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Das kantige Design macht den V70 seit Generationen aus. Bei den neueren Modellen werden die Kanten abgerundet.
Das kantige Design macht den V70 seit Generationen aus. Bei den neueren Modellen werden die Kanten abgerundet.(Foto: sp-x)

Schwede mit Kante: Volvo V70 - gebraucht kein Auslaufmodell

Volvo ist bekannt für Sicherheit, eckiges Design und Kofferräume, die gefühlt das Gepäck einer Kleinstadt aufnehmen können. Auch gebraucht ist der V70 eine Option. Aber kann der alte Schwede nach vielen Kilometern überzeugen?

Im knapp fünf Meter langen V70 ist viel Platz für Insassen und Gepäck.
Im knapp fünf Meter langen V70 ist viel Platz für Insassen und Gepäck.(Foto: sp-x)

Wer an Volvo denkt, hat ein Auto wie den V70 vor Augen: Der Kombi ist vielleicht das klassischste Modell im Programm der Schweden, bietet viel Platz für’s Gepäck und viel Sicherheit für die Insassen. Die zwischen 2007 und 2016 gebaute Generation kann darüber hinaus auch bei der HU überzeugen. Beim V70 steht der Nutzwert, nicht ein modischer Karosseriezuschnitt im Mittelpunkt. Entsprechend praktisch fällt der Kombi aus: Die lange Ladefläche und der bis zu 1600 Liter große Kofferraum sind selbst in dieser Klasse überdurchschnittlich.

Weniger gut schlägt sich der 4,82 Meter lange Fünfsitzer naturgemäß beim Fahren in der Innenstadt – nicht zuletzt wegen des sehr großen Wendekreises. Die beste Figur macht der Schwede auf Autobahn und Landstraße. Wer die robust gestaltete Offroad-Version XC70 wählt, kann auch einmal unbefestigte Wege unter die Räder nehmen – zumindest wenn neben den Anbauteilen in Geländewagen-Optik auch der Allradantrieb an Bord ist. Den gibt es übrigens auch für die zivile V70-Version. Darüber hinaus bietet der V70 wenig Karosserie-Auswahl: der Kombi ist die einzige Variante, technisch eng verwandt ist noch die in Deutschland wenig gefragte Limousine S80. Das Stahldach-Cabrio C70 basiert trotz seines Namens auf den Mittelklassemodellen S40/V50.

Besser Diesel als Benziner

Von Hinten erkennt man den V70 sofort als Mitglied der Volvo-Familie - die eckige Heckscheibe macht ihn unverwechselbar.
Von Hinten erkennt man den V70 sofort als Mitglied der Volvo-Familie - die eckige Heckscheibe macht ihn unverwechselbar.(Foto: sp-x)

Die Antriebspalette des V70 ist groß und unübersichtlich, auch, weil Volvo zwischendurch die Nomenklatur gewechselt hat. Während ältere Fahrzeuge noch die klassische Hubraumangabe als Modellbezeichnung tragen, sind die neueren hierarchisch durchnummeriert. "D2" steht dabei etwa für den kleinsten Diesel, "D5" für den Größten. Bei den Benzinern reicht die Spanne vom T4  bis zum T6, für ein großes und schweres Auto wie den V70 sind die Ottomotoren aufgrund ihres hohen Verbrauchs aber zweite Wahl. Besser fährt man mit einem der mittleren Diesel, etwa dem 126 PS oder 163 PS starken 2,0-Liter-Vierzylinder oder dem 2,4-Liter-Fünfzylinder mit ebenfalls 163 PS, der zudem mit einer für einen Diesel schönen Klangkulisse erfreut. Insgesamt reicht das Leistungsband beim V70 über alle Baujahre von 109 PS (1.6 D) bis 305 PS (T6 AWD). Doch unabhängig von der PS-Zahl: Der Schutz der Insassen und anderer Verkehrsteilnehmer zählt zu den traditionellen Stärken von Volvo.

Sicherheitssysteme auf hohem Standard

Von Innen zeigt sich der V70 solide und modern: Die Sicherheits-Features sind auf höchstem Standard.
Von Innen zeigt sich der V70 solide und modern: Die Sicherheits-Features sind auf höchstem Standard.(Foto: sp-x)

Der V70 macht da keine Ausnahme und bietet in der Basisversion sechs Airbags und den Schleuderschutz ESP. Auch die Karosseriestruktur ist gewohnt stabil, so dass es beim Crashtest 2008 für fünf Sterne reichte. Wirklich beeindruckend ist aber die Optionsliste, auf der sich fast alle Sicherheitssysteme finden, die seinerzeit zur Assistenten-Avantgarde zählten. Darunter sind, neben Spurverlassenswarner und Totwinkel-Radar auch ein aktiver Tempomat und, seit dem Facelift 2011, auch ein Auffahrwarner. In Sachen Komfort-Extras gibt es gleichsam ein großes Angebot; doch schon die Basisversion mit Klimaanlage, Laderaum-Fixierkit und CD-Radio kann sich sehen lassen - und das sollte sie auch: Der V70 ist ein Langstreckenauto und so sind die Tachostände schon bei den frühen Hauptuntersuchungsterminen häufig sehr hoch. Dass es so beim TÜV nicht für eine blütenweiße Weste reicht, ist klar.

Trotz Verschleißerscheinungen: Fahrleistung solide

Das Gepäck einer Großfamilie sollte im V70 locker unterkommen.
Das Gepäck einer Großfamilie sollte im V70 locker unterkommen.(Foto: sp-x)

Bemängelt werden häufig das zu große Lenkspiel, Lecks an der Auspuffanlage und verschlissene Achsgelenke. Auch bei der Beleuchtung stimmt häufig nicht alles. Vor allem das Tagfahrlicht macht Probleme, obwohl die Technik in Schweden schon lange vorgeschrieben ist. Gelegentlichen Ärger gibt es zudem mit den Turboladern der von Peugeot (1,6 Liter) und Ford (2,0 Liter) zugelieferten Diesel. Unterm Strich ist der Kombi angesichts der hohen Fahrleistungen aber durchaus solide. Vorsicht ist allerdings bei Fahrzeugen geboten, die häufig im Anhängerbetrieb gefahren wurden. Gerade beim V70 ist das keine Seltenheit, drängt er sich dank Allradantrieb und bis zu 1800 Kilogramm Anhängelast als Zugfahrzeug quasi auf.

Fazit: Der V70 ist ein Auslaufmodell. Ende des Jahres startet bereits sein Nachfolger V90 und zwar in deutlich weniger eckigem Stil. Dementsprechend dürften die Preise für den kantigen Kombi künftig tendenziell fallen. Billig wird der große Volvo dadurch aber nicht unbedingt: Rund 10.000 Euro sollten für den ladefreudigen Schweden schon im Budget sein.

Quelle: n-tv.de

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