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Die Grundlage für das Papamobil bildet ein M-Klasse-SUV mit ganz neuer Glaskuppel.
Die Grundlage für das Papamobil bildet ein M-Klasse-SUV mit ganz neuer Glaskuppel.

Pontifex fuhr auch schon Ferrari: Neues Papamobil aus Stuttgart

Seit rund 80 Jahren stellt Mercedes den Dienstwagen für den Papst. Jetzt erhält der Pontifex ein neues Papamobil aus Stuttgart. Zwar ohne Hybridantrieb, aber dafür könnten bis zu 525 PS unter der Haube schlummern.

Der technische Fortschritt macht auch vor den Toren des Vatikans nicht Halt. Weil Mercedes sein M-Klasse-SUV mittlerweile in dritter Generation baut, erhält nun auch Papst Benedikt XVI. von den Stuttgartern ein Modell mit neuester Technik – umgebaut zum Papa-Mobil. Der Heilige Vater soll vor allem von einer neuen Glaskuppel profitieren.

Kein Hybridantrieb für Papamobil

Mercedes baut das Papamobil in er dritten Generation.
Mercedes baut das Papamobil in er dritten Generation.

Der transparente Aufbau wurde deutlich verlängert, so dass der Papst zum einen leichter Einsteigen kann, zum anderen einen besseren Blick auf die Gläubigen genießt. Die Standhöhe im Innenraum soll ebenfalls zugelegt haben. Damit das diamantweiß lackierte Auto für Auslandsreisen weiterhin ins Flugzeug passt, wurde die Gesamthöhe leicht reduziert. Welcher Motor zum Einsatz kommt, sagt Daimler nicht. Normalkunden können den Allrader mit Vier- bis Achtzylindermotoren bestellen, die bis zu 525 PS stark sind. Einen speziell entwickelten Hybridantrieb, über den im Vorfeld spekuliert wurde, gibt es auf jeden Fall nicht.

Für den Papst wird die Umstellung nicht zu groß sein, ließ er sich doch bisher bereits in einer M-Klasse der alten Generation chauffieren. Populär gemacht hat die fahrenden Hochsicherheits-Vitrinen jedoch schon sein Vorgänger Johannes Paul II. Anders als seine Amtsvorgänger legte er hohen Wert auf die Nähe zu den Gläubigen. Da er als Stellvertreter Gottes auf Erden in einem normalen Cabrio Terroristen ein leichtes Ziel bieten würde und er in einer Panzer-Limousine kaum zu erkennen gewesen wäre, ertüftelte Mercedes ein Spezialfahrzeug.

Papst fuhr auch schon Ferrari

Basis des ersten richtigen Papamobils, war der Geländewagen Mercedes G, der nach dem Anschlag von 1981 zum Standard-Fahrzeug für öffentliche Auftritte wurde. Der Allradler bekam ein spezielles Getriebe verpasst, dass eine konstante Fahrt bei niedrigem Tempo ermöglicht. Hinter dem Fahrer montierte man einen erhöhten Sitz, der von einer Panzerglas-Kuppel umschlossen war. Perlmuttfarbener Lack sollte für schlichte Eleganz sorgen. Lange Jahre war der Papst-Mercedes bei jedem Auslandsaufenthalt des Heiligen Vaters dabei. Mittlerweile hat die G-Klasse als Basis ausgedient.

Das Papamobil basierend auf einem Seat Panda war fast skurril.
Das Papamobil basierend auf einem Seat Panda war fast skurril.

Auch andere Hersteller bauten in der Folge Papamobile, um dem Papst bei Staatsbesuchen auch selbst ein angemessenes Fahrzeug zur Verfügung stellen zu können. Rund 60 verschiedene Modelle soll es weltweit geben. Zu den bekanntesten zählen diejenigen auf Basis des Range Rover oder des VW Amarok. Doch der Papst fuhr auch schon Ferrari (allerdings ohne Glaskäfig) oder Cadillac DeVille (mit Thron anstelle der Rückbank).

Fast schon skurril mutet das Papamobil auf Basis des Seat Panda an; der Kleinwagen musste bei einem Spanien-Besuch in den 80er-Jahren extra umgerüstet werden, weil die Mercedes G-Klasse nicht durch die schmalen Gassen der Altstadt von Barcelona passte. Das Kennzeichen war jedoch in der Regel immer dasselbe: SCV 1. Die Buchstaben stehen dabei für "Status Civitatis Vaticanae" (Vatikanstaat), die "1" für das Staatsoberhaupt.

Neben den klassischen Glaskasten-Mobilen lässt sich der Papst auch in anderen Autos chauffieren. Für die Audienzen auf dem Petersplatz etwa kommt häufig der Geländewagen Fiat Campagnola zu Einsatz, für Fahrten innerhalb der Vatikanstadt ein Lancia Thesis Jubileo, den bereits Johannes Paul II. nutzte. Die privaten Auto-Vorlieben von Benedikt XVI. sind ebenfalls bekannt: Als er noch Joseph Ratzinger hieß und den Posten eines Kardinals innehatte, fuhr der aktuelle Petrus-Nachfolger einen vergleichsweise profanen VW Golf IV.

Quelle: n-tv.de

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