Auto
Mit der Produktion des Rapid läutet Skoda auch den Start in ein neues Segment ein.
Mit der Produktion des Rapid läutet Skoda auch den Start in ein neues Segment ein.

Preisbrecher rollt an: Skoda startet Bänder für Rapid

Wolfsburg hat sein Erfolgsmodelll den Golf VII in einer Nullserie bereits in die Produktion geschickt. Jetzt hat auch die tschechische Schwester die Bänder für den Skoda Rapid gestartet. Der hat, mit Blick auf den Preis, das Aussehen und die Größe, auch das Zeug zu einem Megaseller.

Nachdem in Wolfsburg vor gut 14 Tagen die Produktion des neuen Golf VII gestartet und damit die Nagelprobe für den modularen Querbaukasten eingeläutet wurde, hat jetzt die tschechische Tochter in Mladá Boleslav nachgezogen und die Bänder für die Produktion des Skoda Rapid anlaufen lassen.

Der Rapid schließt die Lücke zwischen Fabia und Octavia.
Der Rapid schließt die Lücke zwischen Fabia und Octavia.

Neben dem Fabia und dem Octavia wird der Rapid in Mladá Boleslav als drittes Modell die Hallen verlassen. Für dessen Produktion - und den schon geplanten neuen Octavia - modernisiert und erweitert Skoda derzeit wesentliche Produktionsbereiche in 17 Werkshallen. Hinzu kommt der Bau weiterer Hallen mit zusätzlichen Montagelinien. Nach Abschluss der Baumaßnahmen soll die Produktionskapazität von 800 auf 1200 Fahrzeuge am Tag erhöht werden. Die größte Herausforderung sieht Skoda derzeit in der Weiterführung der Produktion des Octavias und der sukzessiven Umstellung auf die neue Modellreihe des beliebten Kompaktwagens. Allein im ersten Halbjahr 2012 verkauften die Tschechen weltweit 530.000 Octavia.

Neue Designsprache mit viel Raum

Mit dem Skoda Rapid, der auf dem Pariser Salon erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird, soll jetzt die Lücke zwischen dem Fabia und Octavia geschlossen werden. Ab November 2012 steht der Rapid bei den deutschen Skoda-Händlern. Für wenig Geld bieten die Tschechen eine Familien-Limousine von knapp 4,50 Metern Länge an, die in Anbetracht ihrer eher knappen Außenmaße über einen ausgesprochen großzügig geschnittenen Innenraum verfügt. Vier Insassen genießen mehr als genügend Platz in alle Richtungen, und der hintere Knieraum reicht auch dann komfortabel aus, wenn die Vordersitze weit nach hinten geschoben sind. Zur Not kann ein fünfter Mensch Platz nehmen. Und der Gepäckraum fasst stolze 550 Liter. Allein mit diesen Maßen setzt der Rapid Maßstäbe in seiner Klasse.

Vor allem die Größe im Innenraum soll Kunden Premium erleben lassen.
Vor allem die Größe im Innenraum soll Kunden Premium erleben lassen.

Der Rapid bringt auch gleich die neue Designsprache von Skoda zum Ausdruck, die sich später auch auf den Octavia übertragen wird. Da ist das Interieur ebenso geradlinig wie die Außenhaut gezeichnet - und besticht eher durch die Klarheit der Form denn durch großflächige Aufpolsterungen, die anderswo Premium-Charakter suggerieren. Der Rapid punktet vor allem mit pfiffigen Details wie Verstaumöglichkeiten an den Vordersitzflanken, einer einseitig gummibeschichteten Wendematte im Kofferraum und einem Extra-Staufach für die in vielen Ländern obligatorische Warnweste. Die übersichtliche Instrumentierung ist "kaltweiß" ausgeführt und setzt damit einen hochwertigen Akzent. Damit vermittelt der Skoda Premium-Flair, ist aber vor allem praktisch und das dürfte die Kundschaft freuen. Die Tschechen haben sich beim Rapid an die alte Designerregel gehalten: Die Form folgt der Funktion.

Kampfpreise beginnen bei 14.000 Euro

Für Vortrieb sorgen insgesamt fünf Motorisierungen. Die Vierzylinder-Motoren werden bis auf den 75 PS starken Einstiegs-Benziner durchweg per Turbo aufgeladen. Das Programm an Ottomotoren reicht bis 122 PS, außerdem gibt es einen 1,6-Liter-TDI mit 90 oder 105 PS. Je nach Motor werden Fünf- oder Sechsgang-Schaltgetriebe oder eine Doppelkupplungs-Automatik mit sieben Gängen angeboten. Den geringsten Verbrauch verspricht Skoda beim  TDI Green Tec mit 105 PS. Der wird werksseitig mit einem Verbrauch von 3,9 Litern pro 100 Kilometer angegeben; mit einem weiteren Modell namens Rapid Green Line will Skoda ab 2013 diesen Wert nochmals unterbieten.

Das Fahrwerk des Rapid bietet einen angenehmen Kompromiss aus Komfort und Straßenlage. Das Angebot an Assistenzsystemen ist allerdings beschränkt. Wer hier auf die neuesten Gimmicks Wert legt, sei auf die teureren Schwestermarken oder auf den kommenden Octavia verwiesen. Der allerdings wird erheblich teurer sein als der Rapid - dessen Einstandspreis von rund 14.000 Euro seinen Konkurrenten aus Korea und Frankreich noch einiges Kopfzerbrechen bereiten wird.

Auf dem europäischen Markt wird der Rapid ab Oktober eingeführt. Eine Version, speziell für Kunden in China, folgt 2013. Für 2014 ist die Produktion des Rapid für den russischen Markt im VW-Werk Kaluga geplant. Bis dahin wird es auch einen Rapid als Kombi geben.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen