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Wie die Elektrobikes trägt auch das Wasserstoff-Rad seinen Pedalritter etwa 100 Kilometer.
Wie die Elektrobikes trägt auch das Wasserstoff-Rad seinen Pedalritter etwa 100 Kilometer.

Wasserstoff-Fahrrad von Linde: Nichts als Muskelkraft und Dampf

Wer wasserstoffgetrieben fahren will, der kann zwischen zwei Autos wählen und hat den Ärger mit einer schlechten Tankstelleninfrastruktur. Dieses Problem bleibt einem mit dem Wasserstoff-Fahrrad von Linde erspart. Das lässt sich auch zu Hause betanken.

Brennstoffzellen-Pkw fahren elektrisch, müssen aber nicht wie batteriegetriebene E-Autos zum Aufladen stundenlang an die Steckdose, sondern lassen sich in wenigen Minuten an der Zapfsäule betanken. Gasproduzent Linde hat die Technik jetzt auf zwei Räder übertragen.

Das von Linde produzierte Pedelec stellt den zur Unterstützung des Fahrers benötigten Strom - wie bei Fahrzeugen mir gleichem Antrieb - mithilfe der Brennstoffzelle in einer chemischen Reaktion aus Wasserstoff und Sauerstoff her. Als Abfallprodukt entsteht auch hier nur Wasserdampf. Anstatt den Pedelec-Akku stundenlang am Stromnetz zu laden, füllt man lediglich den Wasserstofftank nach. Besitzt man selbst einen Gaszylinder, lässt sich das Rad auch zu Hause auftanken.

100 umweltfreundliche Kilometer

Der Wasserstofftank des Linde-Bikes kann auch zu Hause befüllt werden.
Der Wasserstofftank des Linde-Bikes kann auch zu Hause befüllt werden.

Damit hat das Fahrrad einen großen Vorteil gegenüber den aktuellen Brennstoffzellen-Autos Hyundai ix35 Fuel Cell und Toyota Mirai, deren Besitzer auf das dünne Wasserstofftankstellen-Netz angewiesen sind. Die schlechte Infrastruktur von deutschlandweit rund 20 für Privatkunden zugänglichen Anlagen gilt als größtes Hindernis für den Erfolg dieser Antriebsart.

Mit einer Reichweite von rund 100 Kilometern liegt das Wasserstoff-Rad zwar nicht vorn - diese Marke erreichen die meisten Pedeles auch. Dafür nutzen sie eine Antriebsbatterie mit begrenzter Lebensdauer, die irgendwann aufwendig entsorgt werden muss. Linde verspricht, dass der vom Unternehmen angebotene Wasserstoff besonders umweltfreundlich ist, weil er mithilfe von Windenergie oder aus Biogas nachhaltig produziert wurde.

Kleinserie extrem teuer

Der Technologiekonzern hat 100 Prototypen hergestellt. Linde will damit zeigen, was heute schon technisch machbar ist. Den Preis für das Wasserstoff-Fahrrad verrät der Gasproduzent nicht, er deckt aber nach Unternehmensangaben nicht die Herstellungskosten. Das Wasserstoff-Pedelec dürfte jedenfalls teurer als selbst hochpreisige Elektrofahrräder sein, also deutlich jenseits der 7000 Euro liegen. Günstiger könne ein solches Rad erst werden, wenn die Produktionszahlen steigen, so das Unternehmen.

Auch wasserstoffbetriebene Autos sind derzeit noch kostspielig. So zahlt man für den Toyota Mirai aktuell 78.600 Euro, das Kompakt-SUV Hyundai ix35 Fuel Cell steht da mit 65.450 Euro fast preiswert da.

Quelle: n-tv.de

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