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Ob die neue Corvette so aussieht wie die 2009 von Chevrolet präsentierte Studie, wird sich erst im Januar 2013 herausstellen.
Ob die neue Corvette so aussieht wie die 2009 von Chevrolet präsentierte Studie, wird sich erst im Januar 2013 herausstellen.

Der Tradition verpflichtet: Munkelei über die neue Corvette

Von Holger Preiss

Seit 60 Jahren ist die Corvette das Ur-Meter US-amerikanischer Sportwagen. Im Jahr 2005 schickte Cevrolet die sechste Generation des Sting-Ray-Erben los. 2013 soll nun die Nummer sieben der Ikone präsentiert werden. An ihr soll alles anders sein. Wirklich alles?

So wird das neue Logo auf der Corvette aussehen.
So wird das neue Logo auf der Corvette aussehen.

Als Sting Ray mutierte die anfänglich eher biedere Corvette zum giftigen Supersportwagen, vor dessen Attacke sich sogar europäische Tempohelden wie AC Cobra, Jaguar E-Type oder Porsche 911 fürchteten. Ob offen oder geschlossen, im Zeichen des Stachelrochens und mit V8-Big-Block unter der Haube wurde die Corvette ab 1953 zur Ikone. Als Hymne für die "Vette" gilt seit den 1980er-Jahren der Song "Little Red Corvette" von Prince - auch wenn der hier nicht das Auto, sondern einen one night stand beschreibt. Für die Fans der Corvette ist der Sportwagen aber mehr als ein schnelles Techtelmechtel. Die extrem flache Karosserie, der große V8 mit viel Leistung und ein günstiger Preis ließen in sechs Generationen bereits über 1,5 Millionen Enthusiasten zugreifen.

Im Januar will Chevrolet auf der Detroit Motor Show die siebte Generation seines Kultmobils vorstellen. Wird auch Zeit, denn die C6 ist in seiner jetzigen Form bereits seit 2005 auf dem Markt. Vorerst heizen die US-Amerikaner aber vor allem die Neugierde an, indem sie das "völlig neue" Markenlogo mit den gekreuzten Flaggen präsentieren. "Der Freundschaftspin", so GM-Designchef Ed Welburn, "spiegelt den Charakter der nächsten Corvette wider: moderner, technischer und detailreicher als je zuvor." Nicht viel konkreter wird Corvette-Chefdesigner Tadge Juechter: "Wir wollen einen Sportwagen mit einem anspruchsvollen Design und effizienten Antrieb bauen, der in  der Welt seinesgleichen sucht."

Treu den Traditionen

Letztlich soll der Sportwagenklassiker seinem traditionellen Konzept aber treu bleiben. Befeuert wird die Corvette auch in der siebten Generation von einem V8-Frontmotor mit 5,5 Liter Hubraum und mindestens 440 PS. Eine später nachgereichte Variante soll es bis auf 700 PS bringen. Die noch angebotene C6 leistet 437 PS, das Topmodell ZR1 satte 647 PS. Wie gewohnt wird es neben dem Coupé auch wieder ein Cabriolet geben. Optisch geht es zurück zum schlanken Stil der Modelle aus den 60er- und 70er-Jahren. Zum 60. Geburtstag in diesem Jahr hatte Chevrolet das stärkste jemals gebaute Cabrio der Sportwagen-Baureihe aufgelegt: die 427 "Convertible Collectors Edition". Sie ist auch gleichzeitig  der abschließende Höhepunkt für die aktuelle Modellgeneration. Für den Antrieb sorgt ein 7,0-Liter-V8, der die Corvette auf bis zu 307 km/h treibt.

Für die neue Corvette C7 verspricht Chevrolet, dass bis auf die Einsätze für die Luftfilter und die hintere Verriegelung für das Dach des Cabrios alles neu sein wird. Im Februar 2013 will Chevrolet die Herstellung  der C6  beenden. Bestellungen für das alte Modell werden nur noch bis Dezember 2012 angenommen. Innerhalb der folgenden sechs Monate soll die Produktion auf die neue Vette umgestellt werden, deren Fertigung im dritten Quartal 2013 beginnen soll.

Bilderserie

Wer hierzulande mit dem neuen US-Boliden liebäugelt, der muss sich bis Ende des kommenden Jahres in Geduld üben. Dann soll die C7 auch bei den deutschen Händlern stehen. Die Preise dürften auf dem Niveau des rund 76.000 Euro teuren Vorgängers liegen und damit deutlich niedriger sein als die leistungsschwächeren Sportwagen Porsche 911 Carrera (ab 88.037 Euro) und Audi R8 (ab 113.500 Euro).

Quelle: n-tv.de

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