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Mit der Vespa Elettrica will Piaggio im schwächelnden Markt der Roller neue Akzente setzen.
Mit der Vespa Elettrica will Piaggio im schwächelnden Markt der Roller neue Akzente setzen.
Mittwoch, 15. November 2017

Ohne Dunst durch die Stadt: Vespa Elettrica - E-Roller kommt 2018

Einst knatterte die Vespa, blau-stinkende Rauchschwaden hinter sich herziehend, durch die Städte Europas. Das ist schon lange Geschichte. Aber ab 2018 wird mit der Vespa Elettrica sogar emissionsfreies und lautloses Fahren möglich.

2016 stellte Roller-Gigant Piaggio auf der Eicma eine elektrisch angetriebene Version der Vespa als Studie vor. Auf der diesjährigen Motorradmesse reichen die Italiener die finale Serienversion nach. Das Elettrica genannte Modell soll sich als "Premium-Produkt mit gehobener Reichweite" von Billig-Rollern aus Fernost abheben.

Optisch dreht die Vespa Elettrica ganz weit auf.
Optisch dreht die Vespa Elettrica ganz weit auf.(Foto: Piaggio)

Bereits optisch setzt sich der kleine Stromer eindrucksvoll in Szene. Neben dem unverkennbaren Vespa-Stil, der auch in seiner zeitgemäßen Interpretation überzeugt, sorgt eine Lackierung in Chrom-Grau mit metallischen Reflexionen für einen glänzenden Auftritt. Im Kontrast dazu gibt es leuchtend blaue Akzente an den Felgen, der Verkleidung und der Sitzbank.

Darüber hinaus setzt Piaggio auf eine technisch anspruchsvolle Ausstattung. So gibt es einen LED-Scheinwerfer, eine USB-Steckdose, ein Cockpit mit farbigem 4,3-Zoll-TFT-Display, ein Helm-Staufach unter der Sitzbank und zeitgemäße Konnektivität. Die Italiener versprechen zudem ein neues Multimedia-Bordsystem, bei dem die Einbindung von Smartphones eine zentrale Bedeutung haben wird.

100 Kilometer Reichweite

Die Kommandozentrale der Vespa Elettrica bildet ein 4,3-Zoll-TFT-Display.
Die Kommandozentrale der Vespa Elettrica bildet ein 4,3-Zoll-TFT-Display.(Foto: Piaggio)

Auch beim Antrieb wollen die Italiener gehobenes Niveau bieten. Die Performance soll jedenfalls die von traditionellen 50er-Rollern übertreffen. Der E-Motor ist auf eine Dauerleistung von 2 kW, also knapp 3 PS ausgelegt. Die Spitzenleistung soll aber bei 5,5 PS ( 4 kW) liegen. Zudem stellt die E-Maschine ein sattes Drehmoment von 200 Newtonmetern zur Verfügung. Da die Elettrica in der 50er-Klasse antritt, wird die Höchstgeschwindigkeit auf 45 km/h begrenzt bleiben.

Eindrucksvoller ist da schon die angekündigte Reichweite von 100 Kilometern. Wobei sich diese abhängig von Fahrweise und -modus in der Praxis deutlich verkleinern dürfte. Neben einem Eco- bietet die Elettrica auch einen Power-Modus, der nicht nur die oben erwähnten 5,5 PS freisetzt, sondern auch dem Akku zusetzen dürfte. Damit der wieder befüllt werden kann, befindet sich an Bord ein Ladekabel, das an eine normale Haushaltssteckdose passt. Der Lithium-Ionen-Akku soll bei 230 Volt in gut vier Stunden vollständig geladen sein. Laut Piaggio ist die Batterie auf eine Haltbarkeit von mindestens zehn Jahren ausgelegt. Nach rund 1000 Ladezyklen soll der Stromspeicher noch über 80 Prozent seiner Ursprungskapazität verfügen.

Für die Zukunft plant Piaggio eine zweite Elettrica-Variante mit Range Extender und einer Gesamtreichweite von 200 Kilometern. In dieser X genannten Version kommt ein kleineres Batteriepaket für etwa 50 Kilometer Reichweite zum Einsatz. Ein Generator kann mit dem Benzin aus einem drei Liter großen Tank Strom für weitere 150 Kilometer generieren. Wann die Vespa Elettrica in Deutschland auf den Markt kommt, verrät Piaggio noch nicht. Auch zum Preis machen die Italiener keine Angaben.

Quelle: n-tv.de

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