Donnerstag, 15. August 2002
Wankel-Modelle 2: Siegertypen und Rennpferde
Ebenso spektakulär wie schnell vergessen war ein großer Erfolg im Motorsport: Der Sieg eines Wankels im bedeutendsten Langsteckenrennen der Welt, den 24 Stunden von Le Mans. Die Rennstrecke in der Sarthe zieht jedes Jahr so viele Zuschauer an wie ein kompletter Bundesliga-Spieltag.
An jenem 23. Juni 1991 erlebten sie das Unfassbare: Ein rot und grün lackiertes Gefährt, dessen Geräusch eher an eine überhitzte Kreissäge erinnerte als an einen Rennwagen, ging als erstes durchs Ziel. Dass der Mazda mit der Typenbezeichnung 787 B, angetrieben von einem Vierscheiben-Wankel mit 700 PS, diesen historischen Sieg einfuhr, konnte nicht einmal ein Michael Schumacher verhindern, der gemeinsam mit Karl Wendlinger und Fritz Kreuzpointner damals das Mercedes Youngster-Team bildete und als Fünfter einkam.
Der Wankel-Benz
Der Stuttgarter Konzern hatte selbst mit Wankel-Motoren experimentiert und den Star der IAA 1969 präsentiert. Nur 1,12 Meter hoch war der Mercedes C111, der zunächst mit einem Dreischeiben-Wankel ausgerüstet war. Der erste C111 wurde sechsmal, das modifizierte Modell mit dem Zusatz "II" nur noch zweimal gebaut. Es erhielt noch eine Kolbenscheibe mehr, war für 350 PS und rund 300 km/h gut. In den Siebzigern machte die Ölkrise jedoch auch bei Mercedes-Benz dem Wankelprogramm den Garaus.
Was lange währt...
Mazda hingegen blieb dem Kreiskolben-Konzept treu. Was Felix Wankel selbst noch als "Ackergaul" geschmäht hatte, ist in Japan zu einem Rennpferd geworden, an dessen Temperament der Konstrukteur gewiss seine Freude hätte. In der aktuellen Version des RX-8 leistet der Motor 250 PS bei 8500 U/min, und auch der Durst ist mittlerweile zeitgemäß gezügelt. So verbraucht der neue Renesis-Motor nach Werksangaben nicht nur 50% weniger Schmieröl, sondern auch 40% weniger Treibstoff als sein Vorgänger. Außerdem soll er sogar die Abgasnorm Euro-4 erfüllen.
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