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Die Suzuki GSX-R 125 ist von der Leistung nur ein Schatten der GSX-R 1000, sieht ihr aber verdammt ähnlich.
Die Suzuki GSX-R 125 ist von der Leistung nur ein Schatten der GSX-R 1000, sieht ihr aber verdammt ähnlich.
Donnerstag, 07. September 2017

Baby-Gixxer für Einsteiger: Suzuki GSX-R 125 - Sportler im XS-Format

Ein wenig Rennsport-Flair kombiniert mit Alltagstauglichkeit und günstigem Preis: Das ist es, was die Suzuki GSX-R 125 ihrer Kundschaft für unter 5000 Euro bieten möchte. Allerdings darf man sich von der Optik nicht allzu sehr blenden lassen.

Mit der ersten GSX-R 750 von 1985 läutete Suzuki die Ära der Supersportler ein. Auch wenn der Mythos des von ihren Fans "Gixxer" genannten Superbikes im Laufe der Jahre ein wenig verblasste, hat diese Buchstabenkombination immer noch einen besonderen Klang und soll für Musik in den Ohren Jugendlicher und Heranwachsender sorgen: Die neue Suzuki GSX-R 125 transferiert für 4690 Euro jede Menge Racing-Flair in die Einstiegsklasse.

Lediglich 134 Kilogramm bringt die Suzuki GSX-R 125 auf die Waage.
Lediglich 134 Kilogramm bringt die Suzuki GSX-R 125 auf die Waage.

Beim Anblick des Leichtkraftrads schlagen die Herzen sportlich orientierter Biker höher: Die supersportliche Vollverkleidung, filigrane Leichtmetallfelgen und der hochgezogene Höcker verströmen echte Rennatmosphäre. Das knappe Polster in niedrigen 78,5 Zentimetern Höhe bietet auch größeren Fahrerstaturen angenehm viel Bewegungsfreiheit und eine Ergonomie, die zum Ducken hinter die flache Racing-Scheibe genauso taugt wie zur relaxten Showtime auf der Partymeile.

Für die kleine GSX-R hat Suzuki extra einen flüssigkeitsgekühlten 125er-Einzylinder entwickelt, mit Vierventiltechnik, zwei obenliegenden Nockenwellen und Einspritzung. Bei 15 PS Leistung schöpft er den gesetzlichen Rahmen voll aus, 11,5 Newtonmeter Drehmoment sind auch nicht von schlechten Eltern, aber erst der angegebene sparsame Verbrauch von 2,3 Litern führt zu anerkennendem Kopfnicken. Zusammen mit dem großzügigen Elf-Liter-Tank sollten pro Füllung knapp 400 Kilometer drin sein. Das sollte ausreichen, um etwa eine Woche den Weg zur Schule oder Ausbildung zu bewältigen.

Die Hoheitszeichen der großen Schwester prägen auch das Design der Suzuki GSX-R 125.
Die Hoheitszeichen der großen Schwester prägen auch das Design der Suzuki GSX-R 125.

Etwas hemdsärmelig kommt das Fahrwerk mit dem herkömmlichen Stahlrahmen und den nicht einstellbaren Federelementen daher. Allerdings bleibt der Zeiger der Waage durch den Verzicht auf alles Überflüssige bei leichtfüßigen 134 Kilogramm stehen, was sich natürlich auch beim Fahren bemerkbar macht. Völlig mühelos biegt das Leichtgewicht in die Ecke, meistert knifflige Schräglagenwechsel mit spielerischer Leichtigkeit und schafft auf Anhieb eine Menge Vertrauen. Selbst Neulinge sollten diese GSX-R wunderbar leicht kontrollieren können.

Das liegt auch an ihrer harmonischen Leistungsentfaltung, die über das gesamte Drehzahlband verlässlich bleibt. Eine Ausgleichswelle verhindert zudem unangenehme Vibrationen bis in höchste Drehzahlen. Und das ist auch vonnöten, wie sich auf der kleinen Rennstrecke im Infield des großen Silverstone Circuit zeigt: Wer flott aus den Ecken kommen möchte, muss das kurzhubige Triebwerk stets zwischen 8000 und 11.000 Touren halten. Ansonsten ist gleich starke Konkurrenz nicht so schnell einzuholen, denn trotz der supersportlichen Aufmachung dominieren bei der Suzuki Alltagstugenden.

Das Voll-LCD-Instrument der Suzuki GSX-R 125 liefert alle Informationen, die der Fahrer braucht.
Das Voll-LCD-Instrument der Suzuki GSX-R 125 liefert alle Informationen, die der Fahrer braucht.

So verzögert die Einscheibenbremse im Vorderrad doch extrem zurückhaltend, was für Anfänger vielleicht gar nicht so verkehrt sein mag. Nur wer sehr stark am Bremshebel zieht, wird merken, dass die Bremsen auch zubeißen können. Dabei würde die Absicherung durch das relativ spät eingreifende Bosch-ABS einen vehementeren Bremseingriff durchaus zulassen. Zudem reagiert das einfache Fahrwerk in moderater Schräglage nicht allzu souverän auf Wellen und Absätze.

Die kostengünstige Fertigung in Indonesien macht sich auch bei manch wenig filigran verarbeitetem Detail wie der Klemmung der Lenkerhälften oder den sehr einfachen Bedienelementen bemerkbar. Nicht jedoch bei der erfreulich modernen Ausstattung: Die GSX-R verfügt über ein schlüsselloses Transpondersystem, bei dem das Zünd-Lenkschloss über einen Drehknopf bedient wird. Dieser lässt sich herausnehmen und zeigt dann einen herkömmlichen Schlüsselbart, mit dem der Tank und das Soziussitzfach geöffnet werden können. Auch das Voll-LCD-Instrument zeigt eine tolle Funktionalität mit einstellbarem Schaltblitz, Ganganzeige und Durchschnittsverbrauch, nur die Balkenanzeige der Drehzahl ist etwas klein geraten.

Suzuki schließt mit der Mini-Gixxer endlich eine Lücke, denn 125er hatten die Japaner aktuell nicht im Programm. Die angepeilte jugendliche Klientel bekommt mit der GSX-R 125 für 4690 Euro ein erfrischend agiles Einsteigerfahrzeug mit ordentlichen Rundumtugenden, wobei man sich vom rassigen Anblick nicht blenden lassen darf.

Quelle: n-tv.de

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