Reaktion auf RückrufeToyota hört die Signale
Autohersteller Toyota reagiert mit einem neuen Qualitätsmanagement auf die zahlreichen Rückrufe zu Beginn des Jahres. Man will jetzt schneller reagieren und besser zuhören.
Schnellere und effektivere Reaktionen auf Kundenbeschwerden stehen
im Mittelpunkt eines Maßnahmenpaketes, das Toyota jetzt zur Verbesserung seiner
Qualität in Tokio vorgestellt hat. Insbesondere wollen die Japaner die Rückmeldungen
ihrer Exportmärkte genauer analysieren. So soll zum Beispiel alle Beschwerden, die
bei der amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic
Safety Administration) eingehen, sofort nachgegangen werden. Bislang wurden die
NHTSA-Daten nur unregelmäßig nach Japan geschickt. Auch die Klagen von Kunden bei
Händlern sollen nun zu einem Qualitätskomitee in Japan übermittelt werden. Bislang
blieben diese Beschwerden im Normalfall in der jeweiligen Handelsorganisation des
Landes. Gleiches gilt auch für außerplanmäßige Reparaturen.
Unfälle mit Todesfolge sollen nun auch dann gemeldet und ausgewertet werden, wenn
als Unfallursache eindeutig ein Fahrfehler voranging. Das Unternehmen will untersuchen,
wie und ob die Fahrzeuge so verbessert werden können, dass Fahrfehler minimiert
werden. Alle gewonnen Daten sollen zusammengeführt und den Entwicklern zur Verfügung
gestellt werden.
Auslöser für die Gründung des Qualitätskomitees war der Rückruf von acht Millionen
Fahrzeugen zu Beginn dieses Jahres wegen klemmender Gaspedale. Zudem häuften sich
Berichte über Fahrzeuge in den USA, die selbständig beschleunigten und nicht zu
bremsen waren. In der Folge verlor Toyota auf dem wichtigen US-Markt deutlich und
der Aktienkurs des Unternehmens brach ein. Die NHTSA hat gerade bestätigt, dass
bei ihren Untersuchungen zu diesem Thema keine Fehler des Herstellers festgestellt
wurden, sondern immer ein Verwechseln von Gas und Bremse durch den Fahrer die Ursache
war. Das Ergebnis ist zwar noch vorläufig, es bestätigt jedoch die internen Ergebnisse
von Toyota und von externen Prüfern wie dem TÜV Nord.