Auto
Mit einem spartanischen Sportwagen kehrt die belgische Edelwagenschmiede Imperia auf den Markt zurück.
Mit einem spartanischen Sportwagen kehrt die belgische Edelwagenschmiede Imperia auf den Markt zurück.

Luxusschmiede Imperia ist wieder da: Retro-Bolide im Öko-Kleidchen

Vor mehr als 50 Jahren verschwand einer der renommiertesten Luxuswagen-Hersteller von der Bildfläche. Jetzt kehrt die belgische Marke Imperia zurück und überrascht mit einem extrem spartanischen Hybrid-Sport-Boliden in Retro-Optik.

In vier Sekunden beschleunigt der GP aus dem Stand auf 100 km/h.
In vier Sekunden beschleunigt der GP aus dem Stand auf 100 km/h.

In den 1930er Jahren gehörte der in Lüttich ansässige belgische Automobilhersteller Imperia zu den prestigeträchtigsten Marken Europas. 1936 werkelte man sogar an einem Luxuswagen mit einem 3,6-Liter-Motor und Automatikgetriebe. Der Krieg beendete das Projekt und übrig blieb ein Prototyp, der als eines der modernsten Autos der Zwischenkriegszeit in die Geschichte einging. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden nur noch Fahrzeuge unter Lizenz gebaut. 1957 war endgültig Schluss. Was blieb war der Name Imperia. Der steht bis heute für extrem scharfe Luxuskarossen.

In vier Sekunden von 0 auf 100 km/h

Jetzt kehrt die Marke unter Regie des Besitzertrios Yves Toussaint, der 2008 den Markennamen kaufte, Nicolas Naniot und Bernard Loly mit einem Hybrid-Sport-Boliden in Retro-Optik zurück. Unter seinem extravaganten Blechkleid vereint der Imperia GP einen 212 PS starken Vierzylinder und einen Elektromotor mit 136 PS. Rein elektrisch soll der Plug-In-Hybrid den Sprint von 0 auf 100 km/h in sechs Sekunden schaffen. Greift der Benzinmotor in den Blitzstart ein, sollen es nur noch vier Sekunden sein.

Mit elektronischen Helferlein hält man sich im Imperia nicht auf.
Mit elektronischen Helferlein hält man sich im Imperia nicht auf.

Um den Polymer-Akku mit 355 Volt restlos zu entladen, reicht allerdings eine Fahrstrecke zwischen 50 und 80 Kilometern. Nach fünf Stunden an der Dose ist die Batterie wieder voll. Dafür sollen nach Angaben des Herstellers die Verbrauchswerte extrem niedrig sein. Lediglich 1,9 Liter Benzin und 11,5 kWh Strom sollen auf 100 Kilometer verbraucht werden. Das wiederum ist der Grund für den erstaunlich geringen CO2-Ausstoß von unter 50 Gramm je Kilometer. Ein Porsche Boxster pumpt zum Vergleich bis zu 206 Gramm Kohlendioxid je Kilometer in die Luft.

Kein Schnickschnack für den Piloten

Das Geheimnis für diesen exorbitanten Wert soll in der extremen Leichtbauweise liegen. Die sorgt auch dafür, dass der Pilot des Imperia GP wieder Herr im eigenen Cockpit ist. Das heißt, dass die Belgier konsequent auf jeden technischen Schnickschnack verzichtet haben. Helferlein wie ESP, Airbags, Multimedia- oder Klimaanlage sucht man hier vergeblich. Das geht nicht? Es gibt doch EU-Richtlinien für die Sicherheitsstandards in Serienfahrzeugen? Richtig! Die gelten aber nicht für eine Kleinserienmanufaktur. Und als solche ist Imperia angemeldet. So muss nicht mal ein ESP im Wagen vorhanden sein. Ein ABS haben die Belgier ihrem Leichtgewicht dann aber doch spendiert.

Natürlich gibt es für Geld und gute Worte auch die dem Gewicht geopferten Features. Wer die haben will, muss aber vor allem Erstes reichlich haben. Bereits in der Basis kostet der Retro-Sportler beachtliche 125.000 Euro. Die erforderlichen 10.000 Euro Anzahlung, die bei einer Bestellung fällig werden, sind hier schon berücksichtigt.
 

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen