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Bis zu 80 Kilometer soll der Electric Defender mit einer Batteriefüllung auf der Straße zurücklegen können.
Bis zu 80 Kilometer soll der Electric Defender mit einer Batteriefüllung auf der Straße zurücklegen können.

Emissionsfrei durch schweres Geläuf: Land Rover elektrisiert Defender

Von Holger Preiss

Emissionsfrei durch die Straßen - ein Traum, der sich für viele Autofahrer noch nicht erfüllt hat. Zu gering sind die Kapazitäten der Batterien, als dass die Serienfertigung für Hersteller und Kunden sinnvoll erscheint. Land Rover heizt den Traum jetzt erneut an und zeigt in Genf sein Kultmobil Defender als Elektro-Kraxler.

Auch im schweren Gelände soll der Electric Defender seine Arbeit mühelos verrichten.
Auch im schweren Gelände soll der Electric Defender seine Arbeit mühelos verrichten.

Während andere Hersteller sich aus dem Geschäft der Elektromobilität leise verabschieden, setzt Landrover einen seiner legendärsten Kraxler unter Strom. Auf dem Genfer Autosalon werden die Briten ihr Forschungsprojekt "Electric Defender" enthüllen. Dahinter verbergen sich sieben Fahrzeuge des legendären 4x4-Kultmodells, die komplett elektrisch angetrieben werden. Land Rover verspricht, dass trotz des "grünen" Antriebs keine Abstriche bei der Geländetauglichkeit gemacht wurden.

Bis zu acht Stunden durchs Gelände

In der in Genf vorgestellten Variante des Defender wurden Dieselmotor und Getriebe durch einen 95 PS starken Elektromotor ersetzt, der mit 330 Newtonmeter zur Sache geht und durch einen 300-Volt-Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 27 kWh befeuert wird. Damit kann der Offroader auf der Straße eine Strecke von 80 Kilometern zurücklegen. Im Geländeeinsatz, wo häufig mit geringem Tempo gefahren wird, soll der Akku etwa acht Stunden halten. Welche Wege in dieser Zeit zurückgelegt werden, hängt von der Beschaffenheit des Geläufs ab, so die Entwickler. Ist der Akku leer, soll mit Hilfe eines 7-kW-Ladegerätes die Befüllung nach vier Stunden abgeschlossen sein.

Der Akkumulator ruht dort, wo sonst das Dieselaggregat arbeitet.
Der Akkumulator ruht dort, wo sonst das Dieselaggregat arbeitet.

Verbaut wurde der etwa 410 Kilogramm schwere Akku im Motorraum. Das Leergewicht des Elektromodells liegt etwa 100 Kilogramm über der des Defender 110 und bewegt sich, je nachdem, ob der E-Motor den Defender als Pick Up, Hard Top oder Station Wagen antreibt, zwischen 2055 und 2162 Kilogramm. Um den Stromvorrat möglichst gut für den Antrieb auszureizen, wurde auf eine Wasserkühlung von Motor und Batterie verzichtet. Stattdessen werden sie von Luft umströmt. Besonderes Augenmerk galt der Bremskraftrückgewinnung, die an eine Bergabfahrhilfe gekoppelt ist und bis zu 80 Prozent der kinetischen Energie in Strom umwandeln soll.

Keine Serienproduktion geplant

Wie die konventionellen Geschwister verfügt der "Electric Defender" über eine Kombination aus permanentem Allradantrieb und Differenzialsperre. Da der Elektromotor sein maximales Drehmoment vom Start an freisetzt, konnte wie bei allen Elektroautos auch hier auf eine Gangschaltung verzichtet werden. Der E-Kraxler verfügt lediglich über ein einstufiges Getriebe, das mit dem Vierradantrieb gekoppelt ist und mit dem Faktor 2,7 untersetzt wird.

Die Grundlage für den Electric Defender bilden die Erfahrungen, die Land Rover bereits bei der Entwicklung des "Leopard 1" gesammelt hat - einem Elektroauto, das auf der Basis des Defender entwickelt wurde. In Serie wird aber auch der Electric Defender nicht gehen. Antony Harper, Leiter Forschung bei Jaguar Land Rover, beschreibt das Projekt Electric Defender als "eine rollendes Labor", mit dem die Möglichkeiten des Elektroantriebs selbst unter härtesten Off-road-Bedingungen untersucht werden soll. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, so Harper, dass einzelne Erkenntnisse aus den Tests später in die Serienfahrzeuge überführt werden.

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Quelle: n-tv.de

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