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Nissan hat dem neuen Leaf eine gefälligere und dennoch recht eigenständige Form gegeben.
Nissan hat dem neuen Leaf eine gefälligere und dennoch recht eigenständige Form gegeben.
Freitag, 08. September 2017

Länger, schöner, autonomer: Neuer Nissan Leaf mit mehr Reichweite

Nissan hat in Japan nach sieben Jahren die zweite Generation des Elektroautos Leaf vorgestellt. Jetzt stromert der Kompakte noch weiter, hat mehr Leistung und zeigt sich mit neuen technischen Features.

378 Kilometer soll der Akkumulator den neuen Nissan Leaf vorantreiben.
378 Kilometer soll der Akkumulator den neuen Nissan Leaf vorantreiben.

Von der IAA hält sich Nissan fern. Die Japaner präsentieren ihren neuen Leaf lieber in Tokio, um dort auf die wohl wichtigste Neuerung der zweiten Generation zu verweisen: die von 250 Kilometer auf bis zu 378 Kilometer gestiegene Reichweite. Möglich macht das ein neuer Akku mit einer Kapazität von 40 kWh, bisher waren maximal 30 kWh im Angebot. Neu ist auch der Elektromotor, der mit 150 PS deutlich kräftiger ausfällt als das 109 PS starke Vorgängertriebwerk.

Technisch aufgerüstet

Noch stärker gestiegen ist das Drehmoment: von bisher 254 Newtonmeter auf nun 320 Newtonmeter. Auf der Straße soll der Leaf nach Möglichkeit allein mit dem Gaspedal gesteuert werden. Beim sogenannten One-Pedal-Driving bremst das Fahrzeug bereits beim Loslassen des rechten Pedals, ohne dass die Bremse getreten werden müsste. Eine Funktion, die bereits der Vorgänger hatte und die beim BMW i3 ebenso im Angebot ist wie beim Opel Ampera e. Diese Innovation verhindert nämlich, dass die Bewegungsenergie nicht als Wärme an den Bremsscheiben verpufft, sondern vom Elektromotor in Strom für die Batterie gewandelt wird. "E-Pedal" nennt Nissan die Technik..

Der Innenraum im neuen Nissan Leaf ist nicht mehr so futuristisch, hat aber den computermausartige Gang-Wählhebel behalten.
Der Innenraum im neuen Nissan Leaf ist nicht mehr so futuristisch, hat aber den computermausartige Gang-Wählhebel behalten.

Auch an anderer Stelle hat der Leaf aufgerüstet. So fährt er nun im Autobahnverkehr zeitweise autonom, das Einparken soll sogar ganz ohne Eingriff des Fahrers gelingen. Darüber hinaus kann die Batterie des Autos unterdessen als mobiler Energiespeicher genutzt werden, etwa um Ökostrom zwischen zu speichern oder Netzschwankungen auszugleichen. Beim Überwachen von Ladezustand und -vorgang hilft zudem eine neu entwickelte Smartphone-App. Auch das eine Innovation, die mit Blick auf aktuelle Neufahrzeuge und oben erwähnte Elektroautos nicht neu ist.

Optisch geglättet

Nicht zuletzt wurde der optische Auftritt des Leaf aufgefrischt. Sah man der ersten Generation nicht zuletzt wegen des fehlenden Kühlergrills den alternativen Antrieb auf den ersten Blick an, könnte Auflage zwei mit seiner schwarz abgesetzten Front im Markendesign fast ein konventionelles Kompaktauto sein. Selbst der Innenraum wirkt aufgeräumter und weniger exotisch als beim Vorgänger, auch wenn der computermausartige Gang-Wählhebel erhalten geblieben ist.

Beim Preis verlangt Nissan einen stattlichen Aufschlag gegenüber dem Vorgängermodell mit der kleineren Batterie (24 kWh). So werden künftig mindestens 31.950 Euro für das Fahrzeug inklusive Akku fällig. Das sind knapp 3000 Euro mehr als beim letzten Einstiegsmodell und 1000 Euro mehr als bei der reichweitenverlängerten 30-kWh-Variante. Ob es den Leaf auch wieder mit Mietbatterie geben wird, ist bislang nicht bekannt. Genaue Preise will Nissan erst zum Bestellstart im Oktober nennen.

Quelle: n-tv.de

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