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Zum Auftakt der NAIAS in Detroit präsentiert Mercedes seinen gelifteten GLA.
Zum Auftakt der NAIAS in Detroit präsentiert Mercedes seinen gelifteten GLA.(Foto: Holger Preiss)
Montag, 09. Januar 2017

Der trägt etwas schicker auf: Premiere für neuen Mercedes GLA in Detroit

Von Holger Preiss, Detroit

Drei Jahre ist es her, dass der Mercedes GLA sich als erstes Kompakt-SUV im Stuttgarter Oberhaus der Öffentlichkeit präsentierte. Inzwischen hat er sich in den Märkten China, USA, Deutschland und Großbritannien etabliert. Zeit für eine Fitnesskur.

Daimler-Chef Dieter Zetsche kann sich nicht nur über den neuen GLA freuen, sondern auch darüber, dass Mercedes beim Absatz wieder vor BMW und Audi liegt.
Daimler-Chef Dieter Zetsche kann sich nicht nur über den neuen GLA freuen, sondern auch darüber, dass Mercedes beim Absatz wieder vor BMW und Audi liegt.(Foto: Holger Preiss)

Während die Konkurrenz sich in Detroit gemäß dem Motto nicht kleckern, sondern klotzen auf der Automesse präsentiert und SUV-Schlachtschiffe in Form einer Neuauflage des Fünf-Meter-SUV Ford Expedition, der ähnlich wuchtige Chevrolet Traverse oder dem luxuriösen SUV-Coupé Audi Q8 vorfahren lässt, gibt sich Mercedes mit seinem aufgefrischten GLA geradezu bescheiden. Allerdings mit einem Hintergrund der aufhorchen lässt: Daimler war im vergangenen Jahr so erfolgreich, dass man die deutsche Premium-Konkurrenz endlich wieder überholt hat. Insgesamt verkauften die Stuttgarter weltweit über zwei Millionen Fahrzeuge. Was einer Steigerung um 11,3 Prozent entspricht.

Diesen Lauf hat Mercedes mit 636.903 verkauften Einheiten auch im Segment der Kompaktwagen, in das sich der GLA einsortiert. Insbesondere in Deutschland und China erfreuen sich A-, B-Klasse, CLA oder GLA größter Beliebtheit. Insofern mag das geliftete Kompakt-SUV auf der Automesse in Detroit von der Größe etwas dezenter ausfallen, kann aber dennoch mit breiter Brust vorfahren. Als der Kraxler 2013 als erstes Kompakt-SUV der Stuttgarter ins Rennen ging, brachte er wie die A-Klasse neuen Wind in die verstaubte Angebotspalette. Insofern sind die Erwartungen auch beim Facelift groß und Chefdesigner Gordon Wagner stand mit seiner Truppe vor der Aufgabe die selbstgestellten Vorgaben erneut zu übertreffen.

Multilevel-LED und innere Würze

Ein neuer Grill und neue LED-Scheinwerfer zieren den GLA.
Ein neuer Grill und neue LED-Scheinwerfer zieren den GLA.(Foto: Holger Preiss)

Das ist nicht leicht. Schon gar nicht, wenn es sich um ein Modell handelt, das sich auch ob seines expressiven Designs in die Herzen der Kundschaft geschlichen hat. Dementsprechend fallen die Retuschen an der Außenhaut sehr verhalten aus. Die wichtigste Änderung sind wohl die Hauptscheinwerfer, die jetzt komplett mit LED strahlen. Nämliches geschieht am Heck. Hier gibt es Voll-LED-Leuchten mit Multilevel-Funktion. Was nichts anders heißt, als dass die Bremslichter und die Blinker in drei Intensitäten geregelt werden. Volle Helligkeit bei Tag, ein mittlerer Pegel bei Nachtfahrten und ein niedriger Pegel wenn der Wagen in der Dunkelheit steht.

Dezent verändert wurde auch der Stoßfänger an der Front, der jetzt etwas spitzer zuläuft und im Zusammenspiel mit einem ebenfalls überarbeiteten Grill den GLA optisch noch einen Ticken breiter macht. Ebenfalls verändert haben die Designer die Endrohrblenden am Heck, was wiederum den sportlichen Charakter unterstreicht. Ebenfalls im Angebot sind neue Leichtmetallräder und eine Farbe, die sich da "Canyonbeige" nennt. Bei letzterer darf man gespannt sein, wie oft sie sich im Straßenbild zeigen wird. Egal in welcher Farbe der aufgefrischte GLA auch vorfahren wird, wichtig ist für Mercedes, dass der eindeutige Offroad-Charakter gewahrt bleibt.

Auch im Innenraum des GLAs gibt es einige Veränderungen.
Auch im Innenraum des GLAs gibt es einige Veränderungen.(Foto: Daimler AG)

Das gilt natürlich auch für den Innenraum. Auch hier fallen die Veränderungen eher marginal aus. Dennoch sind es die Feinheiten, die Akzente setzen und auch hier für frischen Wind sorgen. Zum Beispiel sind die Bedienelemente für die Schalter der elektrischen Sitzverstellung in den Türen künftig in Chrom gehalten. Das Ablagefach in der Mittelkonsole ist künftig ebenfalls mit einem Chromrahmen eingefasst. Zudem werden die Ringe der Luftauslässe durch Chrome oder Farbringe stärker akzentuiert. Selbstredend gibt es mit den Veränderungen auch neue Bezüge für die Sitze. Am interessantesten dürfte aber für Liebhaber der rustikalen Optik das im Exklusiv-Paket enthaltene schwarze Leder in "Büffellederoptik" sein.

Neue 184 PS oder den 381-PS-Hammer

Natürlich haben auch die Triebwerke des GLA eine Fitness-Kur erhalten. Ganz neu wird der GLA 220 4Matic in Zukunft die Modellpalette ergänzen. Mit seinem 2.0-Liter Vierzylinder der 184 PS zur Verfügung stellt und 300 Newtonmeter Drehmoment generiert, schließt er die Lücke zwischen den beiden Benzinern mit 156 PS und 211 PS. Zudem zählt er gemessen an seiner Performance mit einem CO2-Ausstoß von 152 g/km zu den sparsamsten seiner Klasse im gesamten Segment.

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Wer jetzt der Meinung ist, dass das ja wohl nicht die Wurst vom Brot zieht, der kann sich gerne mit dem AMG GLA 45 4Matic anfreunden. Muss sich aber auch von einem Einstiegspreis knapp 29.000 Euro verabschieden. Hier werden nämlich mal locker 57.000 Euro aufgerufen. Dafür pumpt unter der Haube aber auch ein der 2.0-Liter-Turbomotor, der schon den A 45 zu Höchstleistungen peitscht. In Zahlen heißt das, dass der GLA 45 mit 381 PS und 475 Newtonmeter maximalem Drehmoment zu den stärksten Fahrzeugen in seinem Segment gehört. Nach 4,4 Sekunden hat der Fahrer nach einem beherzten Tritt auf den Pin Tempo 100 passiert, was den behänden Ampelstart zu einem Kinderspiel machen sollte.

Zu den Hightech-Komponenten des Vierzylinders, der mit einer Literleistung von 191 PS einen Bestwert für Serientriebwerke dieser Größenordnung markiert, zählt die strahlgeführte Benzin-Direkteinspritzung. Zentral in den Brennräumen platzierte Piezo-Injektoren feuern den Kraftstoff mit bis zu 200 bar Druck ein. Der Twinscroll-Abgasturbolader und die maximale Entdrosselung der Abgasanlage verbessern den Ladedruckaufbau und damit das Ansprechverhalten des Motors auf spontane Gaspedalbewegungen. Apropos Abgasanlage, die verfügt serienmäßig über eine automatisch gesteuerte Abgasklappe. Das wiederum verspricht je nach Fahrprogramm einen dezenten bis AMG-typisch aggressiven Sound. Wem auch das nicht reicht, der kann die Performance Abgasanlage ordern. Aber Achtung, nicht jeder Mitfahrer steht auf ein stärker ausgeprägtes Ansauggeräusch des Motors im Innenraum.

Speedshift und Sonderedition

Der fette Heckspoiler und die gelben Akzente zeichnen die Soderedition des AMG GLA 45 aus.
Der fette Heckspoiler und die gelben Akzente zeichnen die Soderedition des AMG GLA 45 aus.(Foto: Holger Preiss)

Geräuschlos und vor allem schneller arbeitet das AMG Speedschift DCT 7-Gang Sportgetriebe. Dank der kürzeren Übersetzung der Fahrstufen drei bis sieben spürt der Fahrer hier noch einmal deutlicher die Beschleunigung des kompakten Offroad-Sportlers. Die Momentenverteilung des Allradantriebs erfolgt stufenlos variabel auf Vorder- und Hinterachse. Eine in das Hinterachs-Differenzial integrierte Lamellenkupplung mit AMG-spezifischer Regelung leitet das Motormoment blitzschnell an die Hinterräder weiter, wenn die Vorderräder an Traktion verlieren. Dabei reicht das Spektrum vom reinen Frontantrieb bis zum Verhältnis 50 zu 50 auf Vorder- und Hinterräder. Ach noch was: Fr den Verbrauch verspricht AMG im Schnitt optimistische 7,4 Liter. Etwas mehr dürfte es im Alltag dann allerdings doch werden.

Zum Verkaufsstart am 9. Januar 2017 feiert AMG den Erfolg seiner Kompaktwagen übrigens mit einer Yellow Night Edition. Die ausschließlich in Nachtschwarz oder Cosmosschwarz lackierten Fahrzeuge sind mit matt grauen und gelben Applikationen aufgewertet. Das gilt für die Frontschürze, die Schweller und Spiegelkappen ebenso wie für den Heckflügel und das Interieur. Hinzu kommt eine umfangreiche Serienausstattung.

Keine Besonderheiten des AMG sind die Sicherheitssysteme, die Mercedes in allen GLA anbietet. Wie gehabt gehört serienmäßig der "Aktive Brems-Assistent" zur Ausstattung, der vor zu geringem Abstand zum Vordermann warnt und im Notfall bis zum Stillstand bremst. Ebenfalls bereits in der Grundausstattung an Bord ist der Aufmerksamkeitsassistent, der bei den typischen Anzeichen von Müdigkeit warnt. Ansonsten lässt sich hier natürlich beliebig aufrüsten.

Quelle: n-tv.de

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