Auto
Die lang gestreckte Frontpartie, die zum neuen Kodo-Design gehört, bestimmt die Silhouette des Mazda 3.
Die lang gestreckte Frontpartie, die zum neuen Kodo-Design gehört, bestimmt die Silhouette des Mazda 3.(Foto: Axel F. Busse)

Aller guten Dinge sind drei: Neuer Mazda fürs Kompakte

Von Axel F. Busse

Alle wollen immer nur das eine: den VW Golf ärgern. Und so schart der Primus der Kompaktklasse seine Konkurrenten weiter um sich. Ab dem 18. Oktober kommt der neue Mazda 3 in Deutschland hinzu. Was neu an dem Bestseller der Japaner ist, lesen Sie hier.

Die Heckklappe verbirgt ein 364 Liter großes Gepäckabteil, die Ladekante ist 69 cm hoch.
Die Heckklappe verbirgt ein 364 Liter großes Gepäckabteil, die Ladekante ist 69 cm hoch.(Foto: Axel F. Busse)

Seine Haltbarkeit hat er auf dem 15.000 Kilometer langen Weg vom Werk in Hiroshima bis zur Messehalle in Frankfurt schon unter Beweis gestellt, jetzt muss der Mazda 3 nur noch die Kunden überzeugen. Die Ziffer seiner Modellreihe hat dabei schon fast magische Bedeutung: Es ist das dritte Modell der neuen Designsprache Kodo und das dritte mit Sky-Active-Technologie. Schließlich wird auch noch die aktuelle Motorenfamilie zum Trio, denn als neues Aggregat kommt ein 1,5 Liter großer Vierzylinder hinzu.

Bis zum vergangenen Jahr war der Mazda 3 der unbestrittene Star im Ensemble der japanischen Marke. Dann erschien das Kompakt SUV CX-5 auf der Bühne und spielte ihn schon fast an die Wand. Auf dem Weg zu alter Stärke versucht die dritte Generation des Kompakten jetzt mit mehr Nutzwert, erweitertem Sicherheits- und Komfortangebot das Publikum zurück zu gewinnen. Was Mazda mit dem 3er-Modell nicht tun will: jede Nische besetzen. Eine dreitürige Version, sagt Deutschland-Geschäftsführer Josef Schmid, sei ebenso wenig geplant wie ein Kombi.

Start mit kleinem Vierzylinder

Den Fünftürer bevorzugen 90 Prozent der deutschen Mazda 3-Kunden.
Den Fünftürer bevorzugen 90 Prozent der deutschen Mazda 3-Kunden.(Foto: Axel F. Busse)

Vom Volkswagen Golf gibt es das alles, aber da an dessen Status sowieso hierzulande nicht zu rütteln ist, verlegt sich Mazda lieber darauf, anderen Importeuren Zehntel vom Marktanteil wegzunehmen. Noch dieses Jahr sollen vom neuen Mazda 3 etwa 2300 Neuzulassungen erreicht werden, im ersten vollen Jahr rund 14.000. Das wäre dann etwas mehr als ein Viertel des Gesamtvolumens der Marke, die in Deutschland nächstes Jahr die 50.000er-Marke knacken will.

Statt mit zweistelligen PS-Zahlen die Kunden in eine Sparversion des 4,46 Meter langen Fünftürers zu locken, spurtet Mazda gleich auf hundert. Das ist die Leistung des neuen Benzinmotors, der 1,5 Liter Hubraum hat und dank der ausgeklügelten Sky-Active-Bauweise mit rund fünf Litern Sprit je 100 Kilometer auskommen soll. Ebenso wie die beiden hubraumstärkeren Otto- und Dieselmotoren ist auch er mit einem Verhältnis von 14:1 verdichtet, was höher ist als bei den Saugmotoren der meisten Sportwagen. Allerdings produziert der kleine Motor nicht allzu viel Drehmoment, 150 Newtonmeter sind es genau, was sich im Fahrtest an langen Steigungen als mangelnde Durchzugskraft bemerkbar macht. Dagegen hilft häufiger Gangwechsel und hohe Drehzahlen. Die gehen aber zu Lasten des Verbrauchs.

Der Fahrer hat es also in der Hand: Das Temperament fordern, das der Motor zu leisten in der Lage ist oder eine etwas zähe Gangart in Kauf nehmen und den Verbrauch im Zaum halten. An Laufkultur und Geräuschkomfort nimmt es der Mazda-Motor jedenfalls mit gleich großen einheimischen Fabrikaten bravourös auf. Die Voraussetzungen für sparsames Fahren hat Mazda insofern verbessert, als dass das neue Auto leichter ist als der Vorgänger. Auch die Gewichtsreduzierung gehört zur Sky-Active-Strategie. Bis zu 70 Kilogramm wurden eingespart. Das Einstiegsmodell bringt 1190 Kilogramm auf die Waage.

Mit dem Head-Up-Display nimmt der Mazda 3 eine Sonderstellung in seiner Klasse ein.
Mit dem Head-Up-Display nimmt der Mazda 3 eine Sonderstellung in seiner Klasse ein.(Foto: Axel F. Busse)

Der kleine Motor dient natürlich auch dazu, den Einstiegspreis attraktiv zu gestalten. 16.990 Euro soll der schlichteste Mazda 3 kosten. Er hat dann außer 100 PS und fünf Türen auch eine Sechsgang-Handschaltung, Klimaanlage, Bordcomputer und eine Audioanlage. Der günstigste Golf kostet gegenwärtig 17.175 Euro, hat 85 PS, drei Türen und eine Fünfgang-Schaltung. Aber er ist eben ein Volkswagen, was sich spätestens beim Wiederverkauf bemerkbar macht. Mazda bietet außer dem Fließheckauto auch eine Limousine an, die in Deutschland aber auf höchstens zehn Prozent Volumenanteil an der Baureihe kommen dürfte. In den USA, Russland und China ist diese Karosserieform deutlich beliebter als hierzulande, wo 500 Euro mehr für sie verlangt werden als für den Fünftürer. Die Preisliste reicht bis 27.890 Euro, wo ein 150-PS-Diesel die Limousine in der höchsten Ausstattungslinie antreibt.

Erstmals mit Head-Up-Display

Mazda bietet die Diesel-Motorisierung zwar an, aber sie spielt beim 3er in Deutschland eine ebenso untergeordnete Rolle wie die Viertürer. Einer von zehn Mazda 3 wird mit dem durchzugsstarken 2,2-Liter-Diesel verkauft. Der Anteil könnte sich erhöhen, wenn der 1,5-Liter große Sky-Active-Dieselmotor fertig ist, für dessen Markteinführung es aber noch keinen Termin gibt. Die Prognose des Herstellers besagt, dass der 120 PS starke Benziner, der zwei Liter Hubraum hat, mit nahezu 70 Prozent der am häufigsten bestellte Motor sein wird. Der hat spürbar mehr Biss als der 1,5-Liter-Motor, soll sich aber ebenfalls mit 5,1 Litern Sprit je 100 Kilometer begnügen. Gleichzeitig geht der Hersteller davon aus, dass sich die meisten Kunden für die Center-Line-Ausstattung entscheiden werden. Sie wird für 20.290 Euro angeboten und bietet ab Werk 16-Zoll-Alufelgen, CD-Spieler, Tempomat, Klimaautomatik und Lederlenkrad. Das MZD-Connect-System mit 7-Zoll-Fabrtouchscreen, Sprachsteuerung und Freisprecheinrichtung sowie Social-Media-Integration ist ebenfalls inklusive.

Das neu gestaltete Cockpit wird in der Center-Line von dem aufrecht stehenden Monitor dominiert, der sicher nicht zufällig an die von BMW oder in der Mercedes A-Klasse verwendeten Lösungen erinnert. Neu und in der Kompaktklasse bisher einzigartig ist das Head-Up-Display, das bei Mazda Active Driving Display genannt wird. Im Unterschied zu den Systemen, die Fahrinformationen in die Windschutzscheibe projizieren, ist es bei Mazda eine bewegliche, transparente Fläche, die über der Instrumentenabdeckung in die Senkrechte fährt. Dort werden das Tempo, aber bei Bedarf auch Navigationshinweise abgebildet, damit der Fahrer seltener den Blick von der Straße nehmen muss. In der höchsten Ausstattungslinie Sports-Line ist dieses System inklusive. Mit dem 120-PS-Benzinmotor kostet der 3er dann 23.290 Euro. Wer eine Sechsgang-Automatik mit Lenkrad-Schaltwippen haben möchte, muss noch einmal 1900 Euro draufpacken.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen