Multimedia im AutoZukunftsmelodien von Mercedes
Im Fahrzeug einfach seine Ruhe haben oder bestenfalls telefonieren? Diese Zeiten sind vorbei. Wenn es nach den Autoherstellern geht, werden wir in Zukunft auch im Fahrzeug komplett vernetzt sein.
Schöne, neue Digitalwelt: Multimedia-Angebote wie Facebook oder Google während der Autofahrt zu nutzen wird selbstverständlich und in naher Zukunft wohl auch unverzichtbar. Davon geht zumindest Professor Bharat Balasubramanian aus, bei Mercedes zuständig für Produktinnovationen & Prozesstechnologien. Voraussetzung ist allerdings, dass die Bedienung der internetbasierten Technologien nicht vom Autofahren ablenkt.
Keine leiche Aufgabe, die sich Balasubramanian und sein Team vorgenommen haben, verbietet sich doch das Spielen mit dem Smartphone während der Fahrt ins Büro, ob zum Mailcheck oder um sich mit Freunden via Facebook auszutauschen. Ziel der Vision "@your comand" ist es daher, nicht nur die Funktionen der Social Media-Dienstleister in das Mercedes eigene Telematiksystem Comand Online zu integrieren, sondern auch die Nutzung intuitiv und einfach zu gestalten.
Dazu tüfteln die Entwickler unter anderem an einer verbesserten Spracherkennung. Bisher reagiert das System nur auf vordefinierte und auf einer Festplatte gespeicherte Satz- und Wortmuster, zukünftig soll der Autofahrer Emails, SMS- oder Twitter-Nachrichten diktieren oder per Spracheingabe seinen Terminkalender aktualisieren können. Darüber hinaus sind auch Fragen beispielsweise zur politischen Lage möglich. Die moderne Technik erkennt die relevanten Stichworte und liefert dann entsprechende Berichte auf den Bildschirm. Dieser wird natürlich noch besser in der grafischen Umsetzung sowie bei den farblichen Gestaltungsmöglichkeiten.
Erste Ansätze zeigte Mercedes bereits bei der Studie Concept-A-Class während der diesjährigen Automesse in Shanghai. Langfristig werden die Displays stärker personalisierbar und auch 3-D-Darstellungen sind möglich.
Steuerung über Gesten
Die Bedienung der Technikangebote erfolgt nicht wie bisher nur über Sprachsteuerung oder über einen Drehknopf. Zumindest angedacht ist auch, Gesten mit einzubeziehen. Ähnlich wie bei den Spielekonsolen, die via Kamera die Bewegung der Nutzer registrieren und umsetzen, werden Handbewegungen als Befehle gedeutet. Bis hier eine eindeutige Umsetzung realisiert ist, muss das Team aber noch einige Entwicklungsarbeit leisten.
Seit diesem Jahr ist bei Mercedes der Internetzugang im Fahrzeug möglich. Bereits umgesetzt haben die Ingenieure zahlreiche Apps, die für die Baureihen SLK und C-Klasse zur Verfügung stehen sowie für die ab Herbst neu auf den Markt kommende M- und B-Klasse. Die A- und S-Klasse bleiben noch bis zu ihrer jeweiligen Neuauflage offline. Für diese Kundengruppen werden speziell auf deren Bedürfnisse geschnittene online-Angebote entwickelt. Für deren Nutzung müssen Fahrzeuge, die mit dem Comand-Online-System ausgestattet sind, dank Datenübertragung via Server und gesicherter Mobilfunkverbindung nicht extra in die Werkstatt.