Auto
Den klassischen Rucksack gibt es bei der neuen Opel Astra Limousine nicht mehr.
Den klassischen Rucksack gibt es bei der neuen Opel Astra Limousine nicht mehr.

Spießig war gestern: Opel schickt den Bürzel-Astra

Im C-Segment pflegen Stufenhecklimousinen hierzulande ein Nischendasein. Sahen sie doch allzu oft wie ein Designunfall aus. Mit der neuen Astra Limousine will sich Opel jetzt von solchen Verfehlungen verabschieden.

Was ab der Mittelklasse als elegant und edel gilt, soll in der Kompaktklasse plötzlich spießig sein? Klar, die Stufenhecklimousine im Golf-Segment hat ein mieses Image, geprägt von Generationen übler Gestalten, die wirkten, als hätte man einem Steilheckauto kurzerhand ein kastenförmiges Kofferabteil ans Heck geschweißt. Doch das Geschmacksurteil muss nicht für alle Zeiten Bestand haben. Zumindest nicht, wenn es nach Opel geht – die Rüsselsheimer bieten seit kurzem ihren Astra auch in Deutschland als klassische Limousine an. Ist er die günstige Alternative zum größeren Insignia?

Lademeister ohne Rucksack

Den klassischen Rucksack-Fauxpas vermeidet die Astra Limousine zumindest. Die Heckstufe wirkt nicht aufgesetzt, sondern geht fließend aus der Dachlinie hervor und endet in einer kurzen Spoilerlippe. Dank der mittelklasse-verdächtigen Länge von 4,65 Metern leiden auch die Proportionen nicht unter dem Karosserie-Fortsatz. Wie auch bei den anderen Astra-Derivaten finden sich die großzügigen Außenabmessungen im Innenraum aber nur bedingt wieder. Vorne sitzt es sich recht komfortabel, vor allem dank der sehr guten Sitze. Hinten geht es etwas enger zu. Wer aber unter 1,90 Meter misst, muss aber keine Einschränkungen befürchten.

Der Kofferraum fasst mit 460 Litern deutlich mehr Gepäck als der fünftürige Astra (370 Liter). Wer die Rücksitze umklappt kann auch lange Gegenstände laden. Allerdings liegt die Ladekante etwas zu hoch. Dank des großzügigen Zuschnitts lässt sich aber auch sperriges Gut leicht verstauen. Störend ist allenfalls der fehlende Griff an der Heckklappe an.  Die Tür zum Kofferraum lässt sich nämlich nur über den Funk-Schlüssel oder einen Schalter im Cockpit öffnen. Das nervt vor allem Beifahrer, die nur mal kurz ans Gepäckabteil wollen. Dafür schwingt die Klappe dank kräftiger Gasdruckdämpfer selbstständig auf – fast so als wäre ein Elektromotor an Bord.

Ein gepflegter Reisebgleiter

Bei der Vielzahl an Knöpfen bedarf es einer gewissen Eingewöhnungszeit.
Bei der Vielzahl an Knöpfen bedarf es einer gewissen Eingewöhnungszeit.

Komfort wird in der Astra-Limousine großgeschrieben. Das Fahrwerk mutet etwas weicher an als bei Fünf- und Dreitürer, die präzise, aber unaufgeregte Lenkung lädt zur entspannten Tour über die Landstraße ein. Zum reisetauglichen Charakter passt auch der Motor des Testwagens, der mittlere der drei angebotenen Diesel. Der 110 PS starke 1,7-Liter-Vierzylinder nagelt zwar beim Kaltstart kräftig vor sich hin und gibt sich allgemein etwas brummig, mit 280 Nm Drehmoment hält er aber ausreichend Kraftreserven für alltägliche Anforderungen bereit.

Überholmanöver sollten bei einer Spurtzeit von deutlich über 12 Sekunden aber gut geplant und durch vorausschauendes Einlegen eines der sechs manuell wählbaren Gänge vorbereitet werden. Ist der Astra aber erst einmal auf Reisegeschwindigkeit, schwimmt es sich im Autoverkehr auch auf den beiden linken Spuren gut mit. Weniger überzeugend ist der Verbrauch: Rund 6,2 Liter genehmigt sich die Limousine, fast zweieinhalb mehr als im Datenblatt versprochen. Und das, obwohl es sich um die besonders sparsame Ecoflex-Variante handelt.

Alternative zum Insignia

Auch wenn der Stufenheck-Astra bei den Abmessungen schon fast in die Mittelklasse hereinragt, bleibt er preislich dem Kompakt-Segment verhaftet. 22.375 Euro sind für die Variante mit dem 110-PS-Diesel anzulegen – 500 Euro mehr als für den Fünftürer, 600 Euro weniger als für den Kombi. Wer eine ordentliche Ausstattung will, wählt mindestens das Modell "Edition" für 1315 Euro Aufpreis. Auch dann kommt man noch deutlich billiger weg als beim Kauf des größeren Insignia, der mit dem gleichen Motor für 25.450 Euro zu haben ist. Der bietet zwar deutlich mehr Kofferraum und etwas bessere Beinfreiheit im Fond, dafür stoßen dort Großgewachsene schneller mit dem Kopf ans abfallende Dach.

Im Vergleich mit der drei- und fünftürigen sowie der Kombi-Version des Astra dürfte das Stufenheckmodell zumindest hierzulande ein Nischendasein führen. Wer aber ein kompaktes Reiseauto sucht, wird hier fündig. Denn grade dafür kann der abgeschlossene Kofferraum ein Argument sein, bietet er doch deutlich mehr Schutz gegen Diebstahl als eine Heckklappe. Nicht zuletzt deshalb sind derartige Autos auch in vielen anderen Ländern besond

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen