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Das SUV I.D. Crozz gibt einen Ausblick in die ZUkunft von VW.
Das SUV I.D. Crozz gibt einen Ausblick in die ZUkunft von VW.(Foto: picture alliance / Andreas Arnol)
Samstag, 07. Oktober 2017

Ausblick in die Zukunft von VW: Volkswagen schraubt weiter am Diesel

Auch wenn der Trend bei VW klar in Richtung Elektromobilität geht, der Verbrenner wird bis dahin in Polo, Golf und Co das Geld verdienen müssen. Und tatsächlich soll auch ein neu entwickelter Diesel auf den Weg gebracht werden.

VW Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann präsentiert auf der IAA den neuen Polo GTI.
VW Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann präsentiert auf der IAA den neuen Polo GTI.(Foto: picture alliance / Andreas Arnol)

Mag der Diesel-Skandal bei VW auch teils heftig an den Nerven zehren, trotz aller Widrigkeiten steht der Wolfsburger Konzern weiterhin auf dem Gaspedal. Die SUV-Strategie findet mit dem kürzlich vorgestellten T-Roc, eine, SUV auf Golf-basis, sowie dem im nächsten Jahr erscheinenden Touareg sowie dem T-Cross, der auf dem Polo aufsetzt, ihren Abschluss. Für den Herbst steht die Einführung der sechsten Polo-Generation an. Für VW-Markenchef Herbert Diess ist der Polo in seiner Klasse "Benchmark für Technologie". Erstmalig wird es auch eine Erdgasversion (CNG) geben. Auch auf Diesel will man nicht verzichten, trotz aufwändiger Abgasnachbehandlung. Gestrichen ist eine dreitürige Variante. Sie lohnt sich nicht mehr, da die Nachfrage zu gering ist.

Der Polo für die Welt

Das Kompaktmodell, gegenüber seinem Vorgänger deutlich gewachsen, steht fortan wie der Seat Ibiza auf der A0-Plattform des MQB. Sie wird global ausgerollt. Volkswagen plant Großes mit dem Kleinen. Neben Pamplona in Spanien soll der neue Polo auch in Uitenhage in Südafrika, - für Rechtslenker-Märkte - in Brasilien, Russland, China und Indien gebaut werden, teils als Kurzheck, teils als Stufenhecklimousine unter einer anderen Modellbezeichnung. Allein in China hat VW voriges Jahr über 200.000 Polo verkauft, fast so viele wie in ganz Europa.

Der VW I.D. Buzz war die erste Studie und ein Vorbote der angestrebten E-Mobilität. Tatsächlich wird aber das Geld auch in naher Zukunft mit Verbrennern verdient.
Der VW I.D. Buzz war die erste Studie und ein Vorbote der angestrebten E-Mobilität. Tatsächlich wird aber das Geld auch in naher Zukunft mit Verbrennern verdient.(Foto: picture alliance / Boris Roessle)

Eine der wichtigsten Modellvorstellungen wird Mitte 2018 der Touareg der dritten Generation. Ob das Oberklasse-SUV auch in Europa mit einem Plug-in-Hybridantrieb erhältlich sein wird, ist im Moment noch nicht entschieden. Bislang soll es diese Option nur in China geben. Technisch teilt sich der Touareg die Architektur mit dem Audi SQ7, Porsche Cayenne E3 und Bentley Bentayga. Der üppige Einsatz von Aluminium lässt auch den Touareg deutlich an Gewicht verlieren. Die Rede ist von rund 150 Kilogramm.

Golf VIII wie eh und je

Ebenfalls im nächsten Jahr könnte ein offiziell noch nicht bestätigtes Shooting-Brake-Derivat des Arteon auf dem Plan stehen. Die sportlich gestylte "Kombivariante" soll Lifestyle und Funktionalität miteinander verbinden und Kunden aus dem Premiumsegment locken.
2019 ist der Golf in der achten Generation dran. Ein Muss im Design: Er muss sofort und eindeutig als Golf zu erkennen sein. Auch in der Größe bleibt VWs Bestseller seinen bisherigen Maßen treu, wirkt aber insgesamt ein bisschen schärfer profiliert.

Hier der VW I.D. im legendären Bulli-Design.
Hier der VW I.D. im legendären Bulli-Design.(Foto: picture alliance / Boris Roessle)

Selbstredend, dass er voller digitaler Features und vieler elektronischer Assistenten steckt, die sonst nur in höheren Klassen zu finden sind. Wie beim Polo entfällt der Dreitürer. Der Rotstift wurde auch beim Elektroantrieb angesetzt. Der Golf ist als Plug-in-Hybrid GTE mit dann größerer Reichweite von 70 Kilometern erhältlich, während der e-Golf ab 2020 dem I.D. weicht. Er soll bei etwa gleichen Außenabmessungen nicht nur das bessere Innenraumkonzept, sondern aufgrund des größeren Batterie-Packages eine Reichweite bis zu 500 Kilometern haben. Damit, so hofft VW, könnte der I.D. dann auch zum Erstfahrzeug im Haushalt werden.

Mehrzweckfahrzeuge und Diesel

Ein wichtiges Thema in Wolfsburg ist derzeit die Van-Strategie. Was wird aus Caddy, Touran, Sharan und T6 nachdem Diess bekannt gegeben hat, den I.D. Buzz zu bauen, sowohl als Bus als auch in einer Lieferwagen-Variante. Letztere dürfte besonders für Handel und Gewerbe interessant sein, die zu Kunden in innerstädtischen Umweltzonen müssen.

Unantastbar bleibt die Transporter-Baureihe mit konventionellen Antrieben. Dessen Nachfolger (T7) wird vermutlich ebenfalls 2020 erscheinen. Weil der I.D. Buzz in der Außenlänge vergleichbar mit einem Sharan ist, innen aber mehr Platz als dieser bietet, wird eine neue Sharan-Generation wohl dem MQB abgeleitet werden, etwa durch die Vergrößerung der Touran-Bodengruppe. Auf dieser ließe sich auch der nächste Caddy aufsetzen. In China wird sie bereits für ein Mehrzweckfahrzeug verwendet.

Trotz aller Elektro-Euphorie: VW wird noch viele Jahre den Großteil seiner Produkte mit konventionellem Antrieb verkaufen. "Wir investieren derzeit mehr Geld in die Entwicklung neuer Verbrennungsmotoren als je zuvor", so Diess. Zum Ende dieses Jahrzehnts will man unter anderem einen neuen Zweiliter-Vierzylinder-Diesel fertig haben. Der intern genannte EA 288 evo Motor soll dann bereits die superstrenge Abgashürde Euro 7 schaffen.

Quelle: n-tv.de

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