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Mit seinen Sportwagen feierte der Alpine die größten Erfolge.
Mit seinen Sportwagen feierte der Alpine die größten Erfolge.

Renault geht mit Caterham: Die Legende Alpine kehrt zurück

Lange war es nur ein Gerücht, dass Renault seine legendäre Sportwagenschmiede Alpine reanimieren will. Die Mutmaßungen verdichteten sich, nachdem die Franzosen den Prototyp eines neuen Mittelmotorsportlers mit dem Kürzel A110-50 präsentierten. Jetzt ist es amtlich: Gemeinsam mit Caterham will man zu neuem Ruhm aufsteigen.

Das Kultauto von Alpine ist der A 110.
Das Kultauto von Alpine ist der A 110.

Mitten in der schweren europäischen Autokrise erweckt der französische Renault-Konzern seine legendäre Sportwagenschmiede Alpine zu neuem Leben. Das Tochterunternehmen mit Sitz in der Normandie soll künftig gemeinsam mit dem britischen Spezialhersteller Caterham rassige Sportwagen entwickeln. Caterham steigt dazu mit 50 Prozent bei der Renault-Tochter Alpine ein. Das Unternehmen werde vom 1. Januar 2013 an Alpine Caterham heißen, teilte Renault mit.

Die neu entwickelten Fahrzeuge sollen am Alpine-Standort in Dieppe an der Ärmelkanalküste gebaut werden. Die ersten Autos sollen den Plänen zufolge in spätestens vier Jahren auf den Markt kommen. Jede Marke soll dabei ihren eigenen Charakter behalten, heißt es. Caterham war bislang vor allem auf offene Leichtbau-Sportwagen spezialisiert und kooperierte mit Renault in der Formel 1. Die Franzosen versorgen das Caterham-F1-Team mit dem RS27-Achtzylinder und geben technische Unterstützung.

So könnte die Zukunft des Renault-Tuners aussehen.
So könnte die Zukunft des Renault-Tuners aussehen.

Mit rund 600.000 verkauften Autos pro Jahr seien Sportwagen ein Nischenmarkt - aber ein gewinnbringender, kommentierte Renault-Chef Carlos Ghosn das Gemeinschaftsprojekt. In Europa werde in diesem Segment bis 2015 ein Wachstum in der Größenordnung von 15 Prozent erwartet.

Die Idee von Rédélé lebt weiter

Der Autobauer Alpine war 1955 von Jean Rédélé gegründet worden. Der französische Rennfahrer träumte damals wie viele seiner Kollegen von der Entwicklung eines eigenen Sportwagens und konnte ihn dank der Unterstützung von Renault verwirklichen. Eines der erfolgreichsten Fahrzeuge wurde der fast zierlich wirkende Heckantriebler A 110. Mit der "blauen Flunder" gewann das Renault-Werksteam 1971 die Rallye Monte Carlo und holte sich obendrein noch den Titel in der internationalen Markenmeisterschaft.

Zu den weiteren bekannten Modellen gehörten Wagen wie der A 310, der Alpine V6 Turbo und der A 610. Bereits 1973 gliederte Renault die Marke ein. Mitte der 90er Jahr wurde Alpine allerdings eingeschläfert. In dem Werk in Dieppe wurden zuletzt die sportlichen Versionen der Renault-Modelle Mégane und Clio gefertigt.

Bilderserie

Dass Renault Formel 1-Weltmeister ist, merkt man den Pkw der Marke kaum an. Das war mal anders – und könnte wieder anders werden. Gemeinsam mit der englischen Sportwagenschmiede Caterham wollen die Franzosen die legendäre Marke Alpine aufleben lassen und an das anknüpfen, was einst mit dem A 110 zum Kult wurde.

Wie das aussehen könnte zeigte Renault zum 50. Geburtstag des A 110. Ein Showcar in zeitgemäßer Form und im klassischen Blau mit dem Kürzel A 110-50 ist vielleicht der Grundstein für eine neue Legende. Der im klassischen Blau lackierte Rennwagen mit flacher Karbon-Karosserie basiert auf dem Formel-Renault-Wettbewerbsfahrzeug Mégane Trophy und übernimmt dessen Gitterrohrrahmen sowie den 3,5-Liter-V6-Mittelmotor mit 400 PS. Die Kraftübertragung besorgt ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe. Dank seines Gewichts von nur 880 Kilogramm dürften brachiale Fahrleistungen möglich sein.

Quelle: n-tv.de

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