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Für Autokäufer war der Januar ein guter Monat. Hier gab es besonders hohe Rabatte.
Für Autokäufer war der Januar ein guter Monat. Hier gab es besonders hohe Rabatte.(Foto: picture alliance / dpa)

Nachlass trotz Nachfrage: Rabatte bei Neuwagen erstaunlich hoch

Im Januar haben die Hersteller so viele Autos verkauft wie seit Jahren nicht mehr. Trotzdem geben die Autobauer extrem hohe Rabatte. Vor allem Auslaufmodelle und Kleinstwagen sind günstig wie nie. Aber auch mit Tageszulassungen kann kräftig gespart werden.

Trotz eines Rekordabsatzes geht der Preiskampf auf dem deutschen Pkw-Markt weiter. Für den Januar hat das Center of Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen die höchsten Januar-Rabatte seit 2010 gemessen. Der von dem Institut berechnete Rabatt-Index stieg auf 130 Punkte – knapp sechs Punkte mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Höchste Rabatte bei Auslaufmodellen

Mit 33 Prozent war das Auslaufmodell des Citroen C3 besonders hoch rabattiert.
Mit 33 Prozent war das Auslaufmodell des Citroen C3 besonders hoch rabattiert.

Gleichzeitig war die Neuwagennachfrage im Januar 2017 außerordentlich hoch: 241.000 Neuzulassungen entsprechen dem besten Wert seit 15 Jahren. "Ein fast schizophrenes Verhalten", urteilt CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer. "Wie das Geschäftsmodell der Autobauer aussieht, wenn sich der Markt abkühlt, wagt man sich kaum vorzustellen", so der Experte weiter.

Besonders hohe Nachlässe gab es im Januar in Form von Sonderaktionen der Hersteller bei Auslaufmodellen und den sich zunehmend schwerer verkaufenden Kleinstwagen. Im Schnitt räumten sie bei 392 beworbenen Angeboten Preisvorteile von 14,2 Prozent ein. Ein Jahr zuvor lag der Wert noch bei 13 Prozent. Besonders günstig war einmal mehr der Kleinwagen Citroen C3 zu haben, der offiziell für 10.990 Euro angeboten wurde – rund 5400 Euro unter Listenpreis. Umgerechnet entspricht das einem Rabatt von 33 Prozent auf das Auslaufmodell. Ähnlich hoch war die Ersparnis bei Seat Mii (Leasingangebot), Ford Focus (Finanzierungsangebot), Peugeot 208 (Leasingangebot) und Citroen C1 (Leasing mit Gebrauchtwagen-Inzahlungnahme).

Tageszulassungen drücken die Preise

Für zusätzlichen Rabattdruck sorgte die unverändert hohe Quote bei den Eigenzulassungen; sie lag im Januar bei 30,2 Prozent und somit auf Vorjahresniveau. Besonders häufig wurde das Auslaufmodell Opel Insignia auf einen Händler oder den Hersteller zugelassen, der Anteil an den Gesamtzulassungen betrug 37 Prozent. Ein Großteil dieser Fahrzeuge wird umgehend auf dem Gebrauchtwagenmarkt als günstige Tageszulassung verkauft. So können Händler Rabatte geben, ohne das gesamte Neuwagen-Preisniveau der Marke zu gefährden.

Ebenfalls weiterhin hoch sind die Rabatte bei den Internet-Neuwagenvermittlern. Sie bieten die Modelle im Schnitt 18,9 Prozent unter Listenpreis an (Vorjahr: 18,3 Prozent). Unter den besonders günstigen Modellen finden sich neben zahlreichen Importautos und Fahrzeugen deutscher Volumenmarken auch der BMW 116i (minus 19,9 Prozent) und der BMW 318i (minus 19 Prozent). Spitzenreiter bei den Internet-Rabatten ist allerdings der Kleinstwagen Mitsubishi Space Star mit einem Nachlass von 30,9 Prozent. Auch in den nächsten Monaten ist bei den Rabatten keine Trendwende zu erwarten. Wer sich in Zeiten von zugespitzter politischer Unsicherheit, steigender Spritpreise und der allgemeinen Inflation traut einen Neuwagen zu kaufen, hat gute Chancen beim Autokauf ein ordentliches Schnäppchen zu machen.

Quelle: n-tv.de

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