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Das CrossCoupé gibt es bis jetzt nur als Studie. Doch ab 2014 soll es zu den Händlern rollen.
Das CrossCoupé gibt es bis jetzt nur als Studie. Doch ab 2014 soll es zu den Händlern rollen.

Der Querbaukasten macht’s möglich: VW mit Modelloffensive bis 2016

von Holger Preiss

Der Rubel rollt in Wolfsburg und das lässt die Verantwortlichen forsch in die Zukunft blicken. Allein im Jahr 2011 sammelte der VW-Konzern 15,8 Milliarden Euro ein. Mit diesem Geld und den standardisierten Technikbaukästen will Konzernchef Martin Winterkorn seine Flotte bis 2016 renovieren und gründlich erweitern.

Den Anfang der Modellfrische macht bei VW der Golf VII, den es ab 2014 auch als Dieselhybrid geben wird. Damit ist der Wolfsburger Dauerbrenner der Erste, der eine solche Motorisierung in dieser Klasse aufweist. Was die Verkaufszahlen betrifft, darf man sich sicher sein, dass der Klassenprimus auch in seiner siebten Auflage nicht zu stoppen ist.

Besondere Ambitionen hat VW auch im immer mehr boomenden Segment der SUV. Bei Tochter Audi sollen die Q-Lücken geschlossen werden und so munkelt man, dass der Q6 bereits 2014 starten könnte, zumal bereits Prototypen unterwegs sind. Ein Jahr später soll dann der Q4 folgen. Die Wolfsburger selbst werden den Tiguan ab 2014 nicht nur als klassisches SUV anbieten, sondern auch als Gelände-Coupé. Eine erste Studie zeigten die Wolfsburger bereits in Form des CrossCoupé.

Geplant sei auch ein Tiguan XL. Die Langversion wächst um 30 Zentimeter, bekommt eine dritte Sitzreihe, soll aber zwei Zentimeter flacher und 80 Kilogramm leichter sein als sein kleiner Bruder. Auf dem Markt könnte das gestreckte SUV 2015 erscheinen.

Ein großer Bruder für den Yeti

Der Knaller bei Skoda wird mit Sicherheit der Rapid, der Ende des Jahres kommen soll.
Der Knaller bei Skoda wird mit Sicherheit der Rapid, der Ende des Jahres kommen soll.

Auch die tschechische Tochter Skoda will mit einer Modellerweiterung an den Erfolg des Yedi anknüpfen. Nachdem der kleine Offroader 2011 mit einem Plus von 33,7 Prozent alle weiteren Modelle auf die Plätze verwies, hat man in Mladá Boleslav beschlossen, noch ein Mittelklasse-SUV aufzulegen. Der große Bruder des Yeti ist für 2014 geplant.

Als Grundlage des 4,60 Meter langen SUV dient bereits der modulare Querbaukasten von VW, mit dem sich Radstand und Spurweite in den unterschiedlichen Modellen variieren lassen. Optional wird es eine dritte Sitzreihe geben und natürlich Front- und Allradantrieb.

Weniger verkaufsträchtig, aber nicht minder interessant sind die Pläne von Konzerntochter Bentley Die Briten planen ab 2016 ein Luxus-SUV, das bereits als Studie unter dem Namen ESP 9F auf dem Autosalon in Genf gezeigt wurde. Beim Antrieb setzt man auf einen Biturbo-W12 mit 610 PS, den es vermutlich auch mit Hybrid-Technik geben wird.

Skoda Rapid und A3 sportback als Raumwunder

Doch zurück zu den alltagstauglichen Karossen. Skoda platziert noch dieses Jahr ein Fahrzeug zwischen Fabia und Octavia. Der Rapid soll als viertürige Limousine in der Mittelklasse Krach schlagen und das könnte angesichts einiger Eckdaten gelingen. Die Limousine wird bei einem Radstand von 2,60 Metern 4,48 Meter lang werden und das beachtliche Kofferraumvolumen von fast 500 Litern haben. Wenn der Wagen Ende des Jahres zu den Händlern rollt, soll er einen Einstiegspreis unter 14.000 Euro haben. Angesichts der eigenen Konkurrenz muss sich auch der Octavia wandeln. Bereits 2013 soll eine neue Kombi-Version vorgestellt werden, von der Skoda verspricht, dass sie ein Ladevolumen von über 1500 Litern haben soll.

Und auch aus Spanien gibt es neue Nachrichten. Die einzige VW-Tochter mit roten Zahlen will unter anderem mit einem neuen Leon gegen die anhaltende Verkaufsflaute ankämpfen. Mit Schrägheck und fünf Türen nutzt Seat hier ebenfalls den modularen Querbaukasten von VW. Dadurch wird der Wagen breiter und leichter. Die Spanier werden weiter auf Sportlichkeit setzen und schieben im Sommer 2013 eine dreitürige Coupé-Variante des Leon nach.

Der modulare Querbaukasten macht es möglich. Der Roomster rückt in die Nähe des Touran.
Der modulare Querbaukasten macht es möglich. Der Roomster rückt in die Nähe des Touran.(Foto: Lars Saeltzer)

Nach dem dreitürigen A3 wird Audi Anfang 2013 den A3 Sportback anbieten. Mit seinem größeren Radstand bietet er auch mehr Platz im Fond und platziert sich damit als vollwertiges Familienauto. Damit ist aber noch nicht Schluss: Für die Freiluftfreunde bietet Audi den A3 ab 2014 oben ohne an und ganz gewagt wird es ihn im gleichen Jahr auch als Limousine geben. Noch nicht spruchreif, aber durchaus denkbar ist auch ein auf der Basis des A3 entstehender Van. Der 4,50 Meter lange Ingolstädter soll dann sechs Sitzplätze bieten. Für Sportfreunde soll es dann auch eine geschärfte S-Version geben.

Auch der Skoda Roomster wird weiter wachsen. Bereits ab 2013 soll der tschechische Hochdachkombi als Van auf den Markt kommen und damit seinem größeren Konzernbruder VW Touran sehr nahe kommen.

A1 wird geöffnet und Passat geliftet

Der A3 könnte bald als Van auf der multiplen Plattform von VW stehen.
Der A3 könnte bald als Van auf der multiplen Plattform von VW stehen.(Foto: Abdruck fuer Pressezwecke honora)

Bei den Kleinen will Audi den A1 öffnen und ihn mit einem Faltdach aus Stoff versehen. Geplant ist das A1-Cabrio für den Sommer 2014. Am Ende des Jahres könnte es dann auch ein Elektroauto bei Audi geben. Der damals ungeliebte und heute im Gebrauchtwagenhandel zum Kult avancierte Nachfolger des A2 soll es sein. Eine 31-kWh-Lithium-Ionen-Batterie soll den Wagen mindestens 200 Kilometer treiben.

Bereits Anfang 2014 will die große Mutter den Passat mit einem frischen Äußeren und quer eingebauten Motoren als Limousine und als Variant ins Rennen schicken. Dank modularem Querbaukasten wird der Radstand um zehn Zentimeter wachsen, die Gesamtlänge von 4,77 Meter aber bleiben. Leichter und mit Downsizing- Motoren soll die neue Generation bis zu 15 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen.

Der XL1 ist die Zukunft von VW. Wann er als Serienfahrzeug kommt, steht in den Sternen.
Der XL1 ist die Zukunft von VW. Wann er als Serienfahrzeug kommt, steht in den Sternen.(Foto: Abdruck fuer Pressezwecke honora)

Bei den Kleinen und dem ganz Großen lassen sich die Wolfsburger noch etwas Zeit. Ein neuer Phaeton kommt im Sommer 2015 und einen neuen Polo wird es frühestens 2016 geben.

Die Zukunft ist der XL1

Angesichts der stetig steigenden Benzinpreise wird der Wunsch nach einem Auto mit geringem Spritverbrauch zur Wunschvorstellung vieler Kraftfahrer. Das wissen auch die Verantwortlichen bei Volkswagen und präsentieren in schöner Regelmäßigkeit das 1-Liter-Auto. Die erste Enthüllung gab es bereits 2002. Im Jahr 2009 wurde der L1 präsentiert und im Jahr 2011 gab es den Prototyp XL1. Interessant, dass gerade der nicht in Genf oder auf der IAA in Frankfurt präsentiert wurde.

Nein, als Ort für die Weltpremiere des 1-Liter-Autos wurde das Emirat am Golf gewählt. Ob man damit den Öl-Multis Angst machen wollte oder ob es, wie VW-Chef Martin Winterkorn damals formulierte, eine strategische Entscheidung für die Zukunft und in die weitere Zusammenarbeit mit der Fürstenfamilie war, sei dahingestellt.

Jetzt hat VW den LX1 bei der Hauptversammlung am 19. April 2012 erneut ausgegraben und betont, dass man das Fahrzeug Mitte 2013 in einer Kleinserie von erst einmal 50 Exemplaren bauen wolle. Der 3,88 Meter lange, aber nur 1,16 Meter hohe Dieselhybrid mit zwei Sitzen wiegt lediglich 800 Kilo und soll im EU-Verbrauch bei 0,9 Litern auf 100 Kilometern liegen. Der Sparkünstler soll bis zu 160 km/h schnell sein und 35 Kilometer des Weges rein elektrisch zurücklegen. Bis das Fahrzeug aber eine Serienreife erreicht hat, wird es wohl noch eine Weile dauern und in dieser Zeit wird noch viel teurer Treibstoff in den Motoren verbrannt werden.

Quelle: n-tv.de

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