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Umwelthilfe kritisiert Dienstwagen: Manager mögen's dick und durstig

In den Dienstwagen-Fuhrparks deutscher Unternehmen finden sich immer noch überwiegend große und prestigeträchtige Autos. Vor allem in den Vorstandsetagen spielt Spritverbrauch kaum eine Rolle, wie eine neue Studie kritisiert.

Deutsche Vorstände fahren gerne große Limousinen, zum Beispiel den A8 von Audi.
Deutsche Vorstände fahren gerne große Limousinen, zum Beispiel den A8 von Audi.(Foto: Abdruck fuer Pressezwecke honora)

Zwei von drei Neuwagen in Deutschland werden als Dienst- oder Firmenwagen gekauft. Viele davon sind wahre Spritschlucker, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) jetzt ermittelt hat. Vor allem in den Vorstandsetagen wird weiterhin mehr Wert auf Leistung und Prestige als auf einen geringen Kraftstoffverbrauch gelegt.

Lediglich vier Unternehmen erhalten beim diesjährigen Dienstwagen-Check der Umweltorganisation ein gutes Zeugnis, versinnbildlicht durch eine "Grüne Karte". Mit einem niedrigen CO2-Flottenausstoß, sparsamen Vorstandsautos und einer guten Öko-Strategie beim Fahrzeugkauf punkteten der Düngemittelhersteller K+S, die Einzelhandelskette Kaiser's Tengelmann, der Solaranlagenhersteller Phoenix Solar sowie das Handelsunternehmen Tchibo.

Insgesamt befragte die DUH 162 Unternehmen nach ihren Dienstwagenflotten. 112 antworteten gar nicht erst auf die Fragen - sie erhielten automatisch die schlechteste Bewertung in Form einer symbolischen "Roten Karte". Auch von den 50 übrigen mussten sich 39 in der schlechtesten Bewertungskategorie einordnen. Bei sieben Unternehmen reichte es noch für einen Platz im Mittelfeld und die sinnbildliche "Gelbe Karte" - darunter Deutsche Bahn, Deutsche Telekom, Siemens sowie C&A.

Enttäuschende Ergebnisse

Wichtigstes Bewertungskriterium war der CO2-Ausstoß der gesamten Dienstwagenflotte. Als Referenzwert setzte die DUH den von der EU für 2012 vorgesehenen Emissionsgrenzwert von 130 Gramm pro Kilometer. Selbst die vier besten Unternehmen verfehlten diesen knapp, viele andere jedoch umso deutlicher. Am stärksten daneben lag von den teilnehmenden Unternehmen der Versicherer Münchner Rück mit 204 Gramm.

Ein weiterer Punkt bei der Bewertung waren die Dienstwagen des Vorstands und seines Vorsitzenden. Hier schnitt Tchibo-Chef Markus Conrad mit der vom Unternehmen als Dienstfahrzeug genannten Elektroversion des Smart Fortwo (umgerechnet 86 g CO2) besonders gut ab. Ausreißer nach oben war der VW Phaeton V10 TDI von Stefan Dräger, Chef der Drägerwerke (308 g CO2). Nicht zuletzt wurde auch die Fuhrparkstrategie der Unternehmen hinsichtlich der Berücksichtigung des Klimaschutzes bewertet.

Die DUH bezeichnet die Ergebnisse der Erhebung als enttäuschend. "Im Gegensatz zu vielen Spitzenpolitikern gehen die deutschen Manager mehrheitlich nicht mit gutem Beispiel voran und setzen aus Prestigegründen noch immer auf schwere und klimaschädliche Fahrzeuge", erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Umweltschützer kritisieren zudem die Intransparenz bei vielen Unternehmen; die fände man selbst bei solchen Firmen, die sich öffentlich das Gegenteil auf die Fahnen schreiben.

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Quelle: n-tv.de

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