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Mit dem neuen Cayman stellt sich die Frage: Braucht man wirklich einen Carrera?
Mit dem neuen Cayman stellt sich die Frage: Braucht man wirklich einen Carrera?

Länger, schneller, breiter: Porsche bringt neuen Cayman

Porsche setzt bei der zweiten Generation des Cayman noch mehr auf Dynamik. Der abgespeckte Zweisitzer wird länger und breiter, aber auch schneller und sparsamer. Der Zweisitzer wird sich erstmals auf der L.A. Autoshow zeigen. Die Markteinführung ist für März geplant.

Auch von hinten macht der Cayman eine gute Figur.
Auch von hinten macht der Cayman eine gute Figur.

Nach der Überarbeitung des Porsche Boxsters kommt jetzt auch der Porsche Cayman im neuen Kleid daher. Mittlerweile hat der seinerzeit als "Hausfrauen-Porsche" verspottete Mittelmotor-Sportwagen eine nicht unerhebliche Fangemeinde für sich vereinnahmt. Mit der zweiten Generation wagen die Stuttgarter wie schon bei der offenen Version des Boxster keine Revolution. Dafür hat es die Evolution in sich und die Frage, was brauche ich einen teuren Carrera, wenn ich einen Cayman fahren kann, dürfte angesichts der Parameter erneut gestellt werden.

Abgespeckter Sportler

Optisch unterscheidet sich der 4.38 Meter lange Sportler deutlich von seinem Vorgänger: Der längere Radstand von 2,47 Meter streckt das Auto auch optisch, kürzere Überhänge vorne und hinten verstärken diesen Eindruck. Die Frontscheibe sitzt nun weiter vorne und die Dachlinie weiter hinten. Durch die weiter nach oben gerückte Schulterlinie wirkt der Cayman deutlich kräftiger als sein Vorgänger. Von vorne ist die dritte Generation an den breiten Kühlereinlässen und den neuen Bugleuchten zu erkennen. Die Motoren ziehen sich ihre benötigte Frischluft durch die beiden Lufteinlässe vor den hinteren Radhäusern.

Im Inneraum lehnt der Cayman sich an den 911, Panamera und Boxster an.
Im Inneraum lehnt der Cayman sich an den 911, Panamera und Boxster an.

Durch den verstärkten Einsatz von Aluminium ist die Roh-Karosse um 47 Kilogramm leichter als die des Vorgängers. Unter anderem bestehen die Türen, beide Kofferraumdeckel, Vorder- und Hinterwagen sowie der Boden aus dem Leichtmetall. Gleichzeitig legt die Torsion-Steifigkeit um 40 Prozent zu. Diese Komposition verspricht gesteigerte Agilität. Das Gesamtfahrzeug speckt bis zu 30 Kilogramm ab und wiegt mindestens 1310 Kilogramm.

Mit der Diät geht auch eine Verbesserung der Aerodynamik einher: Der schicke Frontspoiler mit den breiten Nüstern hat eine neue Lippe, die den Anpressdruck an der Vorderachse erhöht, was zu einem schärferen Einlenkverhalten führt. Das Pendant dazu ist der neue Heckflügel, der 40 Prozent mehr Wirkungsfläche hat als bisher. Beides führt zu einer wesentlich besseren Balance.

Sechszylinder mit 10 PS mehr

Das Herz des Cayman bleibt auch weiterhin ein Sechszylinder-Boxermotor. Der leistet mehr, soll aber weniger Kraftstoff im EU-Mix verbrauchen. Die Basis stellt ein hochdrehender 2,7-Liter-Boxer, der den 2,9-Liter-Boxer ablöst. Dabei steigt die Leistung um 10 PS auf 275 PS. Gleichzeitig soll der Verbrauch um 1,2 Liter auf 8,2 Liter auf 100 Kilometer sinken. Beim optional angebotenen Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) für rund 2800 Euro soll der Wert sogar um 1,4 Liter auf 7,7 Liter sinken. Für einen Sportwagen mit einem Sprintvermögen von 5,7 Sekunden (PDK: 5,6 sec) und einer Spitzengeschwindigkeit von 266 km/h (PDK: 264 km/h) kein schlechter Wert. Möglich wird die Kraftstoffreduzierung unter anderem auch durch Start-Stopp-System, Rekuperation und ein neues Kühlwasser-Management-System.

Beim stärkeren Cayman S kommt wie schon beim Vorgänger der 3,4-Liter-Motor zum Einsatz. Allerdings leistet der nun 325 PS, eine Steigerung um 5 PS. Auch bei dieser Variante sinkt der Verbrauch um 1,0 Liter auf 8,8 Liter mit Handschaltung. Beim PDK sind es 1,4 Liter auf nun 8,0 Liter. Aus dem Stand spurtet der Cayman S in 5,0 Sekunden, mit PDK sind es 4,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 283 km/h beziehungsweise 281 km/h mit dem Direktschaltgetriebe. Durchaus denkbar, dass damit noch nicht das Ende der Fahnenstange der Baureihe erreicht ist. Wie schon beim noch aktuellen Modell, könnte Porsche in einigen Jahren die schärfere Variante R nachschieben, die bisher schon 330 PS leistet.

Im Innenraum breitet sich vor dem Fahrer wie auch schon bei den Modellen 911, Panamera und Boxster ein horizontal betontes Armaturenbrett aus. Die hohe Mittelkonsole unterstreicht den sportlichen Charakter des Zweisitzers. Eine Anzeige im Drehzahlmesser gibt dem Piloten Infos über den eingelegten Gang. Neu beim Cayman sind nun auch moderne Assistenzsysteme wie adaptiver Abstandswarner mit Geschwindigkeitsregelanlage sowie Keyless go. Ebenso optional erhältlich ist das SportChrono-Paket inklusive dynamischem Getriebelager und Launch-Control, die einen um 0,2 Sekunden schnelleren Sprint von 0 auf 100 km/h ermöglicht.   

Verändert haben sich auch die Preise, und zwar nach oben. Beim Cayman um 595 Euro auf nun 51.385 Euro, beim Cayman S um 1.547 Euro auf nun 64.118 Euro. Allerdings stehen die Fahrzeuge nun auf größeren Rädern: Der Cayman rollt auf 18-Zoll-Felgen und der Cayman S auf 19-Zöllern.

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Quelle: n-tv.de

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