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Besonders häufig bemängelt der TÜV Bremsen, Fahrwerk. Licht und die Abgasanlage.
Besonders häufig bemängelt der TÜV Bremsen, Fahrwerk. Licht und die Abgasanlage.(Foto: picture alliance / Julian Strate)
Mittwoch, 08. November 2017

Jeder Fünfte fällt durch: TÜV Report 2018 - deutsche Zuverlässigkeit

Alljährlich gibt der TÜV-Report ein ungeschöntes Bild über die Mängelzwerge und Fehlerriesen auf deutschen Straßen. Die Sieger kommen wie in den vergangenen Jahren aus Stuttgart und Zuffenhausen. Die rote Laterne teilen sich einige Hersteller.

Ob defekte Beleuchtung, mangelhafte Bremsen oder schadhafte Auspuffanlagen - an jedem dritten Fahrzeug auf Deutschlands Straßen haben Prüfer des TÜV Mängel festgestellt. Bei jedem fünften Fahrzeug waren die Mängel so erheblich, dass die Autos bei der Hauptuntersuchung durchfielen, wie aus dem am Mittwoch vorgestellten TÜV Report 2018 hervorgeht. Auffällig ist demnach vor allem die Schere zwischen jungen und älteren Fahrzeugen.

Mercedes und Porsche ohne Mängel

Der Mercedes SLK erfreut den TÜV.
Der Mercedes SLK erfreut den TÜV.(Foto: Mercedes)

Bei der Zuverlässigkeit haben laut TÜV-Report die deutschen Autohersteller die Nase vorn. Der Mercedes SLK siegte im aktuellen Report in der Altersgruppe der dreijährigen Fahrzeuge, wie der Verband der Technischen Überwachungsvereine (VdTÜV) mitteilte. Bei den Fünfjährigen fuhr mit der B-Klasse ein weiterer Mercedes auf die Siegerbühne. Auch die ersten Plätze der älteren Fahrzeuge gingen an einen Schwaben: Der Porsche 911 gewann jeweils in den Altersgruppen zwischen sieben und elf Jahren.

Die Schlusslichter bilden laut TÜV der Kia Sportage bei den Dreijährigen, der Peugeot 206 trägt die rote Laterne bei den fünf Jahre alten Autos, der Chevrolet Aveo bei den Siebenjährigen, der Chevrolet Matiz bei den neun Jahre alten Fahrzeugen und Ford Ka beziehungsweise Ford Galaxy bei den Elfjährigen.

Bremse, Licht, Fahrwerk, Auspuff

Der Ford-Galaxy hat seinen Zenit in jeder Hinsicht überschritten.
Der Ford-Galaxy hat seinen Zenit in jeder Hinsicht überschritten.(Foto: Ford)

Erhebliche Mängel, die innerhalb von vier Wochen behoben werden müssen, entdeckten die Prüfer über alle Altersklassen hinweg bei 19,9 Prozent der Fahrzeuge. Verglichen mit dem letzten TÜV-Report ist das eine leichte Steigerung um 0,2 Prozentpunkte. Für den aktuellen Report wurden die Ergebnisse von mehr als zehn Millionen Hauptuntersuchungen der 225 gängigsten Pkw-Modelle ausgewertet. Bei zwei von drei Fahrzeugen (66,1 Prozent) fanden die Prüfer gar keine Mängel.

Mit steigendem Alter der Autos nimmt "die Häufigkeit sicherheits- und umweltrelevanter Mängel dramatisch zu", erklärte der VdTÜV. Während bei den zwei- bis dreijährigen Gebrauchtwagen in Deutschland die Mängelquote mit durchschnittlich 5,8 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt liegt, haben bei den über elfjährigen Pkw bereits mehr als ein Viertel, also 26,5 Prozent, erhebliche Mängel.

Besonders oft beanstanden die TÜV-Experten Jahr für Jahr Probleme mit der Beleuchtung, den Bremsen, dem Fahrwerk, Ölverlust und fehlerhafte Auspuffanlagen. "Keinen dieser Mängel sollte man auf die leichte Schulter nehmen", erklärte VdTÜV-Geschäftsführer Joachim Bühler. Gerade in der dunklen Jahreszeit könne eine Kombination aus fehlender Beleuchtung und verschlissenen Bremsen "fatale Folgen" haben. Wichtig sei daher, die regelmäßigen Inspektionstermine wahrzunehmen und dafür eine qualifizierte Fachwerkstatt aufzusuchen, erklärte Bühler.

Quelle: n-tv.de

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