Instrumente, Navi-Unterbringung etc.) gibt sich die KTM keine Blöße.

Zu einem funktional überzeugenden Sporttourer gehört selbstverständlich die Möglichkeit, Gepäck wettergeschützt zu transportieren. Dafür hat KTM neue Seitenkoffer (780 Euro) entwickelt, die sich sehr einfach am Motorrad befestigen und auch demontieren lassen; ein das Auge störendes Gestänge wurde durch eine pfiffige Befestigungsmöglichkeit überflüssig. Die Behälter fassen einen Integralhelm und liegen eng am Fahrzeug an; allerdings wird der Deckel im vorderen Bereich nicht mechanisch fest an den eigentlichen Koffer gedrückt, so dass bei Regen die Gefahr gegeben ist, dass trotz der vorhandenen Dichtung Wasser ins Innere eindringen kann.

Die 1290 Super Duke GT kostet 17.995 Euro.
Die 1290 Super Duke GT kostet 17.995 Euro.

Zur Steigerung der Touring-Qualitäten der GT hat KTM einen Grundträger für den GPS-Halter (87 Euro) entwickelt; er liegt oberhalb des Displays vorteilhaft im Sichtbereich. Außerdem sind unter den zahlreichen Zubehör- und Ausstattungsoptionen noch die beheizten Ergo-Sitzbänke für Fahrer und Sozius (243 bzw. 194 Euro) hervorzuheben, mit denen sich der Fahrkomfort weiter steigern lässt.

Gute Chancen

KTM hat bei der Mutation der 1290 Super Duke R zur GT also nichts dem Zufall überlassen, sondern ein extrem fahraktives Nakedbike zu einem nicht minder fahraktiven Sporttourer weiterentwickelt. Im kleinen Sporttourer-Segment ragt die Österreicherin mit ihrer extrem hohen, dabei aber bestens kontrollierbaren Motorleistung heraus. Alle Konkurrentinnen sind entweder deutlich schwerer oder leistungsschwächer: Zu nennen sind Honda VFR 1200F (173 PS, 267 Kilogramm), Kawasaki Z 1000 SX (142 PS, 231 Kilogramm) und BMW R 1200 RS (125 PS, 236 Kilogramm).

Auch ohne prophetische Fähigkeiten lässt sich sagen, dass sich die als echter Gran Turismo konzipierte KTM 1290 Super Duke GT dank ihrer vielen Pluspunkte im Vorderfeld des Sporttourer-Segments platzieren wird. Kein Schmäh.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen