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Der Audi Q2 ist die Antwort auf BMW X1 und Mercedes GLA. VW verspricht sich von dem kleinen Offroader Großes.
Der Audi Q2 ist die Antwort auf BMW X1 und Mercedes GLA. VW verspricht sich von dem kleinen Offroader Großes.(Foto: Holger Preiss)

Offroad-Offensive über alle Marken: VW schwenkt die SUV-Keule in Genf

Von Holger Preiss, Genf

Es ist ja nicht so, dass es im VW-Konzern keine SUV gäbe, aber bis dato sind nicht alle Segmente abgedeckt. Deshalb starten die Wolfsburger in Genf ihre Offensive und ziehen über alle Marken blank.

Die Studie des VW Breeze von VW will die Eierlegende Wollmilchsau sein.
Die Studie des VW Breeze von VW will die Eierlegende Wollmilchsau sein.(Foto: Holger Preiss)

Seit vier Jahren schleppt VW die Studie eines großen SUV, das vor allem für den US-Markt attraktiv sein sollte, über die Messen dieser Welt. Inzwischen ist die Erde im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf Grund des Dieselskandals verbrannt, und es will so scheinen, als hätten die Wolfsburger dieses Konzept bis auf weiteres auf Eis gelegt. Dass gerade SUV ein Verkaufsschlager sind, ist den VW-Lenkern aber nicht entgangen, und so bricht jetzt eine Crossover-Welle in Genf los, die verlorenes Terrain zurückerobern will.

Nachdem die Edelmarke Bentley gerade mit der Wuchtbrumme Bentayga ihren ersten Super-Offroader an den Start gebracht hat und die Jahresproduktion des 608 PS starken Luxus-SUV im XXL-Format bereits ausverkauft ist, rücken die Volumenmarken nach: So präsentiert das Mutterhaus eine Cabrio-Studie unter dem Namen T-Cross Breeze in Polo-Dimensionen, bei der der Betrachter allerdings nicht ganz sicher ist, ob hier nicht das eben eingestellte Golf Cabrio etwas hochbeiniger und mit schärferen Kanten aufersteht.

Superb-SUV von Skoda

Wirklich gelungen ist die seriennahe Studie Vision S von Skoda.
Wirklich gelungen ist die seriennahe Studie Vision S von Skoda.(Foto: Holger Preiss)

Die wohl gelungenste Idee eines künftigen SUV präsentiert Skoda mit der Studie Vision S als Ausblick auf ein siebensitziges Multitalent. Dass das der Idee der eben noch erwähnten VW Studie des Cross Blue für Nordamerika sehr nah kommt, sei dahingestellt. Fakt ist, dass das 4,70 Meter lange Showcar als weiteres "Raumwunder" reichlich Platz bieten soll und sich äußerlich - mit seinen scharf geschnittenen Karosserielinien und dem selbstbewussten Kühlergrill - am Design der frisch erneuerten Modellpalette um Octavia und Superb orientiert. Bereits auf dem Pariser Salon im Herbst soll das entsprechende Serienprodukt fertig sein, für das seit geraumer Zeit der Name "Kodiak" durch die Auto-Gazetten geistert.

Allerdings wird das Serienmodell im Gegensatz zur Studie nicht von einem Plug-in-Hybrid angetrieben, sondern ausschließlich von konventionellen Diesel- und Ottomotoren befeuert. Vorteil: Das Superb-SUV wird zu einem Kampfpreis von zirka 25.000 Euro in der Basis zu haben sein. Etwas später will Skoda seine Kundschaft dann auch noch mit einer Coupé-Variante und einem unterhalb des Yeti-Nachfolgers platzierten Utility-Vehicle erfreuen.

Audi Q2 soll Mercedes und BMW die Stirn bieten

Bereits im Herbst soll der Audi Q2 auf den Straßen rollen.
Bereits im Herbst soll der Audi Q2 auf den Straßen rollen.(Foto: Holger Preiss)

Auch Audi zeigt in Genf ein kleines SUV, das mit einer Länge von 4,19 Metern die etwas kryptische VW-Studie Breeze um sechs Zentimeter überragt. Bereits im Herbst soll der Q2 als Antwort auf BMW X1 und Mercedes GLA bei den Händlern stehen. Mit einem schärferen Design als man es von den größeren Q-Modellen gewohnt ist, haben die Ingolstädter ein jüngeres Publikum im Blick und rufen ambitioniert eine Eroberungsquote von 80 Prozent aus.

Die Motoren decken zunächst ein Leistungsband von 116 PS bis 190 PS ab, wobei die Basis-Version von einem 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo angetrieben wird. Obwohl Audi mit Q2, Q3, Q5 und Q7 damit schon recht gut aufgestellt ist, soll die Serie im kommenden Jahr am anderen Ende der Preisskala mit dem Q8 weiter ergänzt werden. Damit wäre dann auch die Frage eines SUV für den US-Markt geklärt. Denn in den Vereinigten Staaten wird die Marke mit den vier Ringen kaum mit dem Dieselskandal in Verbindung gebracht.

Erstes SUV für Seat

Der Seat Ateca kann bereits jetzt bestellt werden und wird ab Juni bei den Händlern stehen.
Der Seat Ateca kann bereits jetzt bestellt werden und wird ab Juni bei den Händlern stehen.(Foto: Holger Preiss)

Für den europäischen Markt setzt VW auf die Konzernschwester Seat und schickt die Spanier mit dem Ateca ins Rennen, der ebenfalls in Genf seine Weltpremiere feiert. Angeboten wird das Kompakt-SUV, dessen Anleihen beim VW Tiguan unverkennbar sind, in der Basisversion bereits ab Ende Juni mit einem 1,0-Liter-Dreizylinder, der 115 PS leistet und zu einem Preis ab 19.990 Euro zu den Kunden rollen könnte. Der 4,36 Meter lange Kraxler ist übrigens nach einer kleinen spanischen Gemeinde in der Provinz Saragossa benannt, die kaum mehr als 2000 Einwohner zählt.

Äußerlich haben sich die Designer bemüht, dem Ateca die Gene des Seat Leon ins Blech zu bügeln: das Familiengesicht mit dem Trapezgrill, die scharfen Sicken in der Seitenansicht und ein Heck, das ebenfalls an den kompakten Bruder erinnert. Auch die eckigen Scheinwerfer mit den markanten Lichtsignaturen erhöhen den Wiedererkennungswert. Ob der Ateca allerdings zum sportlicheren Tiguan erklärt wird, wie es beim Leon im Vergleich mit dem Golf geschehen ist, bleibt abzuwarten. Das spanische Kompakt-SUV, das vor allem gegen Nissan Qashqai und Co. antreten soll, wird im nächsten Jahr durch einen Geländegänger auf Ibiza-Basis verstärkt und soll bei Skoda im tschechischen Kvasiny produziert werden.

Quelle: n-tv.de

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