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In China kostet der Santana knapp 8000 Euro und gilt als eines der beliebtesten Autos.
In China kostet der Santana knapp 8000 Euro und gilt als eines der beliebtesten Autos.

Nach 30 Jahren in die zweite Runde: VW Santana boomt in China

Stufenhecklimousinen sind in Deutschland out. Dafür boomen die langen Kisten in anderen Teilen der Welt mächtig. So zum Beispiel in China. So verwundert es nicht, dass der 30 Jahre alte VW Santana im Reich der Mitte auch heute noch ein Millionenerfolg ist.

Seit 1980 gibt es den Santana im Reich der Mitte.
Seit 1980 gibt es den Santana im Reich der Mitte.

Drei Jahrzehnte Produktionszeitmachen den Santana nach westlichen Maßstäben zum Tattergreis. Hierzulande stößtallein das Gelände-Urviech der Mercedes G-Klasse in ähnliche Laufzeitregionen vor– und der Stuttgarter wurde regelmäßig überarbeitet. Den chinesischen Santana hatVW hingegen eher oberflächig gepflegt; bis auf einige Design-Upgrades, mehr Ausstattungund ein paar Namenzusätze ist er ganz der Alte geblieben. Und der basiert auf demPassat B2 von 1980.

Die Zeit ist für einen Modellwechselalso mehr als reif. Statt auf einer Mittelklasseplattform nutzt der Santana nunTechnik aus der Kleinwagen- und Kompaktklasse. Trotzdem ist er geräumiger geworden:Der Radstand ist auf 2,60 m angewachsen, was mehr Platz im Fond verspricht, unddas Gepäckabteil fasst 480 Liter. Angetrieben wird das Mittelklasse-Modell von Vierzylinderbenzinern.Die Sauger, deren Verbrauch im Vergleich zu den Vorgängern um bis zu 28 Prozentreduziert werden konnten, verfügen über 1,4 respektive 1,6 Liter Hubraum mit 90PS und 110 PS.

Santana ist wieder einmodernes Auto

In Deutschland verschwand der Santana bereits 1985.
In Deutschland verschwand der Santana bereits 1985.

Das Ergebnis ist ein modernesAuto, das sich auch vor westlichen Modellen nicht verstecken muss, wie bei einerersten Prototypen-Ausfahrt klar wird. Die kleinen Sauger sind zwar nicht geradeTemperamentsbündel - vor allem wenn die optionale Automatik zusätzlich Leistungschluckt – dafür lässt sich das Fahrverhalten durchaus auch Europäern zumuten. DieLenkung ist überraschend agil, das Fahrwerk sicher und unspektakulär. Etwas weicherzwar als hierzulande, für die teils schlechten chinesischen Straßen aber ideal.Beeindruckend ist auch die Verwindungssteifigkeit; da Chinesen keinen Wert auf eineumklappbare Rückbank legen, findet sich hinter den Fondsitzen einfach eine durchgehendeBlechwand, die die Karosserie in Form hält und auch auf Schotterpisten Knarzen undKnirschen eliminiert.

Der hohe akustische Komfortist kein Zufall: Auch wenn es angesichts der lärmenden Millionenmetropolen kaumzu glauben ist – im Auto legt der Chinese Wert auf Stille. So liegt die Geräuschdämmungim Santana auch allgemein mindestens auf West-Niveau. Ebenfalls wichtig für denchinesischen Markt ist das Raumangebot. Obwohl der Santana auf einer Kleinwagenbasissteht und im chinesischen Einstiegssegment angesiedelt ist, streckt er sich aufKompaktklasseniveau. Von der Länge und dem Raumangebot her kann er es fast mit demeuropäischen Jetta aufnehmen.

In Deutschland längst vergessen

In Deutschland hingegenspielt der Santana längst keine Rolle mehr. Bereits 1985 verschwand der Name ausdem Modellangebot der Wolfsburger. Die chinesische Wirtschaftsdelegation jedoch,die Wolfsburg Ende der 70er-Jahre besuchte, war sofort begeistert vom damals vorgefundenenPrototypen des 4,54 Meter langen Viertürers. 1983 begann der Aufbau einer Produktionin Shanghai, 1985 liefen die ersten vor Ort montierten Fahrzeuge vom Band. 1998wurde das einmillionste Fahrzeug gefertigt. Mittlerweile hat VW 3,7 Millionen Santanaverkauft. In vielen Großstädten prägt der VW heute das Straßenbild, vor allem inShanghai, wo der Großteil der Taxiflotte aus dem ehemaligen Wolfsburger Ladenhüterbesteht.

Bei VW wird der Santana das neue Einstiegsmodellfür China. Gemeinsam mit dem ebenfalls neuen und technisch weitgehend identischenJetta (nicht zu verwechseln mit dem Europa- und US-Modell). Beide Limousinen unterscheidensich lediglich minimal in der Länge und etwas deutlicher bei Außen- und Innendesign.Preise für die neuen Volksautos nennt VW noch nicht. Bisher kosteten die Modellemindestens rund 60.000 Yuan (knapp 8000 Euro).

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Quelle: n-tv.de