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Das mag aussehen wie ein Porsche 911 CTR 1987, ist aber ein Ruf CTR 2017.
Das mag aussehen wie ein Porsche 911 CTR 1987, ist aber ein Ruf CTR 2017.
Mittwoch, 15. März 2017

Erste Eigenentwicklung CTR 2017: Ruf bringt den "Yellow Bird" zurück

Eine Oldtimer-Messe war der Autosalon in Genf noch nie. Umso mehr verwunderte es, am Stand von Ruf einen CTR zu sehen. Allerdings ist der nicht alt, sondern die erste Eigenentwicklung des Tuners aus Pfaffenhausen und eine Hommage an den legendären "Yellow Bird" von 1987.

Ruf hat in den vergangenen 30 Jahren als Porsche-Veredler vor allem mit Leistungsexzessen auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt hat der Elfer-Spezialist auf dem Genfer Autosalon sein erstes selbst gebautes Auto vorgestellt, das optisch sehr nach einem alten Porsche 911 aussieht, aber in Wirklichkeit keiner ist.

Hommage an den CTR

Wie bei seinen Ahnen ziert auch den Ruf CTR 2017 eine mächtige "Frittentheke" am Heck.
Wie bei seinen Ahnen ziert auch den Ruf CTR 2017 eine mächtige "Frittentheke" am Heck.

Der CTR 2017 ist als Hommage an den CTR aus dem Jahr 1987 gedacht, einer von Ruf leistungsgestärkten Version des damaligen Porsche 911 Carrera 3.2. Bei der Retro-Version handelt es sich aber um eine komplett neue Ruf-Entwicklung, die technisch kaum mehr Gemeinsamkeiten mit dem einstigen Porsche-Original aufweist. Beim Unterbau setzen die Allgäuer auf eine Kombination aus Kohlefaser-Monocoque und Stahlrohrrahmen, die Karosserieteile wurden aus Kohlefaserlaminat gefertigt. Dank dieser Leichtbaukonstruktion soll der Wagen insgesamt nur 1,2 Tonnen auf die Waage bringen.

Im Heck kommt ein 3,6-Liter-Biturbo-Boxermotor zum Einsatz, der 710 PS und 880 Newtonmeter Drehmoment auf die Hinterräder wirft. Das bedeutet ein Leistungsgewicht von 1,6 Kilogramm pro PS. Gekoppelt an ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe verspricht Ruf eine Sprintzeit aus dem Stand auf Tempo 100 in 3,5 Sekunden; 200 km/h sollen in weniger als neun Sekunden erreicht werden. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit über 360 km/h angegeben.

Nur 30 Exemplare werden gebaut

Sehr puristisch zeigt sich die Front des Ruf CTR 2017.
Sehr puristisch zeigt sich die Front des Ruf CTR 2017.

Eine Besonderheit des CTR 2017 ist seine Radaufhängung. Hier kommen liegende Federbeine zum Einsatz, die über Umlenkungen angesteuert werden. Vorne sind die Federelemente in Längsrichtung, hinten quer angeordnet. Der CTR steht auf geschmiedeten 19-Zoll-Alufelgen, vorne mit 245er- und hinten mit 305er-Reifen. Bei den Bremsen kommen Keramik-Stopper vorne mit 38 und hinten mit 35 Zentimetern Durchmesser in Kombination mit Sechs- beziehungsweise Vierkolbenzangen zum Einsatz.

Im Innenraum setzt Ruf auf ein spartanisches Styling mit viel Leder und Carbon. Die maximal zwei Insassen dürfen auf Leichtbau-Schalensitzen mit Alcantara-Bezügen Platz nehmen. Der Arbeitsplatz bietet ansonsten Leichtmetallpedale, ein Dreispeichenlenkrad und Analoginstrumente mit grün leuchtenden Ziffern. Insgesamt will Ruf vom CTR 2017 nur 30 Exemplare bauen. Produktionsstart ist für 2018 geplant. Fast 900.000 Euro soll der Retro-Renner dann kosten.

Der erste RUF CTR debütierte übrigens im Jahr 1987. Seinerzeit erreichte das 469-PS-Coupé bei Messungen auf der Rekordpiste von Ehra Lessien 339,8 km/h. Dieser Event wurde damals vom US-amerikanischen Automagazin "Road & Track" veranstaltet. Die Geschichte besagt, dass im Dunst der norddeutschen Tiefebene das Gelb des Ruf CTR so unverwechselbar hervorleuchtete, dass die Redakteure von Road & Track ihm den Spitznamen "Yellow Bird" verpassten.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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